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Falklandinseln Argentinische Kriegsveteranen: «Der Sport ist kein Krieg»

Vor dem WM-Halbfinal zwischen England und Argentinien mahnen ehemalige Soldaten zur Vernunft.

Fussball ist bekanntermassen ein Ventil für grosse Emotionen. Das gilt insbesondere auch für das Fussballspiel Argentinien-England. Nicht nur, dass es – bezogen auf Fussballspiele – mehrere schwer umstrittene Szenen an Männerfussball­weltmeisterschaften zwischen den zwei Mannschaften gibt, dazu kommt die reale Geschichte, die zwischen den Mannschaften steht. Ein öffentlicher Aufruf von argentinischen Kriegsveteranen zeigt, dass sie bis heute die Beziehung zwischen beiden Ländern belastet.

Der Falkland-Krieg

Die reale Geschichte beinhaltet einen realen Krieg, den Falkland-Krieg, der 1982 74 Tage andauerte und in dem knapp 900 Menschen ums Leben kamen (649 Argentinier und 255 Briten), über 11'000 Argentinier gerieten in britische Kriegsgefangenschaft. Es geht um die Falklandinseln (britischer Name) oder um die Malvinas (argentinischer Sprachgebrauch), die bis heute zum Vereinigten Königreich gehören.

Es sind rund 200 kleine Inseln. Sie sind seit 1833 ein britisches Überseegebiet, das vor der Küste Argentiniens liegt. Seit 1946 steht das Territorium offiziell auf der Liste der UNO der Hoheitsgebiete ohne Selbstregulierung.

Mehrere Soldaten gehen an einem brennenden Gebäude vorbei in einer zerstörten Strasse.
Legende: Argentinische Kriegsgefangene nach der Besetzung der Inseln in Port Stanley, Falkland. Keystone/j.Leonhard/Archiv

Als Argentinien die Inseln 1982 besetzte, schickte die damalige britische Premierministerin Margaret Thatcher eine Streitmacht, vor der Argentinien kapitulieren musste. Der verlorene Krieg bedeute den Sturz der argentinischen Militärdiktatur. 2013 wurde schliesslich ein Referendum über den künftigen politischen Status der Inseln abgehalten. Dieses Referendum ging zugunsten des Vereinigten Königreichs aus.

«Keine bewaffnete Revanche»

US-Präsident Donald Trump war es im April 2026, der die Zugehörigkeitsfrage der Inseln wieder aufs Tapet brachte: Im Rahmen von Überlegungen zu Vergeltungsmassnahmen gegen Nato-Verbündete, die Trump im Krieg gegen Iran nicht unterstützen wollten, tauchte im Pentagon eine E-Mail auf, die die US-Haltung gegenüber Besitztümern der europäischen Verbündeten thematisierte, auch gegenüber den Falklandinseln. London stellte sofort klar, dass die Inseln britisch seien und die Bewohner der Inseln ein Selbstbestimmungsrecht haben. Das ist der aktuelle Stand.

Verschneite Landschaft mit einer britischen Flagge vor einem Zelt am Wasser.
Legende: Die britische Flagge wehte nach dem Krieg wieder über der Ajax Bay auf Falkland (Mai 1982). Keystone/STR/Archiv

Und nun kommt dieses Fussballspiel zwischen Argentinien und einem Teil des Vereinigten Königreiches, England. «Der Sport ist kein Krieg», schreibt die Föderation argentinischer Kriegsveteranen in einer öffentlichen Mitteilung und will damit darauf hinweisen, dass es bei dem Spiel um Sport geht: «Das Spiel ist keine bewaffnete Revanche oder historische Entschädigung.» Sie rufen die Fans dazu auf, die jeweilige Mannschaft zu unterstützen und der Opfer des Krieges zu gedenken, ohne «Hass und Fremdenfeindlichkeit» zu fördern. Aber auch für die Veteranen ist klar: Die Inseln gehören eigentlich zu Argentinien.

SRF-Südamerika-Korrespondentin Karen Naundorf sagt dazu: «Die Vorstellung von Fussball als Ersatzschlacht ist weitverbreitet.» Die Botschaft der Veteranen laute: «Man darf an den argentinischen Anspruch erinnern, aber ohne Hass und ohne die Vorstellung, ein Fussballspiel könne einen Krieg wiedergutmachen.» Für die Veteranen und für viele Menschen in Argentinien seien die Malvinas «ein kolonialistisches Überbleibsel, das von einer europäischen Macht kontrolliert wird.» Die Veteranen wollten diese Frage aber nach internationalem Recht verhandelt sehen, und nicht im Fussball, so Naundorf.

Heute Morgen, 15.7.2026, 8:04 Uhr ; 

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