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«Er ist nicht unser Zar» Mehr als tausend Festnahmen bei Anti-Putin-Protesten

  • Zu den Demonstrationen aufgerufen hat Oppositionspolitiker Alexej Nawalny. Die Polizei hatte ihn in Moskau zwischenzeitlich festgenommen.
  • Das Bürgerrechtsportal OVD-Info berichtet von etwas 1'350 Festnahmen, davon allein knapp 600 in Moskau. Die Polizei hingegen spricht nur von 300 Festnahmen in Moskau.
  • In mehr als 90 Grossstädten des Landes fanden Aktionen statt. Zu Putins Amtseinführung 2012 waren die Proteste allerdings stärker gewesen.
Video
Demonstrationen gegen Putin
Aus Tagesschau vom 05.05.2018.
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Nawalny hatte seine Anhänger landesweit zu Demonstrationen unter dem Motto «Er ist nicht unser Zar» aufgerufen. Die Proteste richten sich gegen den Präsidenten Wladimir Putin, gegen Korruption und Internetzensur in Russland.

Nach Angaben der Bürgerrechtsorganisation OVD-Info wurden russlandweit mehr als tausend Demonstranten festgenommen.

Demonstrationen wurden nicht genehmigt

Nawalny, der bei der Präsidentenwahl im März nicht kandidieren durfte, hatte zu landesweiten Protesten gegen Putins bevorstehende Amtseinführung aufgerufen. Die geplanten Massenkundgebungen in Moskau und St. Petersburg sind von den Behörden nicht genehmigt worden.

Die Polizei ging mit Tränengas gegen die Teilnehmer einer Demonstration in Moskau vor. Augenzeugen zufolge kam es zu Zusammenstössen zwischen Oppositionellen und Kreml-Anhängern.

Nawalny wieder frei

Auch Nawalny selbst wurde zwischenzeitlich in Moskau festgenommen. Laut eigener Aussage ist er wieder auf freiem Fuss. Die Polizei habe ihn kurz nach Mitternacht gehen lassen, erklärte der Kremlkritiker auf Twitter.

Ihm werde die Organisation einer öffentlichen Veranstaltung und Widerstand gegen die Polizei vorgeworfen. Eine Anwältin seiner Stiftung zur Bekämpfung von Korruption sagte der russischen Nachrichtenagentur Interfax, ein Moskauer Gericht werde sich am 11. Mai mit dem Fall befassen.

Alexey Nawalny

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Alexej Nawalny
Legende: Reuters

Alexej Nawalny ist ein russischer Rechtsanwalt und führender oppositioneller Aktivist. Er ist nationalistisch-demokratisch eingestellt und erlangte spätestens seit 2009 eine grosse Popularität unter Bloggern und Lesern seines Blogs.

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67 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Bernoulli  (H.Bernoulli)
    Dass es eine Bürgerrechtsgruppe wie die OVD in Russland gibt, ist doch schon mal bemerkenswert, wenn man sieht, was diese Gruppe auf ihrem Portal (in Deutsch) so schreibt. Sieht nicht nach einem allzu repressiven Staat aus, in dem dies möglich ist.
  • Kommentar von Luzius Brotbeck  (LuziBrot)
    Fakt ist: Stadtverwaltung Moskaus hatte Nawalnys Demo auf dem Sacharow-Prospekt (liegt ebenfalls im Zentrum) erlaubt. Er rief hingegen zu einem "Marsch" auf der Twerskaja-Straße auf, wofür es keine Bewilligung gab, deswegen wurde er, von Polizei vorübergehend festgenommen. Hingegen wurde bei heutigen Anti-Regierungs-Demo (übe die SRF nicht berichtet!) der Links Front des Oppositionellen Sergej Udalzow auf dem Suworow-Platz, niemand verhaftet, weil sich die Teilnehmenden an Genehmigung hielten.
    1. Antwort von Hans Bernoulli  (H.Bernoulli)
      Nawalnys Verhalten deutet darauf hin, dass er mediale Aufmerksamkeit sucht. Auch schon bei anderen Protestkundgebungen hat er geschickt agiert, um möglichst starke Überschriften und Bilder in der westlichen Presse zu provozieren. Wenn man seine Geldgeber anschaut, dürften viele Russen sein Spiel durchschaut haben und ihn als Agent des Westen sehen. Für seine Geldgeber ist er womöglich einfach gut darin, für die westliche Presse Anti-Putin-Schlagzeilen auszulösen.
  • Kommentar von Paul Soltermann  (ps)
    Dem Navalny und seiner Gefolgschaft ist positiv anzurechnen, dass sie sich seit langem im eigenen Land und nicht von einem Exil aus bemerkbar machen koennen. Allerdings spricht diese Tatsache auch fuer Putin als deren gewaehlter 'Zahr'. Es braucht eben doch viel Ausdauer, Klugheit und Haerte um dieses Land, die Russen, ueber mehrere Amsperioden fuehren zu koennen. Fb&Tw sind eine Realitaet und noch ist kein Gegengift dazu erfunden worden.