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Entscheid der Parteispitze ANC fordert Präsident Zuma zum Rücktritt auf

Legende: Video ANC fordert Zuma zum Rücktritt auf abspielen. Laufzeit 1:32 Minuten.
Aus Tagesschau vom 13.02.2018.
  • Die südafrikanische Regierungspartei ANC hat Präsident Jacob Zuma offiziell zum Rücktritt aufgefordert.
  • Die Mitglieder des ANC haben ihm gemäss Parteichef Magashule allerdings keine Frist gesetzt.
  • Der 75-jährige Staatschef will sich voraussichtlich morgen Mittwoch zu den Forderungen äussern.

Zuma müsse im Interesse des Landes rasch seinen Amtsverzicht erklären, sagte ANC-Generalsekretär Ace Magashule. Dies sei das Ergebnis einer 13-stündigen Marathonsitzung des erweiterten Parteivorstands.

Zuma habe dem Vorstand angeboten, innerhalb von drei bis sechs Monaten zurückzutreten. Dies sei jedoch abgelehnt worden, um Südafrikas gegenwärtige Phase der «Unsicherheit und Angst» rasch zu beenden. Zuma sei kein klares Ultimatum gestellt worden, sagte Magashule. Der erweiterte Parteivorstand halte dies allerdings für eine dringliche Angelegenheit, «deshalb muss sie auch dringend behandelt werden», so Magashule weiter. Parteichef Cyril Ramaphosa, der im November 2017 den Parteivorsitz von Zuma übernommen hatte, solle auch neuer Staatspräsident werden.

Zuma werde sich voraussichtlich am Mittwoch äussern. Sollte er sich allerdings weigern zurückzutreten, könnte er auch durch ein Misstrauensvotum gestürzt werden. Dafür reicht die einfache Mehrheit im Parlament. Zuma hat schon mehrere Misstrauensabstimmungen überlebt, jedoch wurde die Schar seiner Unterstützer immer geringer. Der ANC hat noch nicht entschieden, ein solches Votum zu beantragen. Allerdings steht am 22. Februar ein von der linken Partei EEF eingebrachtes Misstrauensvotum an.

Schon lange unter Druck

Jacob Zuma steht wegen Korruptionsvorwürfen seit langem unter Druck. Unter anderem geht es um ein milliardenschweres Rüstungsgeschäft während seiner Zeit als Vizepräsident in den 1990er-Jahren. Er selbst hat bisher an seinem Amt festgehalten.

Legende: Video ARD-Korrespondent Heiner Hoffmann abspielen. Laufzeit 2:01 Minuten.
Aus Tagesschau vom 13.02.2018.

ANC-Parteichef Cyril Ramaphosa hatte den 75-jährigen Zuma im Dezember an der Parteispitze abgelöst. Er ist der gegenwärtige Vizepräsident Südafrikas. Zuma amtet seit 2009 als südafrikanischer Staatschef. Seine Amtszeit läuft offiziell noch bis Mitte 2019.

Überlebenskünstler Zuma

Zuma gilt als hartnäckiger Überlebenskünstler: Er sass als junger Mann im rassistischen Apartheidstaat jahrelang im Gefängnis, danach ging er für den bewaffneten Widerstand ins Exil und wurde ANC-Geheimdienstchef. Bei politischen Auftritten begeistert der 75-Jährige die Massen manchmal auch mit Gesang und Tanz.

Zumas Amtszeit gilt als die am meisten von Skandalen überschattete Präsidentschaft der jungen südafrikanischen Demokratie.

8 Kommentare

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  • Kommentar von D. Schmidlin (Querenlife)
    Schon wieder so ein Rücktrittsverweigerer. Vielleicht hat er sich ja mit Gianni Infantino abgesprochen. Das ist auch so ein Rücktrittsverweigerer.
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  • Kommentar von Christophe Bühler ((Bühli))
    Ich hoffe für das einstmals reiche Musterland SA, dass die Korruption verschwindet und alle (Schwarz und Weiss) in Wohlstand leben können. Geht Zuma ins Gefängnis kann dies ein guter Anfang dazu sein.
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  • Kommentar von Daniel Bucher (DE)
    Südafrika, es kommt wie erwartet. Korruption grassiert, das Land stagniert. Der Präsident richtet sich eine Luxuslodge auf Staatskosten ein. Zuma hat es in ein paar Jahren vom Nobody zum Multimillionär gebracht- Auch seine Familie profitiert entsprechend. Gleich wie bei Mandela, welcher nach einigen Jahren an der Spitze des Landes ebenfalls als Multimillionär in den Ruhestand trat, nachdem er mittellos (aus dem Gefängnis) dessen Führung übernahm. Der Niedergang geht weiter.
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    1. Antwort von Franz NANNI (igwena ndlovu)
      J'ein....auch Cyril Ramaphosa ist Multimiliardaer.. in 22 Jahren kann viel passieren aber verdient wurde "es" nicht, aber nichtsdestotrotz, SA ist auf einem guten Weg, es braucht halt Zeit ... es ist kein Niedergang, es ist Aufbruch. Die Menschen haben komplet zum Wohlstand "konvertiert" natuerlich gibt es arm aber wenn man die Augen aufmacht sieht man den Wohlstand selbst im miesesten Shack.. (Huette)
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    2. Antwort von Franz NANNI (igwena ndlovu)
      2tens Dem Durchschnitt geht es gut, JedeR aber auch wirklich Jeder hat TV , Soundsystem, Haendy, Fridge Kochherd Microwave etc, und hinter jedem 2ten Shack steht ein Auto.. Med Versorgung frei.. Schulen stetig verbessernd.. also ein Land im Aufbruch! Die neue Generation hat Bildung und es wird bald schwierig sein, Handlanger zu bekommen.. Selbst der Rand erholt sich, entgegen meinen Wuenschen..:-), und die weisse "moechte gerne Elite...".. entweder Integration oder "looser"
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    3. Antwort von Franz NANNI (igwena ndlovu)
      Ich lebe in SA, bin mit einer Schwarzen verheiratet und bin regelmaessig in den "Suburbs" wo meine Familie lebt.. durch den Vater meiner Frau (Pfarrer) habe ich Zugang zu allen Schichten und so verstehe ich die Neinsager einfach nicht, Natuerlich sind die Verhaeltnisse viel einfacher nicht soo luxurioes wie in Europa, aber besser als bei 90% der Weltbevoelkerung! Und das ist schon was! Ich jedenfalls glaube (nein weis) an die Zukunft Suedafrikas!
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