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Ban Ki Moon redet mit Frauen
Legende: Diplomatische Visite mit heiklen Folgen für die UNO: Ban Ki Moon bei Bürgern in der Westsahara. Reuters
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International Eklat zwischen Marokko und UNO

Praktisch das gesamte zivile Personal der UNO-Blauhelmoperation in der Westsahara hat das Land verlassen. Auf Anordnung von Marokko, das in der ehemals spanischen Westsahara den Ton angibt. Der UNO-Generalsekretär hatte zuvor Klartext gesprochen und einen Streit heraufbeschworen.

Als UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon kürzlich die Flüchtlingslager der Sahraouis besuchte, war er sichtlich erschüttert. Von der Welt vergessen, würden die Opfer von Afrikas ältestem Konflikt leiden, konstatierte er.

Der vierzigjährige Streit um die Zukunft der Westsahara dauert an. Die Unabhängigkeitsbewegung Polisario fordert die Unabhängigkeit der spanischen Ex-Kolonie. Marokko hat sie annektiert und will das phosphat- und vermutlich auch ölreiche Territorium behalten. Es verweigert das seit langem geforderte Referendum über dessen Zukunft.

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UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon kritisiert Besetzung
02:08 min, aus SRF 4 News aktuell vom 21.03.2016.
abspielen. Laufzeit 02:08 Minuten.

Aufschrei in Rabat

Der UNO-Chef unterstreicht nun das Selbstbestimmungsrecht der Sahraouis. Und er nennt, erstaunlich forsch, Marokkos Kontrolle über den Grossteil der Westsahara eine Besatzung. Das ist zwar völlig richtig. Doch in Rabat schreit man auf.

Es gibt Massendemonstrationen mit zehn-, ja hunderttausenden von Teilnehmern gegen den UNO-Chefdiplomaten. Ban sei nicht neutral, tobt die Regierung. Sein geplanter Besuch in Marokko wurde abgesagt. Das Königreich streicht die finanzielle Unterstützung für die UNO-Blauhelmtruppe in der Westsahara, die Minurso, und verlangte, dass binnen Tagen das zivile UNO-Personal abgezogen wird.

Audio
Flammt Westsahara-Konflikt wieder auf?
04:46 min, aus Echo der Zeit vom 19.03.2016.
abspielen. Laufzeit 04:46 Minuten.

Bans mächtige Gegenspieler

Die UNO-Mission ist nun teilamputiert. Dennoch hat der Weltsicherheitsrat nach einer stundenlangen Dringlichkeitssitzung am Ende nichts beschlossen. Denn Marokko hat in dem Rat mächtige Verbündete; die USA, Russland, Frankreich.

Der Sicherheitsrat lässt den Generalsekretär also im Regen stehen. Doch dieser lässt nicht locker, nimmt seine Kritik an Marokko nicht zurück. Heute will Ban die Sicherheitsratsmitglieder davon überzeugen, endlich Druck zu machen für eine Lösung des jahrzehntealten Konfliktes.

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Barbara Weingartner  (bewg)
    1976 - 2016 40 Jahre Exil - 40 Jahre marokkanische Besetzung „Westsahara - Referendum jetzt!“ Die Schweizer Unterstützungskomitees für die Sahrauis fordern in einer Petition vom UN-Sicherheitsrat die unverzügliche Durchführung des Referendums für Selbstbestimmung in der Westsahara . Es ist an der Zeit, eine Lösung für den Konflikt um die Westsahara zu finden. Unterschreibt die Petition www.westernsahara-referendum.org DANKE.
  • Kommentar von Denise Casagrande  (Future)
    Egoismus "par excellence"! Wo sind sie denn die vielen, reichen, angeblich friedfertigen Religionsgemeinschaften (Christen, Muslime, Juden, etc) jetzt, wo seit Monaten hunderttausende Menschen Hilfe nötig hätten?? Es geht den meisten grossen Religionen, einzig und allein um MACHT und MACHT-Vergrösserung!! Das hat mit echtem GLAUBEN nichts, gar nichts zu tun und ist der Spiegel der Scheinheiligkeit!!
  • Kommentar von Franz NANNI  (Aetti)
    Es sind die Nahoststaaten selber sowie die afrikanischen Staaten, die den Migrantenstrom verursachen aus reiner privater Habgier.. HABGIER!