Farc verkündet einseitige Waffenruhe

Die Waffenruhe, welche die kolumbianische Guerilla ausgerufen hat, soll zu einem Waffenstillstand führen. Die Verhandlungen zwischen Farc und Regierung gehen weiter.

Demonstration gegen Farc-Guerilla Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Protest in Cali, Kolumbien: Die Demonstranten wollen nicht, dass die Farc-Guerilleros straflos davonkommen. Keystone

Die kolumbianische Farc-Guerilla hat eine einseitige und unbefristete Waffenruhe im Konflikt mit den Regierungstruppen verkündet. In einer Erklärung schrieben die Farc-Unterhändler auf ihrem Blog, nur bei Angriffen der Armee werde die Guerilla Gebrauch von der Waffe machen.

Die jetzt ausgerufene Waffenruhe soll in einen Waffenstillstand münden. Die Friedensverhandlungen zwischen Vertretern der linken Rebellen und der kolumbianischen Regierung im kubanischen Havanna waren vor einer Woche wieder aufgenommen worden.

Regierung will nicht auf Waffen verzichten

Die Farc-Guerilla, die seit dem Jahr 1964 gegen Grossgrundbesitzer und die Regierung kämpft, hatte sich zuletzt wiederholt für eine beidseitige Waffenruhe ausgesprochen. Die kolumbianische Regierung hatte dies jedoch mit der Begründung abgelehnt, damit wollten die Rebellen lediglich Zeit gewinnen, um sich neu gruppieren zu können.

Die Guerilla hat noch etwa 8000 Kämpferinnen und Kämpfer unter Waffen. Sie verhandelt – mit Unterbrechungen – bereits seit November 2012 über die Beilegung der bewaffneten Auseinandersetzung mit der Regierung.

Abbruch wegen Entführung

Nach der Gefangennahme eines kolumbianischen Armeegenerals durch die Rebellen Mitte November hatte Staatschef Juan Manuel Santos die Friedensverhandlungen in Havanna ausgesetzt.

Die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (Farc) bezeichneten die Gefangennahme als legitime Kriegshandlung, liessen den General Rubén Alzate und zwei Begleiter am 30. November aber wieder frei. Daraufhin wurden die Verhandlungen in Havanna fortgesetzt.

Amtlichen Angaben zufolge wurden in dem längsten bewaffneten Konflikt Lateinamerikas etwa 220'000 Menschen getötet. 5,3 Millionen Menschen ergriffen vor den Kampfhandlungen die Flucht.