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Fragiler Frieden Warum im Südsudan die Angst vor einem neuen Bürgerkrieg wächst

Der Südsudan galt lange als Hoffnungsträger. Nach Jahrzehnten des Unabhängigkeitskampfs wurde das Land 2011 eigenständig. Doch schon zwei Jahre später brach ein Bürgerkrieg aus. Zwar endete der Krieg 2018 offiziell mit einem Friedensabkommen. Doch der Frieden blieb fragil. Nun warnen die UNO und Hilfsorganisationen erneut vor einer gefährlichen Eskalation. Afrika-Korrespondentin Sarah Fluck hat Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Sarah Fluck

Afrika-Korrespondentin

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Sarah Fluck ist seit 2024 Afrika-Korrespondentin von Radio SRF und lebt in der ugandischen Hauptstadt Kampala. Vor ihrem Engagement bei SRF war Fluck als freie Journalistin in Ostafrika tätig. Sie hat Afrikapolitik an der «School of Oriental and African Studies» (SOAS) in London studiert.

Warum spitzt sich die Lage im Südsudan zu?

Die Spannungen sind nicht neu. Neu ist aber, wie stark sie in den vergangenen anderthalb Jahren zugenommen haben. Seit Anfang 2025 eskaliert der Machtkampf an der Staatsspitze, gleichzeitig nehmen seither die Kämpfe in mehreren Regionen zu. Die UNO befürchtet deshalb, dass sich die Ereignisse von 2013 wiederholen könnten, als ein politischer Konflikt in einen Bürgerkrieg mündete.

Wer kämpft im Südsudan gegen wen?

Im Zentrum der Krise stehen Präsident Salva Kiir und sein Rivale Riek Machar. Beide kämpften einst gemeinsam für die Unabhängigkeit des Landes, später wurden sie politische Gegner. Die Spannungen verschärften sich im März 2025, als Riek Machar von den Sicherheitskräften von Salva Kiir unter Hausarrest gestellt wurde. Heute geht es jedoch längst nicht mehr nur um diese beiden Männer. Zahlreiche lokale Milizen und bewaffnete Gruppen verfolgen eigene Interessen und tragen zur Gewalt bei.

Der suspendierte südsudanesische Vizepräsident Riek Machar sitzt während eines Gerichtsverfahrens in einem Metallkäfig.
Legende: Der suspendierte Vizepräsident Riek Machar während seines Prozesses wegen Hochverrats und weiterer Vorwürfe in der südsudanesischen Hauptstadt Juba im September 2025. Reuters / Jok Solomun

Welche Rolle spielt der Krieg im Nachbarland Sudan?

Der Krieg im Sudan ist nicht die Ursache der Krise, wirkt aber wie ein Brandbeschleuniger. Weil eine wichtige Ölpipeline im Sudan beschädigt wurde, verlor der Südsudan einen grossen Teil seiner Staatseinnahmen. Gleichzeitig gelangen Waffen und Kämpfer über die Grenze ins Land. Hinzu kommen mehr als eine Million Menschen, die vor dem Krieg im Sudan geflohen sind.

Wie wirkt sich die Gewalt auf die Bevölkerung aus?

Millionen Menschen leiden Hunger, Hunderttausende sind auf der Flucht. Mehrere Gesundheitszentren mussten in den vergangenen Wochen nach Angriffen und Plünderungen schliessen. Viele Familien wurden bereits mehrfach vertrieben und leben heute in provisorischen Lagern. In manchen Regionen berichten Hilfsorganisationen, dass Menschen wilde Pflanzen oder Wurzeln essen, um zu überleben. Mit der nun eintretenden Regenzeit drohen zudem Überschwemmungen und damit neue Versorgungsengpässe.

Luftaufnahme von überflutetem Land mit traditionellen Strohhütten und Bäumen.
Legende: Nicht nur die Gewalt bedroht die Menschen im Südsudan. Jahr für Jahr setzen Überschwemmungen Dörfer unter Wasser, vernichten Ernten und verschärfen Hunger und Vertreibung. (Provinz Jonglei, 2020) Reuters / Andreea Campeanu

Kann ein neuer Bürgerkrieg noch verhindert werden?

Ja. Noch handelt es sich nicht um einen landesweiten Bürgerkrieg. Vermittler versuchen, die politischen Gegner wieder an den Verhandlungstisch zu bringen. Viele fordern die Freilassung von Riek Machar aus dem Hausarrest. Eine wichtige Rolle könnten auch die Kirchen spielen. Sie gehören zu den wenigen Institutionen, die im ganzen Land noch Vertrauen geniessen. Doch das Zeitfenster für eine politische Lösung wird immer kleiner.

Salva Kiir bei einer formellen Versammlung mit anderen Uniformierten.
Legende: Südsudans Präsident Salva Kiir am Flughafen von Juba im April 2025. Die Spannungen zwischen Kiir und dem Lager seines Rivalen Riek Machar haben sich in den vergangenen Monaten deutlich verschärft. Reuters / Samir Bol

Echo der Zeit, 2.6.2026, 18.30 Uhr ; 

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