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Euro-Gegner in Italien Sehnsucht nach der Lira

Gleich zwei Parteien im italienischen Wahlkampf versprechen den Austritt aus dem Euro, wenn sie an die Macht kämen.

Legende: Video Front der Euro-Gegner wächst abspielen. Laufzeit 01:45 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 28.02.2018.

Für 1000 Lire gab es früher in Italien einen Kaffee. Mit der Einführung des Euro kostete er plötzlich doppelt so viel. Natürlich nicht nur deshalb wünschen sich viele Menschen in Italien die Lira zurück. Zurück zur nationalen Währung? Geht es nach Matteo Salvini und seiner Lega, so kann nach den Wahlen vom kommenden Sonntag nichts mehr ausgeschlossen werden.

Salvini am Rednerpult.
Legende: Die Rückkehr zu einer nationalen Währung ist für Matteo Salvini und die Lega kein Tabu. Keystone

«Der Euro ist für uns kein Dogma», sagt Lega-Chef Matteo Salvini. «Wir sind bereit, mit weiteren EU-Mitgliedsländern eine koordinierte Kündigung der Zwangsvereinbarungen zu erwirken, welche unser Land in seiner Entwicklung einschränken.» Dazu gehöre auch die europäische Einheitswährung.

Die Souveränität eines Staates sind seine Grenzen und auch das Recht, die eigene Währung zu drucken.
Autor: Alberto BagnaiWirtschaftsexperte der Lega

Einer der Lega-Experten für den Euro ist Alberto Bagnai. Er sagt: «Die Souveränität eines Staates sind seine Grenzen und auch das Recht, die eigene Währung zu drucken. Das wollen wir wieder.»

Auch Fünf-Sterne-Bewegung stellt Euro in Frage

Schafft die Lega ihr Ziel und wird bei den Wahlen stärkste Partei im Rechtsbündnis, so könnte Matteo Salvini die Anti-Euro-Agenda in Italien diktieren: gemeinsam mit der Protestbewegung Fünf-Sterne. Ihr Spitzenkandidat Luigi Di Maio stellt den Euro ebenso in Frage: «Falls wir an die Regierung kommen, werden wir den Euro und jene Regeln neu verhandeln, die unseren Unternehmen und unseren Bürgern schwer schaden.» Wer auch in Italien künftig regiert - die Front der Euro-Gegner wird zulegen und das Verhältnis zu Europa neu bestimmen.

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Als ob die "Währung" ein Garant für solide, ehrliche "Volks-Wohl-Politik" wäre??
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  • Kommentar von Toni Koller (Tonik)
    Ja sicher, jedem Land und jedem Ländchen wieder seine eigenen Batzen, Lire, Schilling, Francs, Mark, Kopeken undsoweiter ... Ob das wirklich die Zukunft sein kann in einer unweigerlich globalisierten Welt, mit USA und China als Riesen-Player? Eben. Deshalb gilt es Lösungen für den - tatsächlich problematischen - Euro zu suchen, statt auf vorgestrige Nostalgie zu machen.
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    1. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Und es gibt Menschen, welche alles alte Bewährte heutiger Globalisierung unterordnen wollen, egal wenn es viel mehr Nach,- statt Vorteile gibt & aus diesem Bewährten immer vorgestrige Nostalgie machen müssen. War es nicht Einstein, welcher sagte, dass die Globalisierung mehr Fluch als Segen für die Menschheit ist? Und Riesen-Player hatte die Welt schon immer. Die Globaisierung macht sie einfach noch stärker & sie macht eben auch mehr Verlierer. Auch deshalb diese Aufstände überall.
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    2. Antwort von Kurt Meier (Kurt3)
      Toni Koller , ich glaube , dass die meisten Nostalgiker vergessen , 1000 Lire für einen Caffé wird es nie mehr geben . Die Rohstoffe müssten in einer starken Währung eingekauft werden . Der Brexit lässt grüßen .
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  • Kommentar von Charles Dupond (Egalite)
    Die Mittelmeerrandstaaten sind auf Weichwaehrungen angewiesen, um den lohn- und umlagerentenabhaengigen Mittelstand nicht verarmen zu lassen. Eine maessige Inflation von rund 4 Prozent pro Jahr, sorgt auch dafuer, dass das Geld von einem Tausch- und nur temporaerem Wertaufbewahrungsmittel nicht zum Werkzeug von ewiger Bereicherung fauler Familiendynastien und Erbschuldsklaverei verkommt....
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