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Legende: Video Angela Merkel auf Besuch in China abspielen. Laufzeit 00:17 Minuten.
Aus News-Clip vom 06.09.2019.
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Eklat beim China-Besuch Deutsche Journalisten bei Merkel-Besuch ausgeschlossen

  • Beim China-Besuch der deutschen Kanzlerin Angela Merkel ist es zu einem Eklat um die Zulassung der in Peking ansässigen deutschen Journalisten gekommen.
  • Die chinesische Seite verweigerte den Korrespondenten eine Teilnahme an der gemeinsamen Pressetreffen von Merkel und Premier Li Keqiang.
  • Bei der Pressekonferenz in der Grossen Halle des Volkes könnten aus «Kapazitätsgründen» nur die aus Deutschland mitgereisten deutschen Journalisten teilnehmen, hiess es von chinesischer Seite.

Die Zusammenkunft mit Medienvertretern war am Freitag nach ihren Gesprächen geplant. Es ist das erste Mal, dass die in China ansässigen Korrespondenten von einer solchen Pressebegegnung der deutschen Kanzlerin ausgeschlossen worden waren.

In der Delegation wurde spekuliert, ob damit vielleicht allzu kritische Fragen zur Protestbewegung in Hongkong oder zum Schicksal der muslimischen Minderheit der Uiguren, die zu Hunderttausenden in Umerziehungslager gesteckt worden sind, vermieden werden sollen.

«Nicht nachvollziehbar»

Doch wurde auf die mitreisenden Journalisten verwiesen, die trotzdem solche Fragen stellen würden. Das chinesische Vorgehen sei «nicht nachvollziehbar und entspricht aus unserer Sicht nicht den internationalen Standards», verlautete es aus Delegationskreisen. Auch Korrespondenten internationaler Medien in Peking konnten nicht teilnehmen. Erlaubt war nur die Teilnahme an dem Empfang mit militärischen Ehren.

Merkel stellt sich hinter Demokratiebewegung in Hongkong

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Merkel in China.
Legende:Keystone

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel sagte nach einem Gespräch mit Ministerpräsident Li Keqiang, die Rechte und Freiheiten der Bürger Hongkongs müssten gewährleistet werden.

Merkel warb am Freitag in Peking auch für eine friedliche Lösung des Konflikts, wie ein Regierungssprecher auf Twitter mitteilte. Demnach sagte Merkel nach dem Treffen mit Li, dass Lösungen nur im Dialog gefunden werden könnten. In Hongkong müsse alles daran gesetzt werden, Gewalt zu vermeiden.

In Hongkong gibt es seit drei Monaten Massenproteste für mehr Demokratie und gegen eine wachsende Einflussnahme Pekings. Vor ihrer China-Reise war Merkel aufgefordert worden, die Proteste in der chinesischen Sonderverwaltungszone bei ihren Treffen mit Li und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping anzusprechen.

Der Ausschluss ist ein weiteres Zeichen für die Verschlechterung der Arbeitsbedingungen ausländischer Berichterstatter in China, die vom Club der Auslandskorrespondenten in China (FCCC) beklagt wird.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Bernoulli  (H.Bernoulli)
    "Merkel warb am Freitag in Peking auch für eine friedliche Lösung des Konflikts..." - hat sie jemals in Washington für eine friedliche Lösung geworben bzw. die US-Gewalt verurteilt, die Ukrainische Regierung zurückgepfiffen usw.? Wie peinlich für den Westen solch verlogene Politiker. Wenn der Westen glaubt, solches Gerede würde die Chinesen beeindrucken oder, dass sie dies ernst nehmen, dann hat man sich im Westen schwer getäuscht.
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  • Kommentar von m. mitulla  (m.mitulla)
    Aus der Sicht Chinas bedeutet der Ausschluss gewisser Journalisten wahrscheinlich, dass sich das Land nichts aufzwingen lassen will. China hat sein eigenes Rechtsverständnis und seine eigene Kultur - und die chinesischen Werte verdienen ebensolchen Respekt wie unsere eigenen. Die kompromisslosen Forderungen der Demonstranten in Hongkong haben China schon genug in die Enge getrieben. Wer keinen Handel und Austausch möchte mit dem riesigen Reich, sollte besser zu Hause bleiben.
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    1. Antwort von Stefan Trasser  (chiggifan)
      Soso, bedeutet "wahrscheinlich". Oder auch überhaupt nicht. Und mit der Kultur hat das schon überhaupt nichts zu tun. Aber Hauptsache, China und Russland immer verteidigen und Amerika immer verteufeln.
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    2. Antwort von Andreas Müller  (Hugh Everett)
      Herr Trasser, das hat sehr wohl etwas mit der Chinesischen Kultur zu Tun. China weigerte sich hartnäckig mit Europa Handel zutreiben, bis man es den Chinesen aufgezwungen hat (siehe Opium Krieg). Diese Geschichte wurde nie aufgearbeitet und das hat nun eben zur Konsequenz, dass China sich nicht mehr alle gefallen lässt und seinen Stiel durchzieht. Sie können in den USA übrigens das gleich beobachten. Präsident Trump hat missliebige Journalisten sogar persönlich weg geschickt.
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    3. Antwort von Hans Bernoulli  (H.Bernoulli)
      Im Gegensatz zum Westen respektiert China seine eigenen Werte, mögen die aus westlicher Sich noch so problematisch sein.
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  • Kommentar von Julian R  (JuRo)
    Dass in China die Meinungs- und Pressefreiheit nicht besonders grossgeschrieben wird, sollte ja eigentlich keine Überraschung mehr sein. Für mich wirkt das unter Anderem auch als "Machtgeste" gegenüber Deutschland.

    Ich hoffe, dass bald alle Staaten auf Druck der Bevölkerung und anderer Staaten eine offene und freie Presse bekommen.
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    1. Antwort von m. mitulla  (m.mitulla)
      "Ich hoffe, dass bald alle Staaten auf Druck der Bevölkerung und anderer Staaten eine offene und freie Presse bekommen." - OK, aber nur ohne Gewalt! Ansonsten verblasst unsere Forderung nach Menschen- und Freiheitsrechten.
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