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International «Eine Stimme für die Menschlichkeit»

In einer Sondersitzung hat das britische Unterhaus der ermordeten Labour-Abgeordneten Jo Cox gedacht. Als Zeichen der Trauer trugen die Parlamentarier weisse Rosen. Unterhaus-Sprecher John Berkow sprach von einem «Angriff auf unser aller Freiheit».

Vier Tage nach dem Mord an der Labour-Abgeordneten Jo Cox ist das britische Unterhaus am Montag zu einer ausserordentlichen Sitzung zusammengekommen. Die Abgeordneten gedachten der 41-Jährigen, die am vergangenen Donnerstag von einem offenbar psychisch kranken Mann mit einem Messer und einer Schusswaffe getötet worden war.

Als Zeichen der Trauer hatten sich die Parlamentarier weisse Rosen angesteckt, einigen standen Tränen in den Augen. Cox' Platz blieb leer, an der Rückenlehne waren ebenfalls Rosen befestigt. Ihr Mann und die beiden kleinen Kinder waren im Parlament anwesend.

«Ein Angriff auf unser aller Freiheit»

«Ein Angriff wie dieser ist nicht nur gegen ein Individuum gerichtet, er richtet sich gegen unser aller Freiheit», sagte Unterhaus-Sprecher John Bercow in seiner Rede. «Darum haben wir uns hier versammelt: um Jo zu ehren und um unseren Einsatz für die Demokratie zu verstärken.»

Premierminister David Cameron würdigte Cox als «Stimme für die Menschlichkeit».
«Lasst uns Jo gedenken, indem wir beweisen, dass die Demokratie und die Freiheit, für die sie gekämpft hat, unerschütterlich sind.»

Cox wäre an diesem Mittwoch 42 Jahre alt geworden. Die Labour-Politikerin kämpfte für einen Verbleib Grossbritanniens in der EU. Nach ihrem Tod stellten Brexit-Befürworter und -Gegner ihre Kampagnen für drei Tage ein. Inzwischen ist der Abstimmungskampf wieder im Gange. Das Referendum über einen allfälligen Austritt findet am kommenden Donnerstag statt.

Legende: Video «Stimme für die Menschlichkeit» (englisch, unkommentiert) abspielen. Laufzeit 2:09 Minuten.
Aus News-Clip vom 20.06.2016.

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    Attentäter dürfen den Verlauf der Geschichte nicht beeinflussen oder ändern können. Die Attentate haben jedoch die Situation dennoch sehr bestimmend verändert. (vergl. Sarajevo, Dallas uvam.) Allein wie damit medial umgegangen wird, schafft Nachahmungstaeter, gerade dann wenn es um sehr emotional geladene Sachthemen geht. Sehr schlimm, das Moerder und die dadurch geschaffenen Maertyrer den Verlauf der Politik mehr bestimmen, als ordentlich gewählte Politiker, welche die Gunst der Stunde nutzen.
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  • Kommentar von Daniele Röthenmund (gerard.d@windowslive.com)
    Ihre Kommentare geben zu denken Herr Sand & Szabo. Auch wir hatten einen solchen schwarzen Tag vor 15 Jahren, Fall Leimbacher. Schon vergesse? Offene Diskussionen sind gut und braucht eine Demokratie, doch Aufhetzen und Gewalt brauchen wir nicht. In dieser aufgeheizten Stimmung, wird ohne Angst auf Verluste angepöbelt & beleidigt, um dann Erschrocken zu sein, wenn so was geschieht! Und wäre es dem nicht genug muss nachgetreten werden. Nachtretten tun die junge mit Füssen, die Alten mit Worten!
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    1. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Politiker spielen in einer ganz besonderen Liga ihren Part und dabei nutzen Sie jede Gunst der Stunde rigoros aus. Es ist auch auffällig wie selektiv sogar Beileidsbekundungen mit geradezu missionarischem Eifer, natürlich für die Gute Sache rigoros ausgenutzt werden. Hier erleben wir ein typisches Fallbeispiel, das altbekannten Mustern perfekt folgt. MEA CULPA ! Nur junge und bescheiden Denkende lassen sich davon noch beeinflussen. Schlimm genug, dass es immer wieder funktioniert. = Nachahmung!
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    2. Antwort von Reto Camenisch (Horatio)
      Danke, D.R.. Endlich mal wieder jemand, der die Kirche ins Dorf stelllt. Vielfach deprimierend wie polemisiert und gemotzt wird, und zusätzlich so vieles Wichtiges und Geschehenes ausgeblendet wird.
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    3. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Völlig richtig und korrekt, "Aufhetzen und Gewalt brauchen wir nicht", wohlverstanden es sind Ihre Worte. Da wirken Blogs mit scheinbaren Beileidsbekundungen, verbunden mit einer Aufwiegelung gegen den anders Denkenden, wie ein Aufhetzen zur Gewalt. - Einfach mal weiterdenken, auch wenn der Schock über diese schändliche Tat eines Moerders mit zweifelhaften Verbindungen in bestimmte Kreise dies Ihnen offenbar verunmöglicht oder Sie einfach damit einfach gesagt nur überfordert sind.
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  • Kommentar von Jürg Sand (Jürg Sand)
    Wenn das ein "Angriff gegen unser aller Freiheit" war, dann ist es wirklich nicht weit her mit dieser Freiheit. Mit solchem Geschwätz verletzt man jede Pietät. Diese öffentlichen Betroffenheitsbekundungen sind echt übel! Das gleiche Gelaber hört man bei islamistischen Terroranschlägen mit Dutzenden oder Hunderten von Toten. Hier war es ein Irrer, wie sie bei 60 Millionen Einwohnern statistisch verlässlich vorkommen und auch in tausend Jahren noch vorkommen werden.
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    1. Antwort von Reto Camenisch (Horatio)
      Es war eine Politikerin ohne Schutz, welche auf offener Strasse getötet wurde. Auch bei uns würde so was als Angriff auf unsere Freiheit bezeichnet. Wir haben eine freie Gesellschaft, in welcher nicht jeder Exponent explizit geschützt werden muss, wenigstens bis anhin! Ich bin betroffen und mir wird übel ob solcher abschätzigen Bemerkungen. Leben sie ihren Frust und Hass bei anderer Gelegenheit aus.
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    2. Antwort von Lucas Kunz (L'art pur l'art)
      Herr Sand, es hiess einmal kurz in den Medien - es sei ein geistig verwirrter Täter .. Blablabla (um die radikalisierten Befürworter aus der Schusslinie raus zu nehmen) ... Wie Sie den offiziellen Verlautbarungen entnehmen können, wird von einem politischen Hintergrund ausgegangen und keineswegs von einem Täter gesprochen, der ein (Ihre Worte) Irrer sei.
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