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Zweiter Tag der türkischen Offensive
Aus Tagesschau vom 10.10.2019.
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Erdogan reagiert auf EU-Kritik «Wir werden 3.6 Millionen Flüchtlinge nach Europa schicken»

  • Präsident Tayyip Erdogan sagte am Donnerstag, er wolle Flüchtlinge nach Europa schicken, wenn europäische Länder die militärische Offensive des Landes auf Syrien als Besatzung bezeichnen.
  • «Wir werden die Tore öffnen und 3.6 Millionen Flüchtlinge auf ihren Weg schicken», sagte Erdogan in einer Rede vor den Abgeordneten seiner AK-Partei.

Die EU hatten die Türkei umgehend aufgerufen, die Offensive einzustellen. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker warnte davor, dass sich die EU nicht finanziell beteiligen wird, um Ankara bei der Einrichtung einer Sicherheitszone zu unterstützen.

EU will nicht für eine Sicherheitszone bezahlen

Juncker räumt zwar ein, dass die Türkei an ihrer Grenze zu Syrien Sicherheitsbedenken hat, sagt aber: «Wenn der türkische Plan die Schaffung einer so genannten Sicherheitszone vorsieht, erwarten Sie nicht, dass die Europäische Union dafür bezahlt».

Die EU zahlt der Türkei sechs Milliarden Euro um das Land bei der Bewältigung von fast vier Millionen syrischen Flüchtlingen auf ihrem Territorium zu unterstützen. Im Gegenzug dafür, dass die Türkei Migranten daran hindert, in die EU einzureisen. Aber Ankara sucht mehr Geld, in der Sorge dass Tausende von Syrern bald die Grenze überschreiten könnten.

Einberufung des UNO-Sicherheitsrats

Die türkische Offensive stösst international auf scharfe Kritik. Regierungen und Institutionen fordern den sofortigen Stopp. Am Donnerstagvormittag (Ortszeit) will sich der UNO-Sicherheitsrat in New York mit dem Vorgehen der Türkei beschäftigen.

Deutschland habe im Auftrag der fünf EU-Mitgliedsländer des Rates – neben Deutschland sind das Polen, Belgien, Frankreich und Grossbritannien – beantragt, dass das Thema in einer Sitzung angesprochen werde, hiess es aus Diplomatenkreisen.

Russland zeigt Verständnis

Russland wertet die Militäroffensive der Türkei in Nordsyrien als berechtigten Schritt Ankaras zum Schutz der eigenen Grenzen. «Seit Beginn der Syrien-Krise haben wir deutlich gemacht, dass wir die berechtigten Sorgen der Türkei um die Sicherheit der eigenen Grenzen verstehen», sagte Russlands Aussenminister Sergej Lawrow. Diese Haltung Moskaus habe sich nicht geändert, zitierte die Nachrichtenagentur Interfax Lawrow bei einem Besuch in der turkmenischen Hauptstadt Aschchabad.

Vor Beginn der türkischen Militäroffensive gegen die Kurdenmilizen in Nordsyrien hatte Erdogan den Kreml über seine Pläne informiert. Russlands Staatschef Wladimir Putin forderte nach Kreml-Angaben in dem Telefonat, die Türkei müsse die Lage sorgfältig abwägen, um die Anstrengungen bei der Lösung des Konflikts nicht zu gefährden. Beide Seiten seien sich einig gewesen, dass die Einheit und territoriale Unversehrtheit Syriens gewahrt bleiben müsse.

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134 Kommentare

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  • Kommentar von Franz NANNI  (igwena ndlovu)
    Wer heute noch Ferien fuer die Tuerkei bucht unterstutzt dadurch diesen Voelkermord an den Kurden.. direkt... (dortige Hotes zahlen auch Steuern.. und die Geschaefte...)
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  • Kommentar von Marco Ehmke  (MarcoEh)
    Die „böse Türkei“... würde sagen die USA hinterlässt erneut verbrannte Erde mit ihrem Rückzug. Zuerst haben die dortigen Kurden gegen den IS unterstützt und nun macht man Platz, damit die Türkei ihre Sicherheitszone errichten kann. Zerstören war halt schon immer einfacher als Frieden zu etablieren. Ein Beispiel mehr... Afghanistan, Irak, Syrien etc. Destabilisierung, Eigeninteressen... man mag das nicht gerne hören, aber Menschenrechte stehen da (leider) kaum im Vordergrund.
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  • Kommentar von Peter König  (Vignareale)
    Ja die Kurden brauchen einen eigenen Staat der ist seit Ende
    Des Ersten Weltkriegs überfällig
    es ist Flickarbeit für den ganzen Orient aber ohne diese Aufarbeitung wird weder im nahen Osten inkl Palestina und Israel noch im Rest des zerschlagenen Osmanischen Reichs, kein Frieden einkehren
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