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Ersatzwahl in Grossbritannien Er will Premier Keir Starmer ablösen – Wer ist Andy Burnham?

Andy Burnham ist der beliebteste britische Politiker und möchte Premierminister werden. Doch das ist kein Spaziergang.

Anzug und Krawatte trägt Andy Burnham fast nie. Ein breites Lächeln hat der britische Spitzenpolitiker fast immer auf den Lippen. Burnham ist gemäss einer Yougov-Umfrage der beliebteste Politiker von ganz Grossbritannien. Seine Popularität fusst auf seiner gegenwärtigen Rolle als Bürgermeister von Greater Manchester.

Er hat die Stadtbusse wieder verstaatlicht, neue Linien eröffnet und die Ticketpreise bei zwei britischen Pfund gedeckelt. Das gefällt vielen Menschen in seiner Stadt. Ausserdem hat er die Obdachlosigkeit sichtbar reduziert, neue Sozialwohnungen bauen lassen und die Berufslehre auf lokaler Ebene gefördert. Greater Manchester ist eine der dynamischsten Städte des Landes, nach London.

Person hält Mikrofon, umgeben von Menschen und Wahlplakaten.
Legende: Vor dem Wahltag am 18. Juni rührt Andy Burnham nochmals kräftig die Werbetrommel. REUTERS/Temilade Adelaja

Während der Corona-Pandemie hat sich Andy Burnham landesweit einen Namen gemacht, weil er der konservativen Regierung zusätzliches Geld abgerungen hat, um vom Lockdown betroffene Firmen zu unterstützen.

Den König des Nordens ziehts zurück nach London

Jetzt zieht es Andy Burnham zurück auf die nationale politische Bühne. Er möchte den höchst unbeliebten Labour-Chef und Premierminister Keir Starmer ablösen. Doch vorher muss er am Donnerstag seine Wahl ins britische Unterhaus schaffen.

In Makerfield, einem Wahlkreis vor den Toren Manchesters, versucht er sein Comeback. Burnham gehörte von 2008 bis 2010 schon einmal der Regierung an, und diente unter Labour-Premierminister Gordon Brown zuerst als Kultur- und danach als Gesundheitsminister.

Trotz seiner Beliebtheit als Lokalpolitiker ist Andy Burnhams Wahl ins Unterhaus kein Sonntagsspaziergang, wie ein Besuch in Makerfield zeigt. Sogar traditionell links Wählende werden Burnham ihre Stimme vorenthalten – aus Frust über Labour.

Person auf einem roten Fahrrad fährt an einem roten Backsteingebäude mit Werbeplakaten vorbei.
Legende: Wahlwerbung in Burnhams Wahlkreis Makerfield: Hier findet er aber nicht nur Unterstützerinnen und Unterstützer. Keystone/EPA/ADAM VAUGHAN

«Wir ersetzen einen Labour-Politiker durch einen anderen; einen Labour-Regierungschef durch einen anderen?», runzelt Pflegefachfrau Joanne Denton die Stirn. «Das ist eine Farce.» David Gorton begleitet seine elfjährige Tochter in den Sportunterricht und sagt im Vorbeigehen: «Ich werde aus Protest Reform-UK wählen. Ich habe genug von Labour.»

Bei kritischen Fragen verliert der Sonnyboy sein Lächeln

In Umfragen hat Andy Burnham einen knappen Vorsprung von fünf Prozent auf den rechtsnationalen Kandidaten Robert Kenyon von Reform UK. Das Rennen ist also längst nicht gelaufen.

Während Andy Burnham beim Tür-zu-Tür-Wahlkampf mit seiner lockeren und zugänglichen Art punkten kann, verliert der Sonnyboy sein Lächeln und antwortet gereizt, als ihn «BBC Newsnight»-Moderatorin Victoria Derbyshire in die Zange nimmt.

Hartnäckig fragt sie nach, wie er denn seine Dezentralisierungspläne, die Verstaatlichung von Wasser- und Stromversorgung sowie den Aufbau eines staatlichen Pflegesektors finanzieren würde. Burnham weicht aus, redet von «pragmatischen Lösungen», die «längerfristig» zu etappieren wären.

«Sie können entweder die Steuern erhöhen oder neue Schulden machen. Welche wählen Sie?», erwischt ihn die Moderatorin kalt. Burnhams Lächeln erlischt. Und er wird bissig, als ihn die Moderatorin auffordert, Labours Budgetregeln zu erläutern: «Wird das hier ein Examen über die Budgetregeln?»

Andy Burnham: Als Lokalpolitiker ist er beliebt, auf nationaler Ebene möchte er sich bald beweisen.

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Tagesschau, 12.06.2026, 19:30 Uhr;liea

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