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Ermittler konnten Taterhergang in Lyon rekonstruieren
Aus Tagesschau vom 25.05.2019.
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Explosion in der Innenstadt Die Polizei fahndet weiter nach Verdächtigem von Lyon

  • Einen Tag nach der Explosion einer Paketbombe in Lyon fahndet die Polizei weiter nach einem Verdächtigen.
  • Bei dem Vorfall in der ostfranzösischen Stadt gab es 13 Verletzte.
  • Bislang hat sich niemand zu dem Vorfall bekannt.

Nach Behördenangaben war am späten Freitagnachmittag ein Sprengsatz in einer Fussgängerzone der Altstadt explodiert. Die Anti-Terror-Abteilung der Pariser Staatsanwaltschaft übernahm die Ermittlungen.
Die Ermittler arbeiteten «mit allen Mitteln daran, den Täter schnell zu identifizieren und festzunehmen», sagte Staatsanwalt Rémy Heitz am Samstag vor den Medien in Lyon. Nach einem ersten Zeugenaufruf hätten sich «mehrere Dutzend Zeugen» gemeldet, deren Aussagen derzeit ausgewertet würden. Heitz kündigte die Veröffentlichung weiterer Aufnahmen des Verdächtigen an.

Fahndung nach 30-Jährigem

Die Polizei hatte auf Twitter ein von einer Überwachungskamera kurz vor der Explosion aufgenommenes Bild des Mannes veröffentlicht. Der etwa 30 Jahre alte Mann auf einem schwarzen Mountainbike wurde zum Zeitpunkt der Explosion in der Nähe des Tatorts beobachtet. Die Polizei beschrieb ihn als «gefährlich».

Überwachungskamera filmt Verdächtigen

Nach Angaben aus Polizeikreisen enthielt die Bombe Schrauben, Nägel oder Bolzen. Sie sei in einem Papiersack vor einer Bäckerei an der Rue Victor Hugo deponiert worden – einer belebten Fussgängerzone in der Nähe der Place Bellecour im Zentrum der Stadt.

Karte von Lyon.
Legende: SRF

Zwar übernahm die für Terrorismus zuständige Pariser Staatsanwaltschaft die Ermittlungen. Justizministerin Nicole Belloubet betonte jedoch im Fernsehsender BFM, es sei zu früh, um sagen zu können, ob es sich um einen «terroristischen Akt» handle.

Schwache Sprengladung

Der Bürgermeister des zweiten Arrondissements von Lyon, Denis Broliquier, sagte der örtlichen Presse, die Sprengladung sei zu schwach gewesen, um tödlich zu sein. Behördenkreise bestätigten, die Sprengladung sei «relativ schwach» gewesen und aus der Ferne ausgelöst worden.

Bei der Explosion wurden 13 Menschen leicht verletzt. Unter ihnen waren acht Frauen, ein zehnjähriges Mädchen und vier Männer. Elf der 13 Verletzten wurden Staatsanwalt Heitz zufolge in drei umliegende Spitäler eingeliefert. Einige müssten operiert werden, um Splitter zu entfernen, sagte Heitz.

Staatspräsident Emmanuel Macron bezeichnete die Explosion am frühen Freitagabend als «Angriff». Später erklärte er auf Twitter, er «denke an die Verletzten der Explosion in Lyon» sowie an ihre Familien und alle Bewohner der Stadt. «Wir sind an Ihrer Seite», erklärte Macron.

Erhöhte Sicherheitsmassnahmen

Innenminister Christophe Castaner reiste noch am Freitagabend nach Lyon und ordnete erhöhte Sicherheitsmassnahmen auf öffentlichen Plätzen an. Premierminister Edouard Philippe sagte seine Teilnahme an einer Wahlkampfveranstaltung ab. Die Explosion ereignete sich zwei Tage vor der Europawahl.

In Frankreich gab es in den vergangenen Jahren wiederholt tödliche Anschläge, die oft islamistisch motiviert waren. Bei diesen Angriffen starben seit 2015 bereits 251 Menschen.

Lyon liegt im Südosten Frankreichs, es ist die Hauptstadt des Département Rhône und der Region Auvergne-Rhône-Alpes. Mit mehr als 515'000 Einwohnern ist Lyon die drittgrösste Stadt des Landes nach Paris und Marseille. Im Ballungsraum Lyon leben mehr als zwei Millionen Menschen.

Karte von Frankreich.
Legende: SRF

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15 Kommentare

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  • Kommentar von R Sauter  (RSauter)
    Warum immer wieder Frankreich? Meine Gedanken sind mit den Verletzten.
    Auch die Bevölkerung kann einem wirklich leid tun. Bin durchaus erstaunt wie sie das immer wieder positiv wegstecken, auch wenn andere Bewegungen (Gelbwesten, Nationalisten, Kommunisten) durchaus Nährstoff aus dieser Unsicherheit ziehen. Ich wünsche Frankreich, dass sie hier kein Raum für solches gefährliches Gedankengut eingestehen und die Europawahl positiv ausfällt.
    1. Antwort von Jürg Brauchli  (Rondra)
      Positiv für wen? So schrecklich es ist, aber glaubt immer noch jemand, dass Terror durch Verschärfung des Waffenrechts verhindert wird? Ist zwar vorbei, diese Abstimmung, aber was wird sich die EU unter dem selben Vorwand weiter einfallen lassen?
    2. Antwort von Cornelia Marthaler  (Cornelia Marthaler)
      Warum immer wieder Frankreich? Nun, schlicht und ergreifend infolge einer der höchsten Dichten an Einwohnern mit Migrationshintergrund aus muslimischen Ländern. Aber diese Folgen unverantwortlicher Migrationspolitik kann man genauso in den Niederlanden oder Deutschland beobachten, je mehr noch kommen umso mehr Anschläge wird es geben.
    3. Antwort von Verena Schär  (Nachdenklich)
      @Brauchli Verknüpfen sie doch lokale Geschehnisse in Frankreich nicht dauernd mit der verlorenen Abstimmung in der Schweiz.
    4. Antwort von Junior Cruz  (Junior Cruz)
      Vielleicht deswegen! Syrien: "An dem Konflikt nehmen weiterhin militärischen Einfluss: die USA, die Türkei, Frankreich, Großbritannien und Israel."
    5. Antwort von Junior Cruz  (Junior Cruz)
      @ Cornelia Marthaler
      Offensichtlich haben Sie schnell den Grund gefunden, Kompliment! Kleine Aufklärung: Frankreich ist immer noch in kriegerische Konflikte in muslimischen Ländern involviert! Ebenfalls hat Deutschland ein kleines Kontingent in Afghanistan, zwar nur Aufklärungsflüge, aber ein wichtiger Teil! Und was Sie als "unverantwortliche Migrationspolitik" der Franzosen nennen, ist das Nebenprodukt von ehemaligen Kolonien!
  • Kommentar von Franz NANNI  (igwena ndlovu)
    Fahndung nach Lyon-Täter läuft... was wohl zu erwarten war...oder?! ;-D
  • Kommentar von Paul Graber  (PG)
    Bin mal gespannt welches Gesetz die Franzosen oder andere Länder diesmal durchdrücken wollen.
    1. Antwort von Jürg Brauchli  (Rondra)
      Vermute mal, dass nun Schrauben verboten werden...
    2. Antwort von Verena Schär  (Nachdenklich)
      Warum soll es neue Gesetze geben. Die bestehenden genügen.
    3. Antwort von Norbert Zehner  (ZeN)
      Wozu auch neue Gesetze? Haben sich dem Terrorismus Nahestehende je an irgendwelche Gesetze gehalten, davon kann es noch so viele geben. Die Massnahmen müssen ganz andere sein, sind doch Ursachen für breite Bevölkerung weitgehend bekannt, nur will sie Mainstream Politik nicht wahrhaben (weil's ihr idealistisches Werte-Weltbild völlig auf den Kopf stellen würde). Neue Gesetze werden diese Bevölkerung nur weiter einengen, bis sie dann mal genug haben, und Heft selber in Hand nehmen.