Drogenkrieg auf Philippinen Duterte pfeift brutale Anti-Drogen-Polizei zurück

Ein Polizist steht bewaffnet vor Dutzenden von Männern, die auf dem Boden kauern. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Tausende Opfer hat der Drogenkrieg von Präsident Duterte schon gefordert. Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die nationalen Anti-Drogen-Sondereinheiten sollen aufgelöst werden.
  • Polizeichef Ronald Dela Rosa kündigte zugleich «interne Säuberungen» an.
  • Vor drei Monaten wurde ein südkoreanischer Geschäftsmann vermutlich von korrupten Polizisten entführt und getötet.

Der Kampf gegen die Drogenkriminalität auf den Philippinen wird unter Präsident Rodrigo Duterte brutal geführt. Nach dem Tod eines koreanischen Geschäftsmannes soll nun erstmal Schluss sein.

Der Drogenkrieg wurde ausgesetzt. Polizeichef Ronald Dela Rosa gab die Auflösung der umstrittenen Anti-Drogen-Sondereinheiten bekannt und kündigte «interne Säuberungen» an.

Tausende Opfer

Eine Sondertruppe solle eingesetzt werden, um die Vorwürfe im Falle des Koreaners aufzuklären. Der Mann war vor drei Monaten von korrupten Polizeibeamten entführt und getötet worden, so die Anklage.

Immer wieder wurden auf den Strassen der Philippinen Leichen gefunden. Offiziellen Angaben zufolge wurden seit dem Amtsantritt Dutertes im Juni über 2250 mutmassliche Drogendealer und -konsumenten getötet. Laut Human Rights Watch (HRW) starben gar über 7000 Menschen.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Philippinen im Ausnahmezustand

    Aus 10vor10 vom 5.10.2016

    Diese Woche ist es 100 Tage her, seit Rodrigo Duterte auf den Philippinen Präsident wurde. Er hat versprochen, aufzuräumen – er fordert Polizei und sogar Privatpersonen dazu auf, Drogendealer zu erschiessen und Drogensüchtige zu jagen. Was das bedeutet, zeigt unsere Reportage.

  • Dutertes erbarmungsloser Krieg

    Aus Tagesschau vom 23.9.2016

    Der neue philippinische Präsident Rodrigo Duterte führt einen erbarmungslosen Krieg gegen die Drogenkriminelle. Über 2'000 Menschen sind in den letzten zwei Monaten dabei getötet worden. Ein grosser Teil von ihnen durch Bürgerwehren.