EU will neue Designerdrogen schneller verbieten

Das Angebot an Designerdrogen ist unübersichtlich – und es werden täglich mehr. Täglich kommen in Europa zwei neue Substanzen auf den Markt. Sie zu verbieten, kann bis zu zwei Jahre dauern. Das will die EU-Kommission nun ändern.

Viviane Reding, Vize-Präsidentin der EU-Kommission. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Viviane Reding, Vize-Präsidentin der EU-Kommission, stellte in Brüssel die Pläne vor. Keystone

Sie sind getarnt als Badesalz oder Pflanzendünger, tragen verheissungsvolle Namen wie Love, Be Happy oder Diamond – und sind gefährlich: Designerdrogen. Oftmals weiss der Käufer nicht, wie viel von den gefährlichen Substanzen in den Pillen enthalten sind.

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Designerdrogen

Die europäische Drogenbeobachtungsstelle EBDD ermittelte zwischen 2005 und 2011 mehr als 164 neue Designerdrogen. 2012 wurde die Rekordzahl von 73 erstmalig festgestellten Substanzen gemeldet. Immer grössere Bedeutung bekommt das besonders oft in Tschechien produzierte Crystal.

Das Problem ist: Durch molekulare Änderungen produzieren Drogenköche immer neue psychoaktive Stoffe, die etwas anders wirken und nicht unter bisherige Verbote fallen. Und bis EU-weit eine solche Designerdroge verboten wird, kann es bislang bis zu zwei Jahre dauern. Für Justizkommissarin Viviane Reding ist das zu lange.

Reding stellte in Brüssel entsprechende Pläne vor, die den Prozess beschleunigen sollen. Falls Stoffe etwa als hochgiftig und gefährlich gelten, könnte die Kommission für die Dauer von einem Jahr Verkaufsbeschränkungen beschliessen. Dies würde Zeit für eine ausführliche Risikobewertung schaffen. Die Pläne benötigen die Zustimmung der EU-Staaten und des EU-Parlaments.

Der Schweiz kommen die Pläne Redings zugute. Hierzulande gibt es bereits die Möglichkeit, neue Designerdrogen schnell zu verbieten. Zieht die EU nach, bedeutet das: Für Kunden in der Schweiz wird es noch schwieriger, an den Stoff heranzukommen.

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