EU greift Griechen unter die Arme

Die EU-Kommission plant zur Linderung der Flüchtlingskrise, Griechenland mit insgesamt 700 Millionen Euro zu unterstützen. Es ist das erste Mal, dass Brüssel einen Nothilfefonds zur Bewältigung einer humanitären Krise zur Verfügung stellen will.

Flüchtlinge aus Afghanistan warten Nahe eines alten Flughafens in Athen auf ihre Weiterreise. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der UNO zufolge sind derzeit Zehntausende von Flüchtlinge in Griechenland gestrandet. Keystone

Staaten wie Griechenland sollen in den nächsten drei Jahren bis zu 700 Millionen Euro für die Bewältigung der Flüchtlingskrise bekommen. Das schlug die EU-Kommission in Brüssel vor.

Vom Gesamtbetrag sollen 300 Millionen Euro schon in diesem Jahr fliessen, teilt die Brüsseler Behörde mit. Weitere 200 Millionen Euro werden jeweils in den beiden folgenden Jahren aus dem EU-Haushalt bereitgestellt. Es ist das erste Mal, dass in Brüssel ein Nothilfefonds zur Bewältigung einer humanitären Krise innerhalb der EU aufgelegt wird.

Mitgliedsstaaten und EU-Parlament müssen Fonds gutheissen

Mittel, die für Hilfe ausserhalb der EU vorgesehen sind, sollen für den Nothilfefonds nicht verwendet werden. Die Mitgliedsstaaten und das EU-Parlament müssen den Plänen noch zustimmen, die Umschichtungen im EU-Haushalt vorsehen.

Das Geld dürfte vor allem Griechenland zugute kommen, wo nach Angaben der UNO Zehntausende Flüchtlinge gestrandet sind. Am Montag hatten Hunderte an der Grenze zu Mazedonien festsitzende Migranten versucht, gewaltsam die Sperranlagen zum Nachbarland zu durchbrechen.

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Die Türke hat erstmals seit längerer Zeit Flüchtlinge aus Griechenland zurückgenommen. Am Dienstag und Mittwoch schickte Athen 267 Menschen aus Marokko, Algerien und Tunesien zurück. Die Migranten waren letzte Woche aus der Türkei zu den griechischen Inseln übergesetzt, hatten sich aber geweigert dort Asyl zu beantragen.

Griechenland auf Hilfe angewiesen

In der Hafenstadt Piräus sind am Mittwoch erneut mehr als 1000 Menschen von den Ägäisinseln angekommen. Mittlerweile warten bis zu 10'000 Flüchtlinge an der griechisch-mazedonischen Grenze auf die Weiterreise. Dies berichten griechische Medien.

Die Flüchtlinge hoffen, dass Mazedonien doch noch seinen Zaun öffnet und sie dann weiter nach Mitteleuropa gelangen können. Aus diesem Grund weigern sie sich, in Flüchtlingslager weiter südlich im Landesinnern gebracht zu werden.

Mehrere Staaten entlang der Balkanroute, darunter Mazedonien und Österreich, lassen nur noch eine begrenzte Zahl von Flüchtlingen pro Tag nach Norden weiterziehen.

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