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Legende: Audio Ein Jahr vor den Olympischen Spielen in Japan: Run auf Tickets abspielen. Laufzeit 04:21 Minuten.
Aus SRF 4 News aktuell vom 24.07.2019.
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Ein Jahr bis Olympia 2020 Der Countdown läuft

In einem Jahr starten in Tokio die Olympischen Sommerspiele. Die Japaner freuen sich riesig, haben aber auch Sorgen.

Vom 24. 7. bis 9. 8. 2020 werden in Tokio die Olympischen Sommerspiele ausgetragen. Einen Monat später (vom 25. 8. bis 6. 9.) veranstaltet die weltweit grösste Metropole dann die Paralympics. Ein Jahr vor den Spielen sei man auf Kurs, meinen die Organisatoren. Selbst das neue Olympiastadion mit seinen 60'000 Plätzen sei bereits zu 90 Prozent fertiggestellt, hält das Organisationskomitee fest. Nach 1964 erhielt Tokio bereits zum zweiten Mal die Vergabe der prestigeträchtigen Spiele.

Zahlen zu Olympia 2020

Olympische Spiele:
24. Juli – 9. August 2020
33 Sportarten
11090 Athleten
339 Wettbewerbe

Paralympische Spiele:
24. August – 6.September 2020
22 Sportarten
4440 Athleten
540 Wettbewerbe

Medaillen aus Elektroschrott

Die Sommerspiele 2020 sollen nachhaltig sein, betont Tokios Gouverneurin Yuriko Koike. Gold, Silber und Bronze für die rund 5000 olympischen und paralympischen Medaillen stammen aus Elektroschrott, wie beispielsweise aus alten Mobiltelefonen. Bis diesen Frühling wurden fast 79’000 Tonnen Elektroschott an den Sammelstellen abgegeben. Laut den Verantwortlichen könne daraus 32kg Gold, 3‘500kg Silber und 2‘200kg Kupfer für die Medaillen gewonnen werden.

Gold wird nur verhältnismässig wenig gebraucht, da die Goldmedaillen lediglich vergoldet sind. Masako Konishi vom WWF Japan lobt die Spiele was den CO2-Ausstoss betrifft, doch bei der Beschaffung etwa von Meeresfrüchten für die Verpflegung oder von Holz für den Bau sei die Nachhaltigkeit ungenügend.

Personen sortieren Elektroschrott.
Legende: Aus 79’000 Tonnen Elektroschrott, darunter unzählige Mobiltelefone, werden die Medaillen hergestellt. SRF/Thomas Stalder

Barrierefreie Infrastruktur

Die Kosten für die Spiele sind immens. Das offizielle Budget beträgt derzeit rund 12.6 Milliarden Franken. 5.6 Milliarden Franken davon trägt die Stadt Tokio. Das Geld sei jedoch vernünftig investiert, meint Koike. Gerade die Paralympics würden ein Sprungbrett für eine barrierefreie Infrastruktur sein, von der auch die alternde Gesellschaft profitiere, mit der Japan bereits heute zu kämpfen hat. Die Spiele werden an insgesamt 43 Orten ausgetragen, acht Austragungsstätten wurden für eine permanente Nutzung neu gebaut, 25 bestehende Anlagen erneuert und zehn Anlagen temporär erstellt. Die permanent erstellten Anlagen sollen nach den Spielen für andere Wettkämpfe oder als Trainingsanlagen dienen.

Menschen gehen durch die Gänge der U-Bahn in Tokio.
Legende: Jeden Tag pendeln acht Millionen Menschen in Tokio. Während der Spiele sollen die Pendler die Stosszeiten meiden. Keystone

Sorge vor verstopften Bahnen

10 Millionen zusätzliche Touristen erwartet die Stadt. Die meisten davon während der Spiele. Dies bringt den öffentlichen Verkehr an die Grenzen. Schon jetzt pendeln innerhalb der Stadt Tokio jeden Tag acht Millionen Menschen, während den Spielen sollen es zusätzliche 650‘000 Personen sein.

Millionenmetropole Tokio

Im Grossraum Tokio leben gut 37 Millionen Menschen. Die Stadt selbst zählt 13.8 Millionen Einwohner auf 2200 Quadratkilometern.

Als Gegenmassnahme zu den sonst schon überfüllten Bahnen hat die Stadtverwaltung die Firmen aufgerufen, Telearbeit auszubauen und flexiblere Arbeitszeiten zu ermöglichen. Die Stadtverwaltung geht mit gutem Beispiel voran und ruft ihre Mitarbeiter auf, während der Spiele nicht zwischen 8 und 10 Uhr morgens zur Arbeit zu pendeln. Während sich die einen Bewohner vor zusätzlichen Staus und vollgestopften Zügen fürchten, freuen sich die andern über die Austragung der Spiele.

Innenbereich des noch unfertigen Olympiastadions von Tokio.
Legende: Wer bei der Eröffnungsfeier im Olympiastadion dabei sein will, muss tief in die Tasche greifen. Ein Ticket kostet bis zu 2800 Franken. Keystone

Für 2800 Franken an die Eröffnungsfeier

Im Juni fand die erste Staffel des Ticketverkaufs statt. Fast zehnmal mehr Japaner wollten Tickets als zur Verfügung standen. Die 3.22 Millionen Tickets der ersten Staffel wurden daher ausgelost. Die Ticketpreise für Randsportarten sind ab rund 20 Franken zu haben. Ein guter Platz bei der Eröffnungsfeier schlägt jedoch mit bis 2800 Franken zu buche. Insgesamt sollen die Einnahmen aus dem Ticketverkauf rund 800 Millionen Franken betragen. Die restlichen Kosten des Milliardenbudgets tragen Sponsoren und nicht zuletzt die Steuerzahler.

Legende: Video Aus dem Archiv: Olympische Sommerspiele 2020 gehen an Tokio abspielen. Laufzeit 01:06 Minuten.
Aus Tagesschau vom 08.09.2013.
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5 Kommentare

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  • Kommentar von u. Felber  (Keule)
    Was ich gesehen habe, was da alles hochgezogen und saniert wird, ist immens. Ich bin mir auch sicher, das hier nicht wie in anderen Regionen der Welt für einen Einmal Anlass billig gebaut wird, sondern nachhaltig und für viele Jahrzehnte. Denn da wo die Spiele stattfinden, ist der Boden viel zu teuer, wenn man die Infrastruktur nicht weiter nutzen kann. Das einzige, es wird schön feucht warm werden für die Besucher :)
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  • Kommentar von antigone kunz  (antigonekunz)
    Nachhaltig sind solche Anlässe nie. Auch die Aussage, wie sich die Bevölkerung jeweils riesig auf solche freut ist manchmal doch etwas zu generalisiert und leicht übertrieben. Nachhaltig wäre solche Spiele und generell Grossanlässe mal ausfallen zu lassen und das dafür vorgesehene Geld für wirkliche Nachhaltigkeit, Mitwelt und Menschen einzusetzten. UND, dass die Menschen beginnen sich zu verorten statt ständig in der Weltgeschichte herumzureisen.
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  • Kommentar von antigone kunz  (antigonekunz)
    Sichere MedaillengewinnerInnen sind all die Frauen und Männer, die diesen Elektroschrott sortieren und daraus die edlen Metalle gewinnen.
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    1. Antwort von Wilfred Scheidegger  (Ville Frayde)
      ...und hoffentlich nicht aus Fukushima?
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    2. Antwort von antigone kunz  (antigonekunz)
      @scheidegger: ... und wenn schon. Es gibt sogar hier einige, die meinen, etwas Strahlung könne sogar gut für die Gesundheit sein ... So weit ist die Verzweiflung, die Schönrednerei und der Zynismus gediehen. Schade, dass nur wenige den kleinen, feinen und schrecklichen Cartoon nicht gesehen haben, when the wind blows ..... Denn eines ist sicher, die Geister die wir nach dem anthropologischen Turningpoint für die Menscheheit dem 6. August 1945 riefen werden wir nicht mehr los.
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