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Feuersbrunst bedroht Stadt Brände bei Bordeaux: «Es sind beunruhigende Aussichten»

Die Waldbrände bei Bordeaux wüten weiter. Mehr als 200'000 Anwohner und Feriengäste mussten die Region bereits verlassen. SRF-Korrespondentin Mirjam Mathis schildert die Lage vor Ort.

Mirjam Mathis

Frankreich-Korrespondentin

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Mirjam Mathis ist seit 2022 SRF-Korrespondentin in Frankreich (Paris). Zuvor arbeitete sie als Korrespondentin in der Westschweiz und als Redaktorin und Moderatorin beim Regionaljournal Zentralschweiz. Mathis hat in Genf Internationale Beziehungen studiert und einen Master in Journalismus absolviert.

SRF News: Hat sich die Lage im Brandgebiet über Nacht beruhigt?

Mirjam Mathis: Die Behörden sprechen von einer stabilen, aber angespannten Situation. In der Nacht gab es immerhin keine neuen Evakuierungen, was eher ein gutes Zeichen ist. Die Feuerfront ist aber immer noch nur rund 15 Kilometer vom Stadtrand von Bordeaux entfernt.

Wie lief die Evakuierung von rund 200'000 Menschen in den vergangenen Tagen ab?

Das funktionierte grundsätzlich gut. Man erhielt jeweils einen Alarm aufs Telefon, der einem signalisierte, die Region zu verlassen. Aber klar: Bei einer so riesigen Evakuierungsoperation kommt es auch zu hektischen Szenen. Auch kam es zu grösseren Staus auf den Strassen der Region. Die Situation ist für die Leute belastend. Manche mussten inzwischen auch bereits mehrmals evakuiert werden. Etwa, weil sie in einer Notunterkunft waren, die sich auf einmal selbst in einem Gebiet befand, das evakuiert werden musste.

Wo kommen all die Menschen unter?

Es gibt in mehreren Gemeinden zahlreiche Notunterkünfte. Die grösste befindet sich auf einem Messegelände in Bordeaux. Dort kommen rund 10’000 Personen unter. Auch in Agen steht ein Messegelände zur Verfügung. Viele Leute kommen auch bei Freunden oder Familien unter, Touristen eher in Hotels.

Die Behörden rufen dazu auf, jetzt auf keinen Fall in die Gironde zu reisen.

Manche Touristen sind auch vorzeitig aus der Region abgereist. Die Behörden rufen auch dazu auf, jetzt auf keinen Fall in die Gironde zu reisen. Das wurde in den vergangenen Tagen sowieso immer schwieriger: Zahlreiche Autobahnabschnitte in der Region Bordeaux sind gesperrt, manche Zugverbindungen eingestellt.

Auch viele Schweizerinnen und Schweizer in der Region

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«Die Schweizer Touristen in der Region scheinen recht selbstständig zu sein. Laut dem EDA sind nur wenige Anfragen um Unterstützung eingegangen», sagt SRF-Korrespondentin Mirjam Mathis. Sie wisse von mehreren Familien, die in die Schweiz zurück- oder weitergereist seien.

Manche warteten aber auch ab, in Hotels oder auf Campingplätzen in der Region. «Sie haben teilweise noch ihr Material auf den evakuierten Campingplätzen und wollen dieses möglichst zurückholen. Insgesamt herrscht aber schon grosse Verunsicherung darüber, was am besten zu tun sei.»

Besteht die Gefahr, dass Leute vom Feuer eingeschlossen werden könnten?

Das denke ich nicht. Die Behörden haben den Überblick und sie evakuieren bedrohte Gebiete präventiv. Es wird hier vor Ort wirklich sehr gute Arbeit geleistet. Aber klar: Wichtige Bahnlinien und Autobahnen führen durch das Gebiet, sie sind jetzt gesperrt.

In einer Brandschneise wurden die Bäume gefällt und abtransportiert, damit das anrückende Feuer keine Nahrung mehr findet.

Man versucht jetzt alles, damit sich das Feuer nicht weiter ausbreitet. So wurde etwa bei Marcheprime im Südosten des Brandgebiets eine mehrere hundert Meter breite Brandschneise geschaffen – die Bäume dort wurden gefällt und abtransportiert, damit das anrückende Feuer keine Nahrung mehr findet.

Waldbrände bei Bordeaux und bei Madrid – die Bilder

Bisher sind zwei Feuerwehrleute in den Flammen umgekommen, zivile Todesopfer gab es glücklicherweise keine. Doch Probleme macht der viele Rauch, der zu gesundheitlichen Problemen führen kann. Wie kann man sich davor schützen?

In der Tat melden mehrere Departemente der Region eine schlechte Luftqualität wegen des Rauchs. Die Regierung in Paris liess 1.5 Millionen Masken liefern. Ausserdem raten die Behörden, die Fenster geschlossen zu halten und sich möglichst nicht im Freien aufzuhalten. Der Rauch kommt meist in Schüben, vor allem Bordeaux ist davon stark betroffen.

Die Situation bleibt angespannt – was braucht es, damit das Feuer unter Kontrolle gebracht werden kann?

Es braucht möglichst viel Unterstützung aus der Luft, aber vor allem auch am Boden. Die Einsatzkräfte werden inzwischen auch von Feuerwehrleuten aus anderen Ländern – auch aus der Schweiz – unterstützt. Aber zentral sind die Wetterbedingungen: Der Wind hat sich momentan etwas gelegt, aber er kann schnell wieder stärker werden. Zudem soll es in den nächsten Tagen wieder sehr heiss werden. Das sind beunruhigende Aussichten.

Das Gespräch führte Nicolas Malzacher.

SRF 4 News aktuell, 27.7.2026, 6:20 Uhr ; 

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