Fifa-Kandidaten geben EU-Parlament einen Korb

Das für Mittwoch geplante Forum mit den Präsidentschaftskandidaten der Fifa vor dem Europaparlament findet nicht statt. In letzter Minute haben die übriggebliebenen Kandidaten Prinz Ali und Tokyo Sexwale ihre Teilnahme abgesagt.

Prinz Ali bin Al Hussein im Porträt. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Prinz Ali bin Al Hussein warnte das Europaparlament vor diesem Forum. Es widerspreche den Fifa-Regeln. Keystone

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Uncaf will Infantino

Uncaf will Infantino

Fifa-Präsidentschaftskandidat Gianni Infantino kann bei der Wahl mit weiteren Stimmen rechnen. Die Zentralamerikanische Fussballunion uncaf erklärte, dass sie den Walliser Uefa-Generalsekretär unterstützen werde. Die Uefa hatte sich in der vergangenen Woche nicht darauf verständigen können, komplett für Infantino zu stimmen.

Die Fifa-Präsidentschaftskandidaten haben kurzfristig eine geplante Debatte im Europaparlament platzen lassen. Ursprünglich sollten Prinz Ali bin Al-Hussein aus Jordanien, Jérôme Champagne aus Frankreich und der Südafrikaner Tokyo Sexwale am Mittwoch im Parlament in Brüssel ihre Pläne für eine Reform des Fussball-Weltverbands vorstellen. Die geplante Debatte könne nach Ansicht Alis jedoch gegen Fifa-Regeln verstossen und sagte seine Teilnahme ab.

Daraufhin habe auch Sexwale seine Teilnahme abgesagt. Als einziger Bewerber stand nach Angaben der Organisatoren nur noch Jérôme Champagne bereit. Zudem habe einer der beiden verbliebenen und zugleich aussichtsreichsten Kandidaten, Uefa-Generalsekretär Gianni Infantino und Scheich Salman bin Ibrahim al Chalifa aus Bahrain, Beschwerde gegen die Debatte eingelegt.

«Wir bedauern diese Entscheidung. Dies ist ein weiteres schlechtes Signal und eine weitere verpasste Chance», hiess es in einer Stellungnahme des Europäischen Parlaments.

Tokyo Sexwale im Porträt. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Tokyo Sexwale folgte der Entscheidung von Prinz Ali bin Al Hussein und sagte die Teilnahme an der Debatte ab. Keystone

«Auf diese Art und Weise wird das Vertrauen zwischen der Fifa und der Fussball-Community nicht wieder hergestellt», kritisierte EU-Parlamentarier Marc Tarabella. Jeder Kandidat einer demokratisch bestimmten Organisation müsse sich öffentlich rechtfertigen. «Die Fifa hat nichts dazugelernt.»

Vor zwei Wochen war bereits eine angedachte TV-Debatte der fünf Kandidaten geplatzt. Der Fussball-Weltverband bestimmt am 26. Februar bei einem ausserordentlichen Kongress in Zürich einen neuen Präsidenten als Nachfolger des gesperrten Sepp Blatter. Stimmberechtigt sind alle 209 Fifa-Mitgliedsländer.

Die fünf von der Fifa bestätigten Kandidaten für das Präsidentschaftsamt sind: Prinz Ali bin Al-Hussein, Scheich Salman bin Ibrahim al Chalifa, Jérôme Champagne, Gianni Infantino und Toxyo Sexwale.