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Einsatz für Uiguren Ilham Tohti wird mit dem Sacharow-Preis ausgezeichnet

  • Das EU-Parlament zeichnet den inhaftierten uigurischen Intellektuellen Ilham Tohti mit dem Sacharow-Preis für Menschenrechte aus.
  • Der frühere Wirtschaftsprofessor setzt sich für eine Verbesserung der Situation der muslimischen Minderheit der Uiguren in China ein.
  • 2014 war Tohti in der Volksrepublik wegen des Vorwurfs des «Separatismus» zu lebenslanger Haft verurteilt worden.
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Aus dem Archiv: Sacharow-Preis geht an ehemalige IS-Gefangene
Aus Tagesschau vom 27.10.2016.
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Tohti habe sich für ein besseres Verständnis zwischen Uiguren und Han-Chinesen eingesetzt, sagte Parlamentspräsident David Sassoli bei der Bekanntgabe der Auszeichnung. Das Europaparlament unterstütze die Arbeit Tohtis und fordere seine sofortige Freilassung, so Sassoli. China müsse die Rechte von Minderheiten respektieren.

Tohti gilt als gemässigte Stimme

Tohti, Professor der Minderheiten-Universität (Minzu Daxue) in Peking, gilt eigentlich als gemässigte Stimme. Er war Mitbegründer einer Webseite über Uiguren, die auf Dialog mit Han-Chinesen bedacht war. Ihm war in dem Urteil vorgeworfen worden, die Politik der Regierung gegenüber Minderheiten, Religion sowie die Wirtschafts- und Familienplanung «angegriffen» zu haben. Er habe die Ursachen von Unruhen «verdreht» und damit «ethnischen Hass» entzündet.

Er hatte zwar die Regierung für den Umgang mit den Uiguren kritisiert, sich aber immer auch als chinesischen Patrioten beschrieben, der sein Heimatland liebe. Sein Anwalt argumentierte, Tohtis Aktivitäten hätten völlig im Rahmen der freien Meinungsäusserung gelegen.

Preis soll im Dezember überreicht werden

Tohti wurde Ende September bereits mit dem Vaclav-Havel-Preis des Europarats ausgezeichnet. Für den diesjährigen Sacharow-Preis waren neben Tohti drei brasilianische Aktivisten und eine Gruppe junger Kenianerinnen nominiert.

Der Sacharow-Preis wird seit 1988 vom Europäischen Parlament an Persönlichkeiten oder Organisationen verliehen, die sich für die Verteidigung der Menschenrechte und der Meinungsfreiheit einsetzen. Die Auszeichnung soll im Dezember in Strassburg überreicht werden.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Ursula Keller  (Note)
    Man muss sich immer auf dem Laufenden halten: Die Uiguren wurden alle nach Hause geschickt. Nicht gelesen im SRF-Artikel "Umerziehung der Uiguren Freiheit mit Fesseln für die «Terroristen»"?
    1. Antwort von Christa Wüstner  (Saleve2)
      am 18.10. FAZ, Tausende Uiguren werden in Umerziehungslagern in
      Xinjiang interniert. Jetzt gibt es auch die Regierung zu ...
    2. Antwort von Christa Wüstner  (Saleve2)
      Vielleicht ist der Arte Beitrag auf Grund der Verleihung noch sehr interessant: China: die Uiguren - ein Volk in Gefahr. Im Internet nachlesbar.
  • Kommentar von Bendicht Häberli  (bendicht.haeberli)
    Durch dieses doppelzüngige Verhaltensmuster können sich Minderheiten NIE aus ihrer misslichen Situation befreien. Tothi den Sacharow-Preis zu vergeben ist richtig. Aber die Chinesen wegen ihren schwerwiegenden Menschendrangsalierungen (nebst Uiguren, Tibeter, Kasachen, Russen) zu kritisieren und gleichzeitig mit Ihnen Milliardengeschäfte abzuwickeln ist unehrlich, unethisch und verlogen. Aber eben - so läuft es auf der Kugel!!
  • Kommentar von A. Keller  (eyko)
    Ich gratuliere Ilham Tohti für den wohlverdienten Sacharow-Preis. Erst Lager, Umerziehung, Zwangsarbeit,sie werden einer regelrechten Gehirnwäsche unterzogen . Seit mehr als einem Jahr wächst international der Druck auf die chinesische Führung, die inzwischen mehr als eine Million Muslime in Lagern in Xinjiang interniert haben soll. Auch Minderheiten haben ein Recht auf ihre eigene Tradition und Kultur. China verstösst gegen die Menschenrechte und Meinungsfreiheit im eigenen Land willkürlich.