Flüchtlingsobergrenze in Österreich bald erreicht

Bis höchstens 37'500 Flüchtlinge will Österreich im laufenden Jahr aufnehmen. Diese Obergrenze dürfte gemäss Innenministerin Johanna Mikl-Leitner bereits in wenigen Monaten erreicht sein. Und was dann?

Video «Flüchtlings-Obergrenze in Österreich bald erreicht» abspielen

Flüchtlings-Obergrenze in Österreich bald erreicht

1:52 min, aus Tagesschau vom 24.1.2016

Die von Österreich erst vor wenigen Tagen festgelegte Obergrenze für die Aufnahme von Asylbewerbern wird wohl binnen weniger Monate erreicht sein. Dieser Ansicht ist Innenministerin Johanna Mikl-Leitner.

Asylsuchenden droht Zurückweisung

«Bei 37'500 Anträgen wird in diesem Jahr gestoppt. Das wird voraussichtlich noch vor dem Sommer der Fall sein», sagte die ÖVP-Politikerin der «Welt am Sonntag». Sollte diese Zahl überschritten werden, wolle Österreich die Flüchtlinge entweder zurückweisen oder ihre Anträge nicht mehr bearbeiten.

«Entweder machen wir es wie Schweden, das heisst, wir nehmen über der Obergrenze zwar noch Anträge an, bearbeiten sie aber auf Jahre nicht mehr. Und die zweite Möglichkeit wird jetzt wie vereinbart geprüft: Nämlich, ob wir über einer Obergrenze überhaupt noch Anträge annehmen müssen oder direkt an der Grenze in die sicheren Nachbarstaaten zurückweisen können», sagte sie.

Mikl-Leitner spricht von «Asyloptimierung»

«Was wir derzeit erleben, hat ja nur wenig mit Schutzsuche zu tun, sondern mit der Suche nach dem wirtschaftlich attraktivsten Land – das kann so nicht weitergehen», sagte Mikl-Leitner weiter. Slowenien und Kroatien seien sichere Staaten. «Dennoch werden dort kaum Asylanträge gestellt, man zieht weiter nach Österreich, Deutschland oder Schweden». Dies sei «keine Schutzsuche mehr, sondern Asyloptimierung».

Österreich will künftig nur noch Flüchtlinge ins Land lassen, die entweder in der Alpenrepublik selbst oder in Deutschland Asyl beantragen wollen. So soll der Andrang gedrosselt werden, um die von der Regierung in Wien jüngst beschlossene Obergrenze von 37'500 Asylbewerbern in diesem Jahr nicht zu überschreiten.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel