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International Fieberhafte Suche nach vermisstem Soldaten

Das Schicksal eines verschwundenen israelischen Soldaten hat die Gefechte im Gazastreifen wieder angeheizt. Israel hat die Angriffe in der Nacht intensiviert und sucht weiter nach dem Soldaten. Die Hamas streitet eine Entführung ab.

Legende: Video «Suche nach vermisstem Soldaten» abspielen. Laufzeit 1:39 Minuten.
Aus Tagesschau vom 02.08.2014.

Nach dem Scheitern einer Waffenruhe haben die israelischen Streitkräfte ihre Angriffe im Gazastreifen intensiviert. Die Militäreinsätze konzentrierten sich in der Nacht auf Samstag auf die südliche Stadt Rafah. Dort suchten Soldaten weiter nach einem ihrer Kameraden, Leutnant Hadar Goldin. Nach israelischen Angaben soll dieser von einem Kommando der radikal-islamischen Hamas entführt worden sein.

Forderungen der Angehörigen

Die Angehörigen des Vermissten Leutnants Goldin haben sich auf einer Medienkonferenz geäussert und dabei der Armee Forderungen gestellt. «Ich fordere, dass Israel sich nicht aus dem Gazastreifen zurückzieht, bis mein Sohn wieder zu Hause ist», sagte Goldins Mutter Hedva. «Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Armee einen ihrer Kämpfer im Stich lässt», sagte sein Vater, Simtscha Goldin. An der Medienkonferenz nahmen auch die Verlobte und der Zwillingsbruder von Hadar Goldin teil.

Armee spricht von Entführung

Der 23-jährige Leutnant Goldin fiel nach Angaben des israelischen Militärs einem Hamas-Kommando in die Hände, als seine Einheit an der Zerstörung eines Tunnels im Gazastreifen arbeitete. Die Entführung soll sich am Freitagmorgen ereignet haben, anderthalb Stunden nach Beginn einer dreitägigen humanitären Waffenruhe, die die UNO und die USA zuvor vermittelt hatten. Als Reaktion auf die Entführung erklärte Israel die Feuerpause für gescheitert.

Der bewaffnete Arm der Hamas, die Al-Kassam-Brigaden, bestritt in der Nacht auf Samstag, den Soldaten entführt zu haben. «Wir wissen nichts über einen vermissten Soldaten, seinen Verbleib oder die Umstände seines Verschwindens», hiess es in einer Mitteilung, die an Journalisten versandt wurde. Nach einer Meldung der palästinensischen Nachrichtenagentur Maan hatten die Al-Kassam-Brigaden zuvor noch bestätigt, den Soldaten gefangen genommen zu haben.

Spekulationen um verschwundenen Soldaten

Die jüngsten Angaben widersprachen auch Medienberichten, in denen es unter Berufung auf eine Mitteilung der Al-Kassam-Brigaden hiess, die Gruppe vermute, der seit einem Überfall vermisste Soldat und seine mutmasslichen Entführer seien bei israelischen Angriffen ums Leben gekommen.

«Wir haben den Kontakt zu den an dem Überfall beteiligten Kämpfern verloren, und wir vermuten, dass sie alle bei dem Bombardement getötet wurden», zitierte etwa die israelische Zeitung «Haaretz» aus der Mitteilung. Dabei sei wohl auch der Soldat ums Leben gekommen.

Osama Hamdan, ein Hamas-Sprecher in Katar, sagte dem US-Sender CNN, der Überfall habe sich vor Beginn der Waffenruhe ereignet. Ihm lagen nach eigenen Angaben bislang keine Informationen über den verschwundenen Soldaten vor. Er wies darauf hin, dass er möglicherweise von «irgendeiner anderen Organisation» gefangen genommen worden sei.

Zuletzt war 2006 der Soldat Gilad Schalit von einem Kommando unter Leitung der Hamas durch einen Tunnel in den Gazastreifen verschleppt worden. Er kam erst gut fünf Jahre später frei – im Tausch gegen mehr als 1000 palästinensische Häftlinge.

Opferzahl steigt

Nach der gescheiterten Waffenruhe gingen die Gefechte weiter. Bis Mitternacht starben nach palästinensischen Angaben mindestens 104 Palästinenser. Zwei israelische Soldaten kamen bei Gefechten mit Hamas-Kämpfern ums Leben.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte am Freitag eine harte Reaktion angekündigt. UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich nach dem Scheitern der Waffenruhe «schockiert und zutiefst enttäuscht über die Entwicklung». Die USA forderten die bedingungslose Freilassung des Soldaten.

21 Kommentare

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  • Kommentar von Walter Nänny, 8804 Au ZH
    Grausam, wenn man immer dem antiisraelischen Unterton von Radio SRF zuhören muss. Dieser unterschwehlige Hass gegen Israel wird Radio SRF Eins zu Eins büssen müssen. Israel is nicht ein Volk, auf dem man mutwillig herum trampen kann. Das müssten Sie schon längst begriffen haben!! Wenn sich die 76 Prophetien, von der Rückkehr vom Volk Israel in IHR Land bewahrheitet haben, dann werden sich auch die Gerichtsprophetien gegen die Nationen bewahrheiten! Diese Zeit hat bereis begonnen!! Psalm 2
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    1. Antwort von Thomas Käppeli, Guatemala Ciudad
      Selber halte ich mich bewusst mit biblischen Prophetien zurück. Jede(r) von uns hier schreibenden, ist mit einem analysefähigen Gehirn ausgestattet um bei klarem Verstand, ähnliches vorauszusagen. Wenn denn genutzt. Wir können es zum Allgemeinwohl, oder eigenem Ego nutzen. Zweites, überwiegt jedoch klar. Jedem von uns ist das eigene Hemd am nächsten. Keine gute Formel zum „nur gemeinsam“ möglichen, mittelfristig möglichen Überleben der Menschheit auf Erden.
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    2. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      @W. Nänny: Wie wäre es für Sie, wenn Menschen hierher in die Schweiz kämen & verkünden:" In der Bibel steht, dass dies UNSER gelobtes Land ist, wo wir uns niederlassen wollen. Also verschwindet ihr Schweizer." Die Israelis sollen ihr gelobtes Land haben, aber die Grenzen zu Palästina akzeptieren & respektieren. Denn diese waren vor den Israelis da. Sie sollten sich zusammen gegen die Hamas verbünden. Früher lebten da auch Islamisten & Christen friedlich neben einander/mit einander.
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    3. Antwort von Albert Planta, Chur
      Wäeden Zch, die Schweiz ist wie Israel auch ein Sonderfall, wird diesen Status jedoch in absehbarer Zeit verlieren, im Gegensatz zu Israel.
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  • Kommentar von A.Stirnemann, ZH
    Mich nervt diese Einstellung, dass der Stärkere auch der Böse sein muss: Hans werde von einer Bande überfallen (grundlos). Die Bande hat Pech. Hans beherrscht eine Kampfkunst und verprügelt stattdessen die Bandenmitglieder. Es gäbe Beobachter die sagen würden: "Der Mann hat überreagiert!" Wie die Journalisten/Leute, die Israels vorgehen kritisieren. Israel bekämpft eine Bande, die Zivilisten als Schutzschilder benutzen. Man versucht diese zu verschonen, doch leider gelingt dies nicht immer.
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  • Kommentar von Gregor Stuerm, Weinfelden
    Wann begreifen die Regierungen endlich das Frieden mit Samen gepflanzt werden muss und später geerntet werde kann...und das man durch sähen von Bomben und Gewalt nur noch mehr Hass und Selbstmordatentäter ernten wird?? Ich frage mich was ich tun würde wen man meine Kinder, Eltern, Freunde, Bruder oder meine Schwester feige und grundlos mit Racketen und Bomben töten würden....ich weiss es nicht aber sicherlich hätte ich sehr mühe mit einer solchen Regierung und dessen Volk frieden zu finden!
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    1. Antwort von Erwin Jenni, Ottikon
      Welchen Samen hat dann die Hamas gepflanzt seit es sie gibt? Was denken Sie? Die Selbstmordattentate sind eine Erfindung der Hamas, bei denen über 1000 Israeli ihr Leben verloren. Den Kindern lehrt man schon im Kindergarten, Juden zu hassen und wo es geht sie erbarmungslos zu töten. Weiter impft man ihnen ein, als Mäthyrer für die Sache Allah's zu sterben sei das Höchste aller Dinge. Die kommende Generation in Gaza wird wohl kaum den Frieden bringen. Hamas und nur Hamas hat dies zu verantworten.
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