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Einfluss auf US-Wahl Facebook legt russische Werbung dem US-Kongress vor

Legende: Video «Die Macht der Daten – Politkampagnen im Netz» abspielen. Laufzeit 27:58 Minuten.
Aus Einstein vom 21.09.2017.
  • Facebook wird dem US-Kongress Werbeanzeigen vorlegen, mit denen sich russische Drahtzieher in den Wahlkampf der USA eingemischt haben sollen.
  • Rund 3000 politische Spots sollen den Ermittlern überreicht werden, teilte das Unternehmen in einem Blogeintrag mit.
  • Facebook-Chef Mark Zuckerberg will in Zukunft politisch motivierte Werbung besser kennzeichnen.

Facebook hatte vor zwei Wochen mitgeteilt, dass im Zuge von Untersuchungen zum möglichen russischen Einfluss auf die US-Präsidentenwahl rund 470 Profile identifiziert worden seien. Diese sollen zwischen Juni 2015 und Mai 2017 etwa 3000 Anzeigen geschaltet haben. «Unsere Analyse legt nahe, dass diese Accounts und Seiten miteinander vernetzt waren und von Russland aus betrieben wurden», erklärte damals Facebooks Sicherheitschef Alex Stamos. Sie hätten Anzeigen für rund 100'000 Dollar geschaltet.

Facebook machte bisher keine Angaben dazu, wie viele Amerikaner mit dieser Werbung konfrontiert gewesen sind. Ausländische Einmischung in den Wahlkampf ist in den USA verboten. Das Online-Netzwerk hat die Informationen zu den Anzeigen bereits dem US-Sonderermittler Robert Mueller übermittelt. Einer allgemeinen Veröffentlichung stünden gesetzliche Einschränkungen von Profil-Informationen im Wege.

Facebook betonte, dem Unternehmen sei die Verbindung zu Russland bei der Buchung der Anzeigen nicht bewusst gewesen. Sie wurden von einer «Internet Research Agency» platziert. Das Unternehmen schliesst nicht aus, dass noch weitere Anzeigen gefunden werden könnten.

Ich will nicht, dass jemand unsere Werkzeuge benutzt, um die Demokratie zu untergraben.
Autor: Mark ZuckerbergFacebook-Chef

Das Unternehmen kündigte ausserdem eine Reihe von Massnahmen an, um Regierungen künftig an der Beeinflussung von Wahlen zu hindern. «Ich will nicht, dass jemand unsere Werkzeuge benutzt, um die Demokratie zu untergraben», sagte Firmenchef Mark Zuckerberg in einer Direkt-Übertragung auf dem Sozialen Netzwerk.

Er kündigte unter anderem an, politische motivierte Werbung besser kenntlich zu machen. Damit solle leichter erkannt werden, welche Spots in Verbindung mit einer Wahl geschaltet worden seien. Der US-Konzern werde zudem derartige politische Botschaften genauer prüfen und weltweit die Zusammenarbeit mit Wahlkommissionen vertiefen. Untersucht würden auch die Aktivitäten von Nutzerkonten, die im Vorfeld der Bundestagswahl in Deutschland gelöscht worden seien.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Sebastian Frey (Sebastian Frey)
    Zuckerberg hat von Trump 85 Mio Dollar bekommen und dafür FB-Mitarbeiter in Trumps Wahlkampfzentrale entsandt. Und nun erzählt er: «Ich will nicht, dass jemand unsere Werkzeuge benutzt, um die Demokratie zu untergraben.»
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  • Kommentar von Peter Mueller (Elbrus)
    Wie armselig ist dass den. Für 100'000 USD ein Ausschuss - da braucht es üblicherweise mindestens einen Gegenwert von 10 Mio und mehr. Was kann man mit 100'000 bewirken mal ehrlich. 3 TV Spots in der Schweiz. In der USA reicht es nicht mal für einen. Für 30 Sekunden um American Idol herum benötigt man 475'000 USD. Wer produziert 3000 Spots für 100'000 USD das ist Arbeitsbeschaffung für arbeitslose Grafiker. Es würde reichen 1 Spot für 100'000 zu produzieren. Für 30 Sekunden
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  • Kommentar von Christoph Fischer (Christoph Fischer)
    60'000 NGO's vertreten die amerikanischen interessen in russland.. noch fragen?
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