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Erster UNO-Migrationsvertrag «Vorteile von Völkerwanderungen besser nutzen»

Legende: Audio UNO beschliesst ersten globalen Migrationsvertrag abspielen. Laufzeit 01:47 Minuten.
01:47 min, aus HeuteMorgen vom 14.07.2018.

Zum ersten Mal hat die UNO-Generalversammlung nach fast achtzehnmonatigen Verhandlungen einen weltweiten Migrationsvertrag beschlossen. Er legt Grundsätze für den Umgang mit Migranten fest, soll die Staaten zur Zusammenarbeit bewegen und definiert Migration grundsätzlich als etwas Positives. Als einziges Land lehnen die USA dieses Abkommen ab.

Migranten tragen enorm zum Wachstum bei
Autor: Antonio GuterresUNO-Generalsekretär

Ausgerechnet zu einem der zurzeit brisantesten weltpolitischen Themen, zur Migration, hatte die UNO bisher wenig zu sagen. Eine UNO-Flüchtlingskonvention gibt es seit bald siebzig Jahren; ein Abkommen über Migranten bisher jedoch nicht.

UNO-Generalsekretär Antonio Guterres ist erleichtert, dass sich das nun ändert: «Der Migrationspakt bietet der Welt die Chance, die Vorteile von Völkerwanderungen besser zu nutzen.» Für Guterres ist die Migration nicht nur unvermeidlich, sondern auch vorteilhaft: «Migranten tragen enorm zum Wachstum bei. Inzwischen sind drei Prozent der Weltbevölkerung Migranten; sie tragen jedoch zehn Prozent zum weltweiten Bruttosozialprodukt bei.»

Migrantenströme besser organisieren

Erstmals definiert ein UNO-Abkommen die Migration als etwas Positives. Es verlangt, weitaus mehr legale Zuwanderungsmöglichkeiten zu schaffen, um so die illegale Einwanderung zu reduzieren. Die Migrantenströme sollen besser organisiert und die Rechte von Zuwanderern gestärkt werden.

Allerdings schafft es, anders als manche verlangten, keine weltweite Niederlassungsfreiheit, kein Recht auf Migration. Das war im aktuellen politischen Klima nicht durchsetzbar. Das heisst: Auch weiterhin dürfen Staaten selber festlegen, wieviel Zuwanderer sind akzeptieren. Die Hoheit über die Grenzen bleibt bei den einzelnen Regierungen.

Dieses Dokument ist eine Art Handlungsrahmen, um die weltweite Zusammenarbeit bei der Migration zu stärken.
Autor: Jürg LauberSchweizer UNO-Botschafter

Das neue UNO-Abkommen ist rechtlich nicht bindend. Der Schweizer UNO-Botschafter Jürg Lauber, der zusammen mit seinem mexikanischen Amtskollegen die langwierigen Verhandlungen als sogenannter «facilitator» leitete, beschreibt es so: «Dieses Dokument ist eine Art Handlungsrahmen, um die weltweite Zusammenarbeit bei der Migration zu stärken. Es soll dazu beitragen, das Phänomen der internationalen Migration künftig besser anzugehen.»

Verabschiedung im Dezember – ohne die USA

Zeremoniell wird der erste UNO-Migrationspakt im Dezember in Marokko von fast allen Staats- und Regierungschefs verabschiedet.

Einer wird jedoch nicht dabei sein: US-Präsident Donald Trump. Sein Land distanziert sich als einziges von diesem Abkommen und weigerte sich auch, an den Verhandlungen überhaupt teilzunehmen.

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197 Kommentare

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  • Kommentar von James Klausner (Harder11)
    Ja, es ist wieder Mode, seinen Fremdenhass wie eine Auszeichnung offen zu Tragen und auch ganz Argumentfrei zu vertreten. Der Präsidenten-Darsteller der USA macht es vor. Zuerst Feuer rufen, dann anzünden, dann nachdenken... Man muss SRF um dieses Forum dankbar sein, viele Aneurysmen könnten sonst ob so viel angestauter Wut platzen, wenn hier nicht Dampf abgelassen werden könnte.
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  • Kommentar von B. Lobermann (lobermann)
    Ich persönlich finde solche Plattformen gut. Das sind auch wichtige und bewegende Themen. Grundsätzlich wie man mit der Migrations- Asylpolitik umgeht. Dennoch finde ich es sollte Platz für alle Meinungen geben. Wenn man dann MüllerHans hier die Foren überlutet und dies nur weil er überall Gegenantworten will, ist das etwas schade. Wenn er sich dann beschwert, wenn jemand ihm antwortet sagt dies alles. Warum nicht für jeden User die Kommentaranzahl auf 20 begrenzen.
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  • Kommentar von B. Lobermann (lobermann)
    Hanspeter Müller mit ihren 103. Beitrag schuldigen Sie mich an mich zu widersprechen. Dabei benutzen Sie eine wirre Anschuldigung und zitieren mich falsch. Nochmal. Sie haben bis auf einmal keine Quelle genannt. Behaupten nur. Dabei verlangen Sie von jedem der nicht Ihre Meinung teilt Quellenangabe. Das ist widersprüchlich. Und weiterhin behaupten Sie ein Interview mit einem angeblichen Historiker sei ein Beweis, dass die Geschichte um Rom nicht stimme. Das ist KEIN Beweis. Bitte um Beweise
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