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Ein Abrüstungsexperte erklärt «Nordkorea wird sein Nukleararsenal nicht freiwillig aufgeben»

Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un hat kurz vor den geplanten Gipfeltreffen mit Südkorea und den USA die Aussetzung der Atom- und Raketentests verkündet. Was heisst das für dieses Treffen? Der Abrüstungsexperte Götz Neuneck schätzt ein.

Götz Neuneck

Götz Neuneck

Experte für Abrüstung

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Prof. Dr. Götz Neuneck ist Physiker und stellvertretender wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Friedensforschung und Sicherheits­politik an der Universität Hamburg (IFSH). Er forscht zu den Themen Abrüstung, Rüstungskontrolle und Rüstungstechnologien.

SRF News: Götz Neuneck, die weltweiten Reaktionen auf Kims Ankündigung sind positiv. Beurteilen Sie das auch so?

Götz Neuneck: Das ist sicherlich ein Schritt vorwärts. Es war klar, dass die Mindestforderung an Nordkorea ein Moratorium für Raketen- und Atomtests ist. Nun kommt Kim mit seiner Ankündigung Trump ein bisschen zuvor. Die Frage ist natürlich: Was bedeutet das für die weiteren Forderungen.

Der Westen will die koreanische Halbinsel denuklearisieren.

Denn in der Substanz möchte der Westen ja, dass die ganze koreanische Halbinsel denuklearisiert wird. Das heisst im Grunde, dass alle Massenvernichtungswaffen und insbesondere die Nuklearwaffen von dort verschwinden. Ein Moratorium ist da natürlich nur der erste Schritt.

Die Ankündigung aus Nordkorea kommt nur Tage vor einem Gipfeltreffen mit Südkorea und Wochen vor einem mit den USA. Hat Kim mit diesem Moratorium nicht schon sein ganzes Pulver verschossen?

Nein, das glaube ich nicht. Kim möchte natürlich den Druck auf die USA und auch auf Südkorea erhöhen. Denn der südkoreanische Präsident will nach so langer Zeit des Unfriedens Frieden haben, und könnte auch noch viel begeisterter auf das angekündigte Moratorium reagieren.

Im Wesentlichen geht es aber eben um eine vollständige Abrüstung. Es geht darum, dass man das alles verifizieren kann. Dabei geht es nicht nur um die aktuellen Weiterentwicklungen – das sind ja letztlich Tests – sondern auch um die eigentlichen Arsenale.

Wie realistisch ist denn, dass bei einem dieser Gipfeltreffen, Transparenz bezüglich des Arsenals an Nuklearwaffen erreicht wird?

Die Nordkoreaner wollen das natürlich. In erster Linie geht es ihnen ja um Sicherheitsgarantien. Sie sind der Meinung ihre Nuklearwaffen, dienten zur Abschreckung eines Angriffs der USA. Da merkt man auch deutlich an dem Statement, dass man niemals Nuklearwaffen einsetzen wolle. Das haben bisher nicht alle Staaten mit Nuklearwaffen erklärt.

Die zentrale Frage ist: Kann dieses Regime soweit gehen, sein Nukleararsenal ganz aufzugeben?

Die zentrale Frage aber ist: Kann dieses Regime soweit gehen, sein Nukleararsenal ganz aufzugeben? Freiwillig wird es das sicherlich nicht tun. Nordkorea möchte etwas dafür haben. Das könnten beispielsweise Sicherheitsgarantien sein.

Das Gespräch führte Beat Soltermann.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Amthauer  (Peter.A)
    Sicherheitsgarantien? Von wem? Von den USA oder von China? Nordkoreas Lebensversicherung besteht zum grossen Teil aus seiner propagierten Fähigkeit, die USA mit atomaren Sprengköpfen erreichen zu können. Demzufolge wird Nordkorea auch nicht auf sein Nukleararsenal verzichten.
    MfG
  • Kommentar von martin blättler  (bruggegumper)
    Kim wurde zu einem Teil in der Schweiz ausgebildet.Was er sicher nicht hier gelernt hat,ist das Auftreten gegenüber den "Mächtigen".Liebe Berner Kotaukünstler,nehmt einen Kurs bei Kim,auch wenn er in vielem ein Ekel ist.Alles macht er nicht falsch.Es sieht so aus,
    als holte er hier das Maximum heraus.
    1. Antwort von Christa Wüstner  (Saleve2)
      Herr Blättler, es wird immer von zwei Jahren Schule geschrieben. Das ist nicht mal der Ansatz einer Ausbildung.
  • Kommentar von Harald Buchmann  (Harald_Buchmann)
    Nordkorea sagt es brauche keine Tests mehr, es sagt doch nicht es braucht keine Sicherheit mehr. Garantien der USA sin nichts wert, das haben schon die amerikanischen Ureinwohner erlebt...
    1. Antwort von M. Keller  (MK)
      @Buchmann - und woher kommen all die 'weissen amerikanischen' Bürger? Richtig, früher mal aus Europa. U.A. auch aus der Schweiz und Deutschland. Und hier schliess sich dann auch wieder der Kreis. Kein hiesiger Politiker aus der heutigen Zeit meint dies, was er sagt. Sie sind alle 'fremdgesteuert. Ob von der Wirtschaft, von anderen Staaten etc. Es ist also überall das gleiche.
    2. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Sind nordkoreanische "Garantien" etwas wert?