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Adrian Arnold
Legende: Adrian Arnold ist SRF-Korrespondent in Berlin. Zuvor berichtete er aus dem Bundeshaus sowie aus Paris. SRF
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Auftrittsverbot für Erdogan «Eine weitere Provokation aus Ankara»

Der geplante Auftritt Recep Tayyip Erdogans in Deutschland sei als Provokation empfunden worden. Das sei auch der Grund, warum sein Auftritt nicht bewilligt wurde, sagt SRF-Korrespondent Adrian Arnold.

SRF News: Die deutsche Bundesregierung wird den geplanten Auftritt des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan vor Anhängern verbieten. Warum will Erdogan ausgerechnet jetzt in Deutschland reden?

Adrian Arnold: Erdogan wollte einfach seine Anwesenheit beim G20-Gipfel in Hamburg nutzen, um zu seinen Anhängern auf deutschem Boden zu sprechen.

Der Streit wurde ja gar nicht beigelegt.
Autor: Adrian ArnoldSRF-Korrespondent, Berlin

Was bedeutet das Auftrittsverbot für die Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei?

Nach dem Beschluss des deutschen Parlaments, Bundeswehr-Truppen von der Luftwaffenbasis Incirlik abzuziehen, ist das ein weiterer Tiefpunkt für die bereits schon stark angeschlagene Beziehung. Ein konstruktiver Austausch auf Regierungsebene ist derzeit nicht möglich. Erdogan könnte dies für eine weitere Eskalation nutzen. Aber wirtschaftlich steht für die Türkei sehr viel auf dem Spiel.

Vor dem Verfassungsreferendum in der Türkei im April gab es ja bereits heftigen Streit über untersagte Wahlkampfauftritte türkischer Politiker in Deutschland. Erleben wir nun die Fortsetzung?

Der Streit wurde ja gar nicht beigelegt. Nach Erdogans Nazivergleich wird diese erneute Forderung in Deutschland öffentlich zu reden geben und landesweit als eine riesige Provokation betrachtet. Das Auftrittsverbot ist gleichzeitig eine klare Ansage aus Berlin an Erdogan: Jetzt wird Klartext gesprochen.

Gab es bereits Reaktionen in der deutsch-türkischen Gemeinschaft?

Es gibt sehr viele Deutsch-Türken, die auf der Seite Erdogans stehen. Auf der anderen Seite hat der Dachverband der deutsch-türkischen Gemeinde das Vorgehen Erdogans kritisiert. Erdogan habe das Verhältnis zu Deutschland durch seine Nazi-Vergleiche stark belastet. Das zeigt, dass unter den Deutsch-Türken die Meinungen über Erdogan weit auseinander gehen.

Das Gespräch führte Richard Müller.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Klaus Kreuter  (Klaus Kreuter)
    Es ist allerhöchste Zeit dass man diesem Herrn mal zeigt was Sache ist. Deutschland hat viel zu lange gewartet und D lässt sich viel zu viel gefallen, ist eben MERKEL-Politik erst mal alles aussitzen. ERDOGAN gehört überall gebannt.
  • Kommentar von Roland Gadient  (Roland Gadient)
    Es ist ein Fortschritt für D, dass sie nun reagieren und dem Sultan klar sagen wo die Grenzen für politische Agitationen sind, auch die werden es noch lernen müssen (beide Seiten). Hoffe nicht, dass die Schweiz ev. Diesem Herrn eine Möglichkeit, denen in Bern wäre es zuzutrauen, die kuschen vor jedem.
  • Kommentar von Carola Ernst  (Carola Ernst)
    Gut, dass die Deutsche Regierung nun konsequent durchgreift. War schon lange fällig