Zum Inhalt springen

Header

Audio
Einigung beim Nafta-Abkommen
Aus Echo der Zeit vom 27.08.2018.
abspielen. Laufzeit 02:23 Minuten.
Inhalt

Einigung Mexiko-USA bei Nafta «Trump lässt Kanada erst einmal aussen vor»

Ein Jahr lang haben die USA und Mexiko um das nordamerikanische Freihandelsabkommen Nafta gerungen. Nun kam aus dem Weissen Haus die Nachricht von einer Einigung. Von einem «Durchbruch» könne vorsichtig gesprochen werden, sagt Korrespondent Arndt Peltner in einer ersten Einschätzung.

Arndt Peltner

Arndt Peltner

Freier USA-Korrespondent

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Der freischaffende USA-Korrespondent ist für mehrere deutschsprachige Zeitungen und Radiostationen tätig, unter anderem auch für SRF. Der gebürtige Nürnberger lebt seit 1998 in der Nähe von San Francisco.

SRF News: Ist das jetzt also der grosse Durchbruch?

Arndt Peltner: Es ist ein Ergebnis unter Zeitdruck und vor allem ein Ergebnis ohne den Dritten im Bund, Kanada. Die Kanadier verhandeln nämlich schon seit Wochen nicht mehr mit den USA. Aber noch heute soll tatsächlich die kanadische Aussenministerin Chrystia Freeland in Washington ankommen. So soll die kanadische Seite bis Freitag auf Kurs gebracht werden.

Von einem «Durchbruch» kann man ganz vorsichtig sprechen, aber die grosse Neusausrichtung von Nafta ist das wirklich noch nicht. Trump betonte im Weissen Haus, er wolle kein Nafta mehr und das Abkommen auch neu benennen. Er wolle einen amerikanisch-mexikanischen Handelsvertrag. Damit betonte er, dass die Kanadier erst einmal aussen vor stehen.

Seit Tagen hiess es, eine Einigung sei zum Greifen nah. Worüber hat man bis zum Schluss gestritten?

Es ging vor allem um die Quoten. Ab wann beispielsweise ein Auto, das in Mexiko zusammengebaut wird, ohne Einfuhrzölle in die USA importiert werden kann. Bislang mussten 62,5 Prozent der Teile aus den USA stammen. Künftig sollen es 75 Prozent sein. Es ging auch um die Frage, ob as Abkommen zeitlich unbefristet bleibt, wie dies Mexiko und die Kanadier anstrebten. Oder ob es nach dem Willen von Trump alle fünf Jahre neu verhandelt werden soll. Wirtschaftsvertreter in den USA möchten lieber ein unbefristetes Abkommen, weil sie so besser planen können.

Kanada ist noch nicht dabei. Können Mexiko und die USA das Ganze ohne Kanada machen?

Trump würde das sicherlich so durchziehen. Allerdings würde er Kanada damit ganz gezielt verprellen und damit den engsten Verbündeten der USA. Auch ist unklar, ob der Kongress da so einfach mitziehen würde, denn dieser muss über das neue Abkommen abstimmen.

Die Demokraten und auch viele Republikaner beobachten das Vorgehen Trumps mit Skepsis. Dieser will nun aber mit dem Mexiko-Deal im Rücken den Kanadiern die Pistole auf die Brust setzen nach dem Motto: Wir haben einen Deal, entweder ihr macht mit oder eben nicht. Das kommt in Kanada wie auch im Kongress nicht so gut an. Aber das ist einfach die Trump'sche Handelspolitik, wie er jetzt nochmals ganz deutlich gemacht hat.

Das Gespräch führte Nicoletta Cimmino.

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

17 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Aktuell sind keine Kommentare unter diesem Artikel mehr möglich.

  • Kommentar von Hans Haller  (panasawan)
    Die Idee, dass solche Handelsabkommen periodisch auf den Prüfstand kommen, hat was für sich und sollte wahrscheinlich zum Modellfall für alle Abkommen werden. Die Zeiten ändern sich laufend, logisch also, dass dies auch in solchen Abkommen berücksichtigt werden muss.
    1. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Besonders die Abkommen mit ihrem größten Präsidenten aller Zeiten bedürfen periodischen Überprüfungen;-)
  • Kommentar von Harald Buchmann  (Harald_Buchmann)
    Die ganze Zerstörung, die Trump in seinem Umfeld anrichtet, schadet nicht nur dem Image der USA als Vertragspartner, es schafft auch viel Raum für China, um neue multilaterale Systeme aufzubauen. Xi Jinping muss Trump wirklich dankbar sein.
  • Kommentar von Harald Buchmann  (Harald_Buchmann)
    In zwei Jahren wird der Spuk vorbei sein. Kanada kann das getrost aussitzen.
    1. Antwort von Samuel Müller  (Samuel Müller)
      Ist das ihre Hoffnung? Oder würden Sie darauf auch setzen?
    2. Antwort von Daniel Fuchs  (Daniel Fuchs)
      @Harald: LOL Sorry ... Aber solange die Demokraten sich nur aufs Trump bashing konzentrieren statt selbst einen geeigneten Kandidaten aufzubauen wird der "Spuk" erst in 6 Jahren vorbei sein... Und bis dahin gibt es in Kanada eventuell auch jemanden der vernünftiger ist als «Peoplekind» Justin.
    3. Antwort von B. Moser  (moser.b)
      Da bin ich nicht so sicher, ob dies Kanadas Premier Trudeau einfach so aussitzen kann. 1. Selbst wenn die Republikaner im November die Zwischenwahlen verlieren, bleibt Trump voraussichtlich bis Januar 2021 im Amt. Während dann Trudeau schon im Oktober 2019 abgewählt sein könnte, Zumindest die Umfragen und die Wahlen im Bundesstaat Ontario geben wenig Hoffnung. 2. Beginnt die Amtszeit des neuen mexikanischen Präsidenten am 1. Dezember. Kanada hat bestenfalls noch Zeit bis November.