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Festnahme von Frauenhasser Spaltet das Auslieferungsgesuch von Andrew Tate die Republikaner?

Der Influencer Andrew Tate und sein Bruder Tristan sind auf Antrag Grossbritanniens in den USA festgenommen worden. Ihnen wird unter anderem Vergewaltigung, Menschenhandel und Körperverletzung vorgeworfen. Auf den Sozialen Netzwerken provoziert Andrew Tate mit einem dominanten Männerbild und frauenfeindlichen Äusserungen. Damit erreicht er ein Millionen-Publikum und verdient Geld. Die Tate-Brüder wehren sich gegen das Verfahren und bezeichnen es als politisch motiviert.

Stephan Bierling

Professor für internationale Politik

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Bierling lehrt seit 2000 als Professor für Internationale Politik an der Universität Regensburg (Deutschland) und leitet die Professur für Internationale Politik und transatlantische Beziehungen. Er ist als Analyst der US-Innen-, Wirtschafts- und Aussenpolitik für diverse Medien tätig.

SRF News: Wie glaubhaft ist es, dass es sich hier um ein politisch motiviertes Verfahren handelt?

Stephan Bierling: Überhaupt nicht, weil die Tate-Brüder von der britischen Staatsanwaltschaft angeklagt sind, die sehr unabhängig ermittelt.

Die Tate-Brüder wurden Multimillionäre durch die Ausbeutung von Frauen, durch Pornokanäle und Webcamstudios

Ähnliche Vorwürfe gibt es in Rumänien. Alles, was wir wissen, zeigt, dass diese Vorwürfe sich wahrscheinlich sehr leicht erhärten lassen.

Wie gross ist der Einfluss der beiden Brüder auf Trump und dessen Umfeld?

Sie sind über ihre Reichweite eine Grösse in der amerikanischen Politik. Sie haben über 13 Millionen Follower, alles potenzielle Wähler, was bei Trump und seiner MAGA-Bewegung nicht unbeachtet vorbeiging. Auch sie wollen ein starkes Männerbild zeigen. Trump hat nicht umsonst an seinem 80. Geburtstag einen Schläger-Wettkampf auf dem Boden des Weissen Hauses veranstaltet.

Zwei Männer unterhalten sich in einer Menschenmenge.
Legende: Andrew Tate (links) neben seinem Bruder Tristan Tate bei einem Kampfsport-Event in Las Vegas 2025. AP Photo/John Locher

Welchen Bezug hat Trump zu den Tate-Brüdern?

Nachdem sie das Vereinigte Königreich verlassen mussten, weil ihnen dort eine Anklage drohte, waren die Tate-Brüder mehrere Jahre in Rumänien aktiv. Dort haben sie ihr Business gigantisch aufgeblasen, wurden Multimillionäre durch die Ausbeutung von Frauen, durch Pornokanäle und Webcamstudios.

Trump scheint der mögliche Schaden auf die Republikanische Partei relativ egal zu sein. Seine Söhne Donald Jr. und Barron halten sehr guten Kontakt mit den Tates.

Aber auch dort haben sie die gleichen Anwürfe gekriegt und waren dann festgesetzt. Nachdem sich Trump für sie eingesetzt hatte, sind sie dann ganz überraschend im Februar letzten Jahres freigekommen und durften in die USA ausreisen.

Wie steht die Republikanische Partei zum Auslieferungsgesuch?

Die Republikaner sind hin- und hergerissen. Dem gemässigteren Flügel, der etwas mehr Distanz zu Trump hat, ist das alles nicht so geheuer – auch im Hinblick auf die Epstein-Affäre, bei der Trumps Nähe zum Sexualverbrecher Epstein immer deutlicher wurde. Auch den Tates wird vorgeworfen, Frauen und Minderjährige ausgebeutet sowie Vergewaltigungen in grossem Masse durchgeführt zu haben. Hier kann also sehr viel Schaden auf die Partei einprasseln. Trump scheint das relativ egal zu sein. Sein Sohn Donald Jr. und sein ganz junger Sohn Barron halten sehr guten Kontakt mit den Tates.

Warum wurden die Tate-Brüder gerade im republikanisch regierten Bundesstaat Florida festgenommen?

Ron DeSantis, der Gouverneur von Florida, zählt zu den paar letzten Vernünftigen in der Partei. Er will Trump hier nicht gefällig sein und wird versuchen, den Tates keinerlei Straferleichterung in Aussicht zu stellen. Geht es nach DeSantis, dürfte es zur Auslieferung nach Grossbritannien kommen.

Wie viel Einfluss könnte die Republikanische Partei noch auf die Auslieferung nehmen?

Auslieferungsabkommen mit Grossbritannien wie dieses sind bislang in fast allen Fällen von den US-Behörden erfüllt worden. Die letzte Entscheidung darüber obliegt US-Aussenminister Marco Rubio, der nicht dafür bekannt ist, Trump gerne zu widersprechen. Trump könnte also noch versuchen, Einfluss zu nehmen. Ich glaube aber nicht, dass er dies tun will. Zu gross der Schaden, der über die Republikanische Partei, Trump und die MAGA-Bewegung hereinbrechen würde.

Das Gespräch führte Nicolas Malzacher.

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HeuteMorgen, 22.07.2026, 6:48 Uhr ; 

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