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International Ende der Eiszeit – aber Differenzen bleiben

US-Präsident Barack Obama hat Kubas Staatschef Raúl Castro zu mehr politischen Reformen in dem sozialistischen Karibikstaat ermuntert. «Alles was sich ändern sollte, ist exklusive Sache der Kubaner», betonte seinerseits Staatschef Raúl Castro.

Legende: Video Obama auf Kuba abspielen. Laufzeit 01:52 Minuten.
Aus Tagesschau vom 21.03.2016.

US-Präsident Barack Obama hat nach einem Treffen mit Kubas Präsident Raúl Castro von einem neuen Kapitel in der Beziehung zwischen den USA und Kuba gesprochen. Er lobte den offenen Geist Castros.

Es bestünden aber noch erhebliche Differenzen bei gewissen Themen. Obama rief Castro zu mehr politischen Reformen in dem sozialistischen Karibikstaat auf. «Amerika glaubt an die Demokratie», sagte Obama bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Kubas Hauptstadt Havanna. Dazu gehöre auch die Meinungsfreiheit.

Staatschef Raúl Castro verbat sich eine Einmischung in innere Angelegenheiten. «Alles was sich ändern sollte, ist exklusive Sache der Kubaner», betonte er.

Direktflüge noch in diesem Jahr

Auf Spanisch sagte Obama angesichts des ersten Besuchs eines US-Präsidenten in Kuba seit 88 Jahren: «Es un nuveo día» («Das ist ein neuer Tag»). Es werde nun ein neues Kapitel in den gemeinsamen Beziehungen aufgeschlagen. «Wir bewegen uns nach vorn und schauen nicht zurück.»

Er kündigte weitere Schritte für eine Annäherung der langjährigen Feinde an: So werde American Airlines noch in diesem Jahr Direktflüge von den USA nach Kuba aufnehmen. Obama betonte jedoch auch die Eigenständigkeit des Karibikstaates: «Die Zukunft der Kubaner wird von den Kubanern entschieden, von niemandem sonst.»

Legende: Video Einschätzungen von Peter Düggeli abspielen. Laufzeit 01:37 Minuten.
Aus Tagesschau vom 21.03.2016.

Castro seinerseits habe in seiner Rede gar nichts zu politischen Veränderungen gesagt, so SRF-Korrespondent Peter Düggeli in Havanna. Obamas Strategie sei hier eine ganz andere: «Er will die Kubaner weiter in die Weltgemeinschaft integrieren – sie in die USA einladen, dass sie dort arbeiten oder ein Bankkonto eröffnen können. Durch diese Integration hofft er, dass sie früher oder später dann selber für mehr Demokratie und Menschenrechte kämpfen werden.»

«Differenzen mit USA bleiben»

Raúl Castro forderte nach dem Gespräch mit dem US-Präsidenten, dass die USA den Militärstützpunkt Guantánamo verlassen müssten.

Die tiefgreifenden Meinungsunterschiede zwischen Kuba und den USA werden nach den Worten von Castro zudem nie verschwinden. Dies gelte insbesondere, solange die USA in der Frage der Menschenrechte an ihrer Doppelmoral festhielten, sagte Castro vor Journalisten nach einem ersten Treffen mit US-Präsident Barack Obama.

Eine grössere Zusammenarbeit könne es geben, wenn die USA ihr 54 Jahre altes Handelsembargo gegen die Insel aufheben würden.

«Keine politischen Gefangenen»

Staatschef Castro hat den Vorwurf zurückgewiesen, es gebe politische Gefangene in Kuba. «Geben Sie mir die Liste der politischen Gefangenen, um sie freizulassen», sagte er an der Pressekonferenz auf eine Journalisten-Frage. Der Sprecher der Kubanischen Kommission für Menschenrechte kündigte an, er stelle eine solche Liste gerne zur Verfügung.

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