Darum geht es: Nemesio Oseguera Cervantes, auch «El Mencho» genannt, ist tot. Das teilt das mexikanische Verteidigungsministerium mit. Der Kartellchef galt als mächtigster Drogenboss von Mexiko. Er erlag am Sonntag nach einem Militäreinsatz zu seiner Festnahme im westlichen Bundesstaat Jalisco seinen Verletzungen. Der 59-Jährige war der Anführer des extrem gewalttätigen Drogenkartells Jalisco Nueva Generación. Der Ex-Polizist führte das von ihm gegründete Kartell seit 2011. Die Organisation gilt in Mexiko als das gebietsweise am weitesten verbreitete Kartell.
Das passierte seither: Die Tötung des 59-Jährigen durch das Militär löste in Mexiko eine Welle der Gewalt aus. Präsidentin Claudia Sheinbaum rief die Bevölkerung auf X zur Ruhe auf, während die Sicherheitskräfte in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt wurden. In Bundesstaaten wie Jalisco, Michoacán und Guanajuato wurden Strassen durch brennende Fahrzeuge blockiert. Zudem wurden Stützpunkte der Nationalgarde attackiert, wie örtliche Medien berichteten. Es soll dabei Tote und Verletzte gegeben haben. Bandenmitglieder setzten in mehreren Bundesstaaten Autos, Banken, Tankstellen und Läden in Brand. Diplomatische Vertretungen mehrerer Länder forderten ihre Bürger in Mexiko zu erhöhter Wachsamkeit auf. Unter anderem wurde vor Gewalttaten in den beliebten karibischen Urlaubszielen Cancún, Cozumel und Tulum gewarnt.
So viele Opfer gab es bisher: Bei dem Militäreinsatz gegen «El Mencho» kamen nach Angaben des Verteidigungsministeriums sieben Bandenmitglieder ums Leben, darunter der Drogenboss. Er erlag seinen Verletzungen, als er nach Mexiko-Stadt geflogen wurde. Laut den Behörden seien zudem mindestens sieben Angehörige der Nationalgarde getötet worden.
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Bild 1 von 3. Eine Luftaufnahme zeigt Rauchwolken in Puerto Vallarta, Mexiko. Die Tötung von «El Mencho» löste eine Welle der Gewalt und Strassenblockaden in ganz Mexiko aus. Bildquelle: EPA / Gerardo Santillan.
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Bild 2 von 3. Nicht einmal nach der Festnahme des berüchtigten Drogenbosses Joaquín «El Chapo» Guzmán, des Anführers des Sinaloa-Kartells, im Jahr 2016 war es in Mexiko zu ähnlichen Gewaltvorfällen gekommen. Bildquelle: AP Photo / Armando Solis .
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Bild 3 von 3. Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum rief die Bevölkerung via X zur Ruhe auf. Bildquelle: REUTERS / Henry Romero (Archiv).
Das bedeutet die Gewaltwelle für die bevorstehende Fussball-WM: Aus Sicherheitsgründen strichen oder leiteten Fluggesellschaften Flüge um, darunter Verbindungen nach Puerto Vallarta, einer touristischen Stadt an der Pazifikküste, die auch von der Gewaltwelle betroffen ist. Zu Zwischenfällen kam es ebenfalls in der Stadt Guadalajara, die einer der drei mexikanischen Austragungsorte der Fussball-Weltmeisterschaft 2026 ist. Mexiko richtet das Turnier ab Juni gemeinsam mit den USA und Kanada aus.
Darum sind die USA involviert: Die US-Regierung hat das Drogenkartell von «El Mencho» als ausländische Terrororganisation eingestuft und hatte eine Belohnung von 15 Millionen US-Dollar für dessen Ergreifung ausgesetzt. Die US-Behörden haben laut dem mexikanischen Verteidigungsministerium im Rahmen der bilateralen Zusammenarbeit mit Informationen zum Einsatz gegen «El Mencho» am Sonntag beigetragen. US-Präsident Donald Trump forderte Mexiko in der Vergangenheit auf, mehr gegen den Schmuggel von Fentanyl zu unternehmen, und drohte mit höheren Zöllen oder einem einseitigen Militäreinsatz, sollte das Land keine Ergebnisse vorweisen.