- Die Menschen haben bereits die Rohstoffe aufgebraucht, die die Erde innerhalb eines Jahres erneuern kann.
- Den sogenannten Erdüberlastungstag berechnet die Organisation Global Footprint Network jedes Jahr aufs Neue.
- Um den tatsächlichen Bedarf der Menschen zu decken, wären rechnerisch 1.73 Erden nötig.
Ab heute lebt die Menschheit ökologisch betrachtet auf Pump: Sie beansprucht mehr Acker- und Weideland, Fischgründe und Wald, als rechnerisch zur Verfügung stehen, und stösst mehr Kohlendioxid (CO₂) aus, als Wälder und Ozeane aufnehmen können.
Würden alle Menschen so konsumieren wie die Schweizerinnen und Schweizer, wäre der Erdüberlastungstag bereits am 11. Mai gewesen. Würden alle so leben wie die Menschen in der Schweiz, wären damit 2.8 Erden nötig.
«Lücke zwischen Ressourcenverbrauch und Regeneration der Erde wächst weiter»
Wie die Naturschutzorganisation WWF erklärt, sind die Folgen der Übernutzung längst sichtbar, etwa durch Entwaldung, degradierte Böden, den Verlust biologischer Vielfalt und steigende CO₂-Konzentrationen in der Atmosphäre. Im vergangenen Jahr lag der Erdüberlastungstag auf dem 24. Juli.
Die Verschiebung geht aber laut WWF überwiegend auf aktualisierte Daten zurück und nicht darauf, dass die Menschheit nachhaltiger lebt. «Dass der Erdüberlastungstag dieses Jahr sechs Tage später liegt als 2025, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir weiterhin deutlich über die ökologischen Grenzen unseres Planeten hinaus wirtschaften», erklärte Björn Schulz, Experte für Kreislaufwirtschaft beim WWF Deutschland. «Tatsächlich wächst die Lücke zwischen dem hohen Ressourcenverbrauch der Menschheit und der Regenerationsfähigkeit der Erde weiter.»
Seit Anfang der 1970er-Jahre, als der Erdüberlastungstag noch Ende Dezember lag, hat er sich im Kalender weit nach vorn verschoben. Allerdings lässt sich beobachten: Die Sprünge werden kleiner. Die Tage lagen in den vergangenen 20 Jahren alle in einem Bereich von viereinhalb Wochen.
Grösster Hebel liegt beim CO₂-Verbrauch
Das Global Footprint Network hat analysiert, welche Massnahmen den Stichtag nach hinten verschieben könnten. Der mit Abstand grösste Faktor sind CO₂-Emissionen (60 Prozent), deswegen liegt dort der grösste Hebel.
Hier sind einige Beispiele: Den Erdüberlastungstag errechnet das Global Footprint Network, indem es analysiert, wie viel standardisierte Flächeneinheiten etwa für Essen, Holz, die Aufnahme des menschengemachten CO₂ sowie Strassen und Häuser der Menschen nötig sind.
Es bezieht zudem im Gegenzug die Kapazität der Erde ein, Ressourcen aufzubauen sowie Müll und Emissionen aufzunehmen.