Erneut US-Angriffe gegen Islamischen Staat

Die US-Luftwaffe fliegt Angriffe gegen Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) rund um Mossul im Nordirak. Die kurdischen Peschmerga-Kämpfer versuchen parallel den dortigen Staudamm zurückzuerobern. Unterstützung könnte bald auch aus Deutschland kommen.

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Deutsche Unterstützung im Irak

0:55 min, aus Tagesschau vom 16.8.2014

Der am Tigris gelegene Mossul-Staudamm ist der grösste des Landes und für die Trinkwasserversorgung und Stromerzeugung äusserst wichtig. Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hatten den Staudamm Anfang August erobert. Nun haben kurdischen Peschmerga-Milizen zur Rückeroberung eine Bodenoffensive gestartet – mit Hilfe der USA. Der östliche Teil des Staudamms sei bereits eingenommen worden, sagte ein kurdischer Generalleutnant.

Luftschläge der USA

Die US-Luftwaffe flog unterdessen Luftangriffe gegen Stellungen des IS. Mindestens 20 IS-Kämpfer seien dabei getötet worden, berichteten kurdische Soldaten. Die Luftangriffe hätten sich auf Ziele nahe dem Mossul-Staudamm nördlich der Stadt konzentriert.

Die IS-Kämpfer hatten den Staudamm am 7. August erobert und damit die Kontrolle über die Wasser- und Stromversorgung weiter Landesteile erlangt. Zu diesem Zeitpunkt wurde der Nordirak von den IS-Kämpfern förmlich überrannt. Diese gehen brutal gegen die Zivilbevölkerung vor, insbesondere gegen Angehörige religiöser Minderheiten wie Christen und Jesiden.

Steinmeier: «Eine terroristische Mörderbande»

Derweil sicherte der deutsche Aussenminister Frank-Walter Steinmeier bei einem Kurzbesuch im Irak den Kurden Unterstützung im Kampf gegen IS zu. Er liess aber offen, ob Deutschland auch Waffen und Ausrüstung liefern wird.

Bei seiner Ankunft in Bagdad hatte Steinmeier die IS-Kämpfer des kürzlich ausgerufenen «Kalifats» als «eine terroristische Mörderbande» bezeichnet, die «versucht, sich das Land untertan zu machen». Die sunnitischen Fundamentalisten würden nicht nur den Irak bedrohen.

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IS-Kämpfer töten in Syrien

IS-Kämpfer haben nach Angaben von Aktivisten in Syrien innerhalb von zwei Wochen mehr als 700 Angehörige eines Stammes getötet. Wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte, hatte der im Osten Syriens siedelnde Stamm der Schaitat versucht, sich gegen die sunnitischen Fanatiker zu erheben.

Neues Massaker?

Im kurdisch-irakischen Autonomiegebiet hat der Vormarsch des IS Hunderttausende in die Flucht getrieben. In der Region sollen nach Angaben eines jesidischen Anwalts und zweier kurdischer Regierungsbeamter IS-Kämpfer ein Massaker angericht haben. Sie sollen etwa 80 Mitglieder der Religionsgemeinschaft in einem Dorf getötet haben.

«Sie kamen in mehreren Fahrzeugen und begannen am Nachmittag mit dem Töten«, sagte der kurdische Beamte. «Der Grund war, so glauben wir, ihr Credo: konvertiert oder werdet getötet». Dutzende Menschen seien umgebracht worden und die Frauen entführt.

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