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Legende: Video Aus dem Archiv: Korea-Gipfel gescheitert abspielen. Laufzeit 01:39 Minuten.
Aus Tagesschau vom 28.02.2019.
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Fall Otto Warmbier Trump verteidigt Kim – und löst Proteststurm aus

Die Erwartungen waren hoch, die Realität ist ernüchternd: Das zweite Gipfeltreffen zwischen dem US-Präsidenten Donald Trump und dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un ist ergebnislos zu Ende gegangen.

Doch nicht nur der gescheiterte Gipfel gibt zu reden, sondern auch die Medienkonferenz von Donald Trump in Hanoi nach dem abgebrochenen Treffen der beiden Staatschefs. Darin nahm der US-Präsident den nordkoreanischen Machthaber im Fall Otto Warmbier in Schutz. Diese Parteinahme durch den Präsidenten sorgt in den USA für eine Welle der Empörung.

Was hat Donald Trump konkret gesagt? «Er [Kim Jong Un] sagt mir, dass er nichts davon wusste, und ich werde ihn beim Wort nehmen», erklärte Trump. «Ich glaube wirklich, dass ihm [Warmbier] etwas Furchtbares zugestossen ist, und ich glaube wirklich nicht, dass die oberste Führung [Nordkoreas] davon etwas wusste.» Überdies lobte Trump das Treffen mit dem nordkoreanischen Machthaber. Im Januar vergangenen Jahres machte der US-Präsident den Diktator noch für die Inhaftierung Warmbiers verantwortlich.

Wie reagiert der Kongress auf diese Aussagen? Der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses im Abgeordnetenhaus, Adam Schiff (Demokrat, Kalifornien), nannte die Äusserungen von Trump «abscheulich». Schiff kritisierte auf Twitter, dass Trump das Dementi Kims akzeptiert habe:

Senator Mark Warner (Demokrat, Virginia) schrieb ausserdem auf Twitter: «Die Diktatoren der Welt haben die Botschaft bekommen: Du kannst mit allem davonkommen, solange du danach Donald Trump belügst.» Warners Parteikollege im Senat, Tim Kaine (Virginia), äusserte sich in dieser Sache ähnlich.

Die Diktatoren der Welt haben die Botschaft bekommen: Du kannst mit allem davonkommen, solange du danach Donald Trump belügst.
Autor: Mark WarnerSenator (Demokraten) des Staates Virginia

Um was geht es im Fall Warmbier? Ende 2015 war Otto Warmbier nach einer Gruppenreise in Nordkorea bei der Ausreise festgenommen und 17 Monate lang inhaftiert worden. Darüber hinaus wurde er von Nordkorea wegen «feindlicher Handlungen gegen den Staat» zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt. Warmbier wurde Diebstahl eines Propagandaposters in einem Hotel in Nordkorea vorgeworfen. Wenige Tage nach seiner Rückkehr in die USA im Juni 2016 starb der damals 22-jährige Mann – er hatte damals bereits 15 Monate lang im Koma gelegen.

Otto Warmbier in Gewahrsam Nordkoreas.
Legende: Der US-Bürger Otto Warmbier hat die Inhaftierung in Nordkorea nicht überlebt. Keystone

Wie reagiert die US-Justiz? Ein Bundesgericht der USA hatte im vergangenen Dezember entschieden, dass Nordkorea für die Folter und den Tod Otto Warmbiers verantwortlich gewesen sei. Das Gericht verurteilte die Regierung in Pjöngjang zur Zahlung von über 500 Millionen Dollar an Warmbiers Familie. Vollstreckt werden kann das Urteil allerdings nicht.

Kim und sein teuflisches Regime sind für den Tod unseres Sohnes Otto verantwortlich.
Autor: Fred und Cindy WarmbierEltern von Otto Warmbier
Legende: Video Aus dem Archiv: Empörung nach dem Tod von Warmbier abspielen. Laufzeit 01:34 Minuten.
Aus Tagesschau vom 20.06.2017.

Was sagen die Eltern des verstorbenen Otto Warmbier? Die Eltern des verstorbenen Studenten machen Kim Jong Un sehr wohl für den Tod ihres Sohnes verantwortlich: «Kim und sein teuflisches Regime sind für den Tod unseres Sohnes Otto verantwortlich», hiess es in einer Mitteilung von Fred und Cindy Warmbier. Die Familie liess ausserdem mitteilen: «Keine Ausreden oder überschwängliches Lob können daran etwas ändern».

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17 Kommentare

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  • Kommentar von Henriette Rub  (ehb)
    Wenn man unbedingt in solche Staaten reisen will, ist das ein selbstgewähltes Risiko. Auch wenn die Konsequenzen erschütternd und traurig sind, war es wohl die eigene Entscheidung, diese in Kauf zu nehmen. Risikostaaten werden nicht umsonst als solche bezeichnet.
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    1. Antwort von Haller Hans  (H.Haller)
      Andere Länder, andere Sitten, das hätte auch Otto Warmbier eigentlich wissen sollen. Hier gibt es übrigens auch empfindliche Strafen, so man ein Bild oder Statue des Königs absichtlich beschädigt. Vandalismus ist hier, und wohl auch in Nordkorea, kein belangloses Kavaliersdelikt. Hier würden zB. "Reitschüler" sogar nicht mit Samthandschuhen angepackt. Hier lässt man sich gar nicht auf so einen medialen Kindergarten ein.
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  • Kommentar von Jeanôt Cohen  (Jeanot)
    Herr Präsident Trump kann tun und lassen was er weil, laut "Demokraten" und Journalisten mit Trump Phobie ist es falsch. Ein solches Theater hat es nicht gegeben bei der Demokrat Obama als er fast eine Krieg angefangen hat mit Nord Korea, oder alle die morden mit Drohnen. Aber eben er war die Medien etc. Wohl gefällig.
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  • Kommentar von Haller Hans  (H.Haller)
    Die Erwartungen waren realistisch betrachtet nie hoch, sondern wurden lediglich sehr hoch geschraubt, wohl wissend, dass diese Erwartungen sich niemals erfüllen können. Was da raus gekommen ist war zu erwarten.
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