Einspruch abgelehnt: Prozess gegen Infantin Cristina geht weiter

Obwohl Staatsanwaltschaft und Verteidigung das Verfahren wegen Steuerbetrugs einstellen wollten, wird weiter gegen die Schwester von König Felipe VI. ermittelt. Die Klage einer Anti-Korruptionsgruppe macht es möglich.

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Bildlegende: Infantin Cristina bleibt der Prozess nicht erspart. Ihr drohen bis zu acht Jahren Haft. Keystone

Der Prozess gegen die spanische Infantin Cristina wegen Beihilfe zum Steuerbetrug wird fortgesetzt: Das Gericht in Palma de Mallorca wies Anträge von Verteidigung und Staatsanwaltschaft ab, das Verfahren einzustellen.
Die Staatsanwaltschaft hatte von der Schwester des spanischen Königs Felipe VI. zwar Schadenersatz gefordert, wollte aber kein Verfahren gegen sie eröffnen.

Der Ermittlungsrichter gab der Klage der Anti-Korruptionsgruppe Manos Limpias statt. Der ausgesetzte Prozess wird am 9. Februar fortgeführt.
Auch Cristinas Mann Iñaki Urdangarin ist angeklagt. Dieser soll zusammen mit einem ehemaligen Geschäftspartner sechs Millionen Euro für eine gemeinnützige Stiftung veruntreut haben, deren Vorsitzender er war.

Die Gelder sollen über Strohfirmen in die eigene Tasche geflossen sein. Eine der Firmen gehörten Cristina und ihrem Mann gemeinsam. Die Infantin beteuert jedoch, nichts von der Veruntreuung gewusst zu haben.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Infantin Cristina von Spanien vor Gericht

    Aus Tagesschau vom 11.1.2016

    Auf Mallorca hat der Prozess gegen Infantin Cristina begonnen, die Schwester des spanischen Königs Felipe. Damit steht zum ersten Mal eine direkte Verwandte des Königs vor Gericht. Cristina soll ihrem Mann bei Steuerhinterziehung geholfen haben.