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Aus Tagesschau vom 03.02.2019.
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Flüchtlingskrise in Australien Internierte Kinder entlassen

  • Die letzten vier Kinder, die noch im Flüchtlings-Internierungslager auf Nauru festgehalten wurden, überstellt Australien jetzt an die USA.
  • Hunderte Migranten sollen in den Lagern noch festsitzen.
  • Mediziner berichten von Selbstmordversuchen von Jugendlichen.

Kinder werden künftig nicht mehr in australischen Flüchtlingslagern auf abgelegenen Pazifikinseln untergebracht. Dies kündigten Premierminister Scott Morrison und Einwanderungsminister David Coleman an.

Die letzten vier verbliebenen Kinder aus ihrem umstrittenen Internierungslager für Flüchtlinge werden auf der Pazifikinsel Nauru geholt werden. Sie sollen mit ihren Familien in die USA ausgeflogen werden, so Morrison.

International in der Kritik

Australien steht wegen seiner knallharten Einwanderungspolitik international in der Kritik. Seit 2013 haben wechselnde Premierminister der konservativen Regierung auf Nauru und der zu Papua Neuguinea gehörenden Insel Manus Bootsflüchtlinge untergebracht. Einige sitzen schon seit Jahren dort fest – unter Bedingungen, die Ärzte und Flüchtlingshelfer als menschenrechtswidrig anprangern.

Allein 220 Kinder haben seit 2013 auf Nauru ihr Dasein gefristet. Aufgrund massiver Proteste in der Bevölkerung sah sich die Regierung im vergangenen Jahr gezwungen, alle Minderjährigen von der kleinen Insel zu holen. Als der Ex-Einwanderungsminister Morrison Ende August das Amt des Premiers übernahm, waren dort noch 120 Kinder interniert.

Suizidversuche von Kindern

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen kritisiert seit langem die miserablen Lebensbedingungen auf Nauru und Manus an. Die Gesundheitsprobleme der meisten Flüchtlinge dort hätten menschenunwürdige Ausmasse erreicht, hiess es zuletzt im Dezember. Etwa jeder dritte Patient habe schon versucht, sich umzubringen – darunter Kinder im Alter von gerade einmal neun Jahren.

Pläne zur Schliessung der Lager gibt es ebenso wenig wie genaue Angaben der Behörden zur Zahl der Insassen. Flüchtlingshelfer schätzen allerdings, dass auf Nauru und Manus noch jeweils rund 500 Menschen festsitzen dürften.

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Manuela Fitzi  (Mano)
    Diesen Flüchtlingen sollte allesamt die Möglichkeit offen stehen, in ihre Heimatländer zurückgeschifft zu werden. Niemand würde erfahren, dass sie als "Flüchtlinge" in einem Lager in AUS gelebt haben. Wenn die Situation so prekär ist, wäre dies sicherlich eine Möglichkeit. Aber Kinder einfach in der Welt hin- und herzuschieben ist 1) unmoralisch, 2) macht genauso Schule, wie es in Europa mittlerweile der Fall ist. Sprich: kommen sie damit durch, werden noch mehr Kinder geboren/vorausgeschickt.
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  • Kommentar von Rosi Zaugg  (YDW)
    Verglichen mit dem was Europa veranstaltet (Mittelmeer) ist Australien ein kleiner Fisch.
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  • Kommentar von Andreas Meier  (Epikur)
    Die Verantwortung liegt bei den Eltern, die denken, dass sie mit Kindern eine bessere Behandlung erhalten würden. Australien mag eine harte Linie fahren, aber zumindest ist sie konsequent, und niemand kann behaupten, er hätte es nicht gewusst. Das Vorschicken von Jugendlichen und Kindern wird auch in Europa immer mehr zur Migrationsstrategie. Und lediglich eine Minderheit stammt aus Kriegsgebieten, und noch weniger sind polit. Verfolgte. Sehr schlaue Leute, die wissen was hier in Europa zieht.
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    1. Antwort von Stefan Huwiler  (huwist)
      Genau. Ist man nur konsequent, dann ist alles erlaubt. Und ein weiteres Mal... an den voderen Exempel statuieren, dann kommen weniger nach, die uns 2% von unserem Überfluss wegnehmen könnten.
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    2. Antwort von Andreas Meier  (Epikur)
      Klar kann man das so sehen. Sie tragen jedoch keine staatspolitische Verantwortung, wie es die australischen Behörden tun. Die latente Ungerechtigkeit, dass man jene wenigen reinlässt welche illegal kommen, während hunderte Millionen zürückbleiben ist jedoch noch zynischer. Die halbe Welt zu importieren, kann kein Lösung sein. Die kriminellen und berechnenden Strategien d. Organisationen hinter diesen Strömen beim Namen zu nennen ist ein Teil der Hausaufgaben. Dies macht Migration nachhaltiger.
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    3. Antwort von Jörg Frey  (giogio)
      Epikur, Zynismus, die systematische Misshandlungen von Flüchtlingen und ihren Kindern und das Herumtrampeln auf Unschuldigen ist genau das Gegenteil von so genannt "staatspolitischer Verantwortung". Weil die australischen Regierungen innenpolitisch versagen, sind natürlich die bösen Flüchtlinge an der Inkompetenz schuld. Aber Epikurs immer gleiche Leier kennen wir ja weltweit.
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