Zum Inhalt springen

International Fifa-Kandidaten geben EU-Parlament einen Korb

Das für Mittwoch geplante Forum mit den Präsidentschaftskandidaten der Fifa vor dem Europaparlament findet nicht statt. In letzter Minute haben die übriggebliebenen Kandidaten Prinz Ali und Tokyo Sexwale ihre Teilnahme abgesagt.

Prinz Ali bin Al Hussein im Porträt.
Legende: Prinz Ali bin Al Hussein warnte das Europaparlament vor diesem Forum. Es widerspreche den Fifa-Regeln. Keystone

Die Fifa-Präsidentschaftskandidaten haben kurzfristig eine geplante Debatte im Europaparlament platzen lassen. Ursprünglich sollten Prinz Ali bin Al-Hussein aus Jordanien, Jérôme Champagne aus Frankreich und der Südafrikaner Tokyo Sexwale am Mittwoch im Parlament in Brüssel ihre Pläne für eine Reform des Fussball-Weltverbands vorstellen. Die geplante Debatte könne nach Ansicht Alis jedoch gegen Fifa-Regeln verstossen und sagte seine Teilnahme ab.

Daraufhin habe auch Sexwale seine Teilnahme abgesagt. Als einziger Bewerber stand nach Angaben der Organisatoren nur noch Jérôme Champagne bereit. Zudem habe einer der beiden verbliebenen und zugleich aussichtsreichsten Kandidaten, Uefa-Generalsekretär Gianni Infantino und Scheich Salman bin Ibrahim al Chalifa aus Bahrain, Beschwerde gegen die Debatte eingelegt.

«Wir bedauern diese Entscheidung. Dies ist ein weiteres schlechtes Signal und eine weitere verpasste Chance», hiess es in einer Stellungnahme des Europäischen Parlaments.

Tokyo Sexwale im Porträt.
Legende: Tokyo Sexwale folgte der Entscheidung von Prinz Ali bin Al Hussein und sagte die Teilnahme an der Debatte ab. Keystone

«Auf diese Art und Weise wird das Vertrauen zwischen der Fifa und der Fussball-Community nicht wieder hergestellt», kritisierte EU-Parlamentarier Marc Tarabella. Jeder Kandidat einer demokratisch bestimmten Organisation müsse sich öffentlich rechtfertigen. «Die Fifa hat nichts dazugelernt.»

Vor zwei Wochen war bereits eine angedachte TV-Debatte der fünf Kandidaten geplatzt. Der Fussball-Weltverband bestimmt am 26. Februar bei einem ausserordentlichen Kongress in Zürich einen neuen Präsidenten als Nachfolger des gesperrten Sepp Blatter. Stimmberechtigt sind alle 209 Fifa-Mitgliedsländer.

Die fünf von der Fifa bestätigten Kandidaten für das Präsidentschaftsamt sind: Prinz Ali bin Al-Hussein, Scheich Salman bin Ibrahim al Chalifa, Jérôme Champagne, Gianni Infantino und Toxyo Sexwale.

Uncaf will Infantino

Uncaf will Infantino

Fifa-Präsidentschaftskandidat Gianni Infantino kann bei der Wahl mit weiteren Stimmen rechnen. Die Zentralamerikanische Fussballunion uncaf erklärte, dass sie den Walliser Uefa-Generalsekretär unterstützen werde. Die Uefa hatte sich in der vergangenen Woche nicht darauf verständigen können, komplett für Infantino zu stimmen.

7 Kommentare

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Adrian Flükiger (Ädu)
    Nun, das wird primär und wenn überhaupt, dem Infantino helfen... was soll's! Irgend eine Marionette wird das Jöbli schon schnappen...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Romano Covi (rcoviw)
    Uli Hoeness for Präsident Wieso nicht Uni Hoeness als neuer FIFA Präsident? Er kommt zwar 3 Tage zu spät aus seiner Haftstrafe, aber seine Zeit im Knast hat in sicher geläutert. Er wäre sicher der Garant , dass die vielen Mauscheleien in der FIFA aufhören würden und man wieder vom sportlichen reden würde. Zudem hat er bei Bayer München bewiesen, dass er ein hervorragenden Kenner des Fußball ist.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Das nenne ich Mut. Die FIFA ist ein Grosskonzern +es wurde noch nie eine Präsidentschaftswahl von der EU abhängig gemacht. Es wurde auch noch nie ein Präsident einer Bank oder so, von der EU oder USA abgemurkst. Nicht einmal der Präsident von VW wurde durch die EU oder USA ausgemustert. Ich denke, dass es bei diesen beiden Grosskonzernen (es gibt noch viele) keinen Unterschied in Sachen "Korruption" gibt. Ich will FIFA nicht schützen, aber "Sepp" muss sich gegen solche Ungerechtigkeiten wehren.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Die FIFA ist rechtlich kein Großkonzern sondern ein Verband. Diese Tatsache erleichterte die Unregelmäßigkeiten.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen