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Magdalena Andersson könnte auf Stefan Löfven folgen
Aus SRF 4 News aktuell vom 25.08.2021.
abspielen. Laufzeit 03:02 Minuten.
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Erste Frau an Regierungsspitze Schwedens Finanzministerin ist in der «Pole Position»

Wer wird nach Stefan Löfven Regierungschef oder -chefin in Schweden? Magdalena Andersson scheint die besten Karten zu haben.

Sie könnte Geschichte schreiben: Magdalena Andersson wäre die erste Frau an der Spitze einer schwedischen Regierung. «Sie bringt die richtigen Voraussetzungen für dieses wichtige Amt mit», erklärt Nordeuropa-Korrespondent Bruno Kaufmann ihre Favoritenrolle. Als Finanzministerin sei sie in den letzten sieben Jahren die Nummer zwei gewesen, hinter dem Ministerpräsidenten.

Und: «Mit 53 Jahren ist sie politisch noch verhältnismässig unverbraucht.» Andersson habe lange im Hintergrund gewirkt. «Als Staatssekretärin, als Chefin von Schwedens mächtiger Steuerbehörde und als Finanzministerin hat sie auch wirklich Erfolge erzielt.» Finanziell und wirtschaftlich stehe Schweden trotz Coronakrise nicht schlecht da.

«Und sie ist international gut vernetzt», fügt Kaufmann an. Denn Andersson ist die EU-Vertreterin im Beirat des Internationalen Währungsfonds und ist dort auch die bisher einzige und erste Frau.

Legende: Magdalena Andersson traf bei einer Weltbanktagung 2016 auch den Schweizer Finanzminister Ueli Maurer. Keystone

Noch muss Andersson aber noch verschiedene Stellen von ihrer Kandidatur überzeugen, damit sie erste Regierungschefin Schwedens wird. «Das ist ein bisschen wie eine dreistufige Rakete», erklärt der Korrespondent.

«Intransparent wie eine Papstwahl»

Als Erstes steht eine interne Ausmarchung bei den Sozialdemokraten an. Die Partei hat lange die schwedische Politik dominiert, doch sie habe keine Tradition der internen Transparenz. «Man kann die Wahl des Parteivorsitzenden schon fast mit einer Papstwahl vergleichen», so Kaufmann. «Da dringt jeweils wenig an die Öffentlichkeit.»

Als Zweites muss Andersson am Parteikongress kommenden November gewählt und anschliessend im Reichstag bestätigt werden. Dort verfügen die Sozialdemokraten zusammen mit ihrem Koalitionspartner, den Grünen, über 116 von 349 Sitzen. «Das heisst, sie muss dort auch andere Parteien überzeugen.»

Und schliesslich muss sie in einem dritten Schritt – bei den Wahlen im September 2022 – auch die Wählerinnen und Wähler im Land von sich überzeugen.

Bisher dominierten Männer Schwedens Politik

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Legende: imago images

Schweden gilt gemeinhin als Vorreiterland in Sachen Frauenrechte und Gleichstellung. Dennoch war noch nie eine Frau an der Spitze der Regierung. Wie kommt das? «Schweden hat einen Ruf, den es vielleicht in vielerlei Beziehung gar nicht verdient», sagt Bruno Kaufmann. Er lebt mit seiner Familie in einer Kleinstadt in Schweden.

Dabei hatte Schweden schon einmal eine weibliche Staatschefin: «Das war 1718, vor über 300 Jahren. Ulrika Eleonore, die Königin, war eine absolute Monarchin.» Seither habe sich Schweden Schritt für Schritt demokratisiert. «Aber gleichzeitig waren es immer Männer, die in Parteien und in politischen Führungspositionen dominierten. Das könnte sich nun aber ändern.»

SRF 4 News, 25.08.2021, 06:20 Uhr;

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Sam Meier  (tsam39947)
    Die Überschrift "Erste Frau an Regierungsspitze" ist etwas voreilig, noch ist es ja nicht so weit.
  • Kommentar von Roger Stahn  (jazz)
    Wenn die Sozialdemokraten lange die schwedische Politik dominierte, jeweils davon jedoch wenig an die Öffentlichkeit drang, ausser, dass ev. Passanten Opfer von Schiessereien werden können, und dieselben keine Tradition der internen Transparenz aufzeigen, dann gleicht die interne Ausmarchung der Sozialdemokraten in Schweden durchaus fast einer Papstwahl. Der organisierten Kriminalität, im Grossraum Stockholm, die bisher die Regierung erfolglos bekämpfte, dürfte dieses Prozedere indes egal sein.
  • Kommentar von Daniel Häberlin  (Svensk)
    Ich finde es ja schön, dass am Ende des Artikels noch etwas zur schwedischen Geschichte gesagt wird. Allerdings ist Königin Ulrika Eleonora kein besonders gutes Beispiel, da sie schon nach zwei Jahren zugunsten ihres Mannes abdankte. Eine viel bedeutendere Herrscherin war Königin Christina. Sie dankte zwar nach über 20 Jahren auch ab, galt aber als eigenwillige und starke Persönlichkeit, unter anderem weil sie - der protestantischen Tradition Schwedens zum Trotz - zum Katholizismus übertrat.