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«El Mencho» Mexiko bestätigt Tod von Drogenboss – Sieben Tote bei Einsatz

  • Er galt als mächtigster Drogenboss von Mexiko – nun ist Nemesio Oseguera Cervantes, auch genannt «El Mencho», tot.
  • Das teilt das mexikanische Verteidigungsministerium mit. Er sei von Sicherheitskräften getötet worden.
  • Cervantes hatte 2011 das Drogenkartell «Jalisco Nueva Generacion» gegründet.

«El Mencho» wurde bei der Operation schwer verletzt und starb, als er auf dem Luftweg nach Mexiko-Stadt transportiert wurde, hiess es in der offiziellen Mitteilung. Bei dem Einsatz in der Gemeinde Tapalpa im westlichen Bundesstaat Jalisco seien zudem zwei mutmassliche Mitglieder des Kartells Jalisco Nueva Generación festgenommen worden. Drei Soldaten wurden demnach verletzt und mussten dringend in ein Krankenhaus gebracht werden.

Die Operation löste eine starke Reaktion von mutmasslichen Bandenmitgliedern aus, wie der Gouverneur des Bundesstaates Jalisco auf X mitteilte. In mehreren Bundesstaaten, darunter in Michoacán, Aguascalientes, Tamaulipas und Guanajuato, wurden Strassen mit brennenden Autos, Lastwagen und Bussen gesperrt.

Verbrannter Bus hinter Absperrband auf Strasse in Zapopan.
Legende: Auch in Guadalajara wurden Fahrzeuge in Brand gesetzt, nachdem der Tod des Kartellchefs «El Mencho» bekannt wurde. AP Photo/Alejandra Leyva

Auch wurden Feuer in Apotheken und kleinen Einzelhandelsgeschäften gelegt. In der von Touristen beliebten Stadt Puerto Vallarta an der Pazifikküste waren in Videos brennende Autos und grosse schwarze Rauchwolken zu sehen, die zwischen den Gebäuden aufstiegen. Die Behörden riefen die Menschen dazu auf, sich in Sicherheit zu bringen.

USA hatten eine Belohnung von 15 Millionen US-Dollar ausgesetzt

Die US-Regierung hatte das extrem gewalttätige Drogenkartell von «El Mencho» als ausländische Terrororganisation eingestuft. Das von ihm geführte Verbrechersyndikat ist nach Angaben der US-Behörden eine transnationale Organisation mit Verbindungen bis nach China und Australien. Neben dem Handel mit Fentanyl ist sie demnach auch in Erpressung, Schleusung von Migranten, Diebstahl von Öl und Mineralien sowie Waffenhandel verwickelt.

Der Drogenboss mit einer Vorliebe für Hahnenkämpfe

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Mann in Anzug spricht neben Belohnungsplakat mit Fotos gesuchter Personen.
Legende: IMAGO / Newscom World

«El Mencho» wurde 59 Jahre alt. Er wurde am 17. Juli 1966 in Aguililla geboren, einer armen Gemeinde im westlichen Bundesstaat Michoacán. In der mexikanischen Unterwelt wurde er wegen seiner Vorliebe für Hahnenkämpfe der «Herr der Hähne» genannt. Sein weiterer Spitzname, «El Mencho», soll eine Ableitung seines Vornamens Nemesio sein. Zahlreiche Narco-Lieder, «narcocorridos» genannt, feiern seine kriminellen Machenschaften.

Nach Angaben des US-Finanzministeriums ist Oseguera seit den 1990er Jahren in den Drogenhandel verwickelt. 1994 wurde er in Sacramento im US-Bundesstaat Kalifornien wegen Heroinschmuggels verhaftet. Nach drei Jahren Gefängnis wurde er nach Mexiko abgeschoben – und heuerte im westlichen Bundesstaat Jalisco als Polizist an

Später schloss er sich dem Milenio-Kartell an, eines der ersten mexikanischen Verbrechersyndikate, die mit synthetischen Drogen handelten. Er arbeitete dabei mit dem Sinaloa-Kartell des Drogenbosses Joaquín «El Chapo» Guzmán zusammen. Später kam es zur Abspaltung und Gründung des CJNG-Kartells. Unter Osegueras Führung entwickelte es sich rasch zu einer der mächtigsten kriminellen Organisationen Mexikos.

«El Mencho», der ein unauffälliges Leben führte, soll ein Milliardenvermögen besitzen und Geld mit Immobilien, Viehzucht und Musikgeschäften gewaschen haben. Regionale Musikgruppen haben Lieder über ihn komponiert. In den sozialen Netzwerken kursieren immer wieder mutmassliche Propagandavideos des Kartells. Darin sind schwer bewaffnete Männer in Kampfuniformen zu sehen, die sich als «Leute von Señor Mencho» bezeichnen.

Washington hatte eine Belohnung von 15 Millionen US-Dollar (rund 11,6 Mio. Schweizer Franken) auf «El Mencho» ausgesetzt. Die US-Regierung reagierte auf die Nachricht seiner Tötung über den stellvertretenden US-Aussenminister Christopher Landau. Einer der «blutigsten und rücksichtslosesten Drogenbosse» sei getötet worden, schrieb er auf der Plattform X. «Das ist eine grossartige Entwicklung für Mexiko, die USA, Lateinamerika und die ganze Welt. Die Guten sind stärker als die Bösen

SRF4 News, 22.02.26, 21 Uhr ; 

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