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Neue Regel für Gastgeberländer Fifa fordert Menschenrechte nun vertraglich ein

Legende: Video Neue Fifa-Regeln abspielen. Laufzeit 02:34 Minuten.
Aus Tagesschau vom 20.08.2017.
  • Die Fifa reagiert laut einer Meldung der «SonntagsZeitung» auf Kritik und stellt ab sofort neue Bedingungen an die Austragungsländer von Sportgrossereignissen.
  • Erstmals dürfen sich demnach bei der Ausschreibung der Fussball-WM 2026 im September nur jene Länder bewerben, die vertraglich garantieren, dass sie die Menschenrechte im Rahmen der WM einhalten.
  • Nebst der Fifa verpflichten sich auch die Uefa und das Internationale Olympische Komitee (IOC) den Richtlinien.

Zu den Menschenrechten, die im Rahmen eines Sportgrossereignisses eingehalten werden müssen, gehören die Rechte der Arbeitnehmer auf den Baustellen sowie die Versammlungs- und Meinungsfreiheit. Die Fifa verlange zudem Garantien zur Nichtdiskriminierung bestimmter Bevölkerungsgruppen, schreibt die Zeitung.

Das IOC, die Fifa, die Uefa und die Commonwealth Games Federation sind als erste Sportorganisationen der neuen Plattform für Menschenrechte an Sport-Grossanlässen (Mega-Sporting Events Platform for Human Rights) beigetreten. Diese wurde Ende vergangenen Jahres gegründet.

Zweifel an der Machbarkeit

Bei Swiss Olympic begrüsst man den Beitritt bei der Plattform. Allerdings sieht man bei der Umsetzung der Richtlinien auch Grenzen. «Ich denke, der Sport kann und soll alles kontrollieren, was in seiner Verantwortung ist – also alles rund um die Organisation von Spielen», sagt Roger Schnegg, Direktor Swiss Olympic. Darüber hinaus werde es aber kaum möglich sein, dass der Sport Lösungen finde für politische Probleme.

Könnte die Fifa dem Veranstaltungsland im Extremfall das Austragungsrecht wieder entziehen? Auf die konkrete Frage antwortet die Fifa: «Die Fifa setzt auf die Zusammenarbeit und den Dialog mit den Veranstaltern ihrer Turniere, um den Respekt der Menschenrechte sicher zu stellen. (…) Die Fifa wird alle ihre zur Verfügung stehenden Einflussmöglichkeiten in Betracht ziehen (…), um den UNO-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte gerecht zu werden.»

In der Vergangenheit gerieten Sportgrossanlässe und die Gastgeberländer mehrfach in Kritik. So mussten etwa für die olympischen Spiele 2008 in Peking über 1,5 Millionen Menschen den neuen Stadien weichen. Sie wurden gegen ihren Willen umgesiedelt. Und für die anstehende Weltmeisterschaft 2022 in Katar herrschen massive Missstände für die Arbeitnehmer. Das betonte die Menschenrechtsorganisation Amnesty International bereits mehrfach.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von James Klausner (Harder11)
    Na,da schau her!. Die FIFA die einen Teil ihrer Einkünfte aus Menschenhandel gewinnt, hat plötzlich die Menschenrechte entdeckt. Hoffentlich ist das nicht zuviel Moral auf einmal...
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  • Kommentar von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
    Wer nur auf äusseren Druck solche Bedingungen in die Verträge aufnimmt, ist an sich schon unglaubwürdig. Betrachtet man in diesem Fall die Vergangenheit, muss man diese Reaktion als reine Imagepflege einstufen. - Wollte man wirklich nachhaltig arbeiten, dann hätte man sich längst auf einige wenige Austragungsorte fixiert, die periodisch solche Anlässe durchführen. Es wäre auch möglich, statt Länder Kontinente als Austragungsorte zu definieren und die darin vorhandene Infrastruktur zu nutzen.
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  • Kommentar von Steff Stemmer (Steff)
    Eine Farce, pervers! Hätte schon lange geschehen müssen. Durchgezogen wird es sowieso nicht, zuviel Geld im Spiel. Rio - Bankrott, Stadions ungenutzt, Wohnungen leer, Folge: Soziale Spannungen. Katar: Gastarbeiter werden wie Sklaven gehalten, Folge: x-Tote. Sotschi - zerfällt, eine Geisterstadt, kein Strom,kein Wasser usw. Wie im alten Rom 'Zuckerbrot und Peitsche', wir amüsieren uns und die Ärmsten der Armen kriegen die Peitsche! Es gibt eigenltich nur eines - Boykott solcher Grossanlässe!
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