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Erstes Ostern von Leo XIV. Papst trägt Kreuz bei Karfreitags-Prozession wieder selbst

  • Mit einer grossen Karfreitags-Prozession am Kolosseum in Rom hat Papst Leo XIV. bei seinem ersten Osterfest als Oberhaupt der katholischen Kirche an den Leidensweg Jesu Christi erinnert.
  • Der Pontifex, seit Mai im Amt, trug auf den Stationen des Kreuzwegs dabei selbst ein Kreuz, anders als sein Vorgänger Franziskus, der an Ostern 2025 gestorben ist.
  • Bereits am Gründonnerstag hatte Leo zwölf katholischen Priestern die Füsse gewaschen und geküsst.

Mit der Prozession am Kolosseum im Beisein Zehntausender Menschen wird an Jesu Leidensweg auf den Berg Golgotha in Jerusalem erinnert, wo er der Überlieferung nach dann hingerichtet wurde. Anders als sein Vorgänger Franziskus trug Papst Leo selbst das Kreuz auf den Stationen des Kreuzwegs. Franziskus hatte dies auch in seinen Anfangsjahren nicht gemacht, als er gesundheitlich noch dazu in der Lage gewesen wäre.

Zwei religiöse Führer in roten und schwarzen Gewändern, einer hält ein Kreuz.
Legende: Anders als sein Vorgänger Franziskus trug Papst Leo XIV. selbst das Kreuz auf den Stationen des Kreuzwegs. AP Photo/Alessandra Tarantino

An den verschiedenen Stationen wurden im Beisein des Papstes Botschaften verlesen. Mit Blick auf die heutigen Kriege hiess es in einem der Texte, jede Obrigkeit werde eines Tages vor Gott Rechenschaft ablegen müssen, wie sie die ihr verliehene Macht ausgeübt habe. Dazu gehöre «die Macht zu richten, aber auch die Macht, einen Krieg zu beginnen oder zu beenden; die Macht, zur Gewalt oder zum Frieden zu erziehen; die Macht, das Verlangen nach Rache oder nach Versöhnung zu nähren».

Leo legt mehr Wert auf Tradition und Würden

Wie bereits in seinen ersten elf Monaten im Amt hat Leo auch am Gründonnerstag deutlich werden lassen, dass er einiges anders machen will als sein Vorgänger, der ausserhalb des Vatikans viel beliebter war als hinter dessen Mauern. Teils, weil Leo nun einmal deutlich jünger und gesünder ist. Aber auch, weil er wieder deutlich mehr Wert auf Tradition und Würden legt.

So wurde die Messe zur Erinnerung ans letzte Abendmahl nicht mehr in einer römischen Sozialeinrichtung oder gar einem Gefängnis gefeiert wurde, wie zu Franziskus' Zeiten, sondern in der Papstbasilika San Giovanni in Laterano. Leo wusch dort zwölf katholischen Priestern die Füsse und küsste deren Füsse dann auch.

Franziskus hatte dafür Häftlinge und Asylbewerber besucht und dabei auch Frauen und Muslimen die Füsse gewaschen. Die Geste geht auf die Bibel zurück, wonach Jesus Christus am Vorabend seines Todes seinen Jüngern als Zeichen der Demut die Füsse reinigte.

Für den ersten US-Amerikaner an der Spitze von 1.4 Milliarden Katholikinnen und Katholiken weltweit ist es das erste Osterfest im neuen Amt. Am Sonntag wird Leo vor Zehntausenden auf dem Petersplatz den traditionellen Segen Urbi et Orbi (Der Stadt und dem Erdkreis) spenden. An Ostern wird die Auferstehung Jesu Christi gefeiert.

SRF 4 News, 03.04.2026, 22:00 Uhr ; 

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