- Im Südsudan haben bewaffnete Gruppen mehrere Dörfer angegriffen. Die lokalen Behörden melden, dabei seien mindestens 169 Menschen getötet worden.
- Auch die UNO-Friedensmission im Südsudan berichtet von Dutzenden Toten. Über Tausend Zivilpersonen seien seither zu einem Standort der Friedensmission geflüchtet.
- Wer hinter den Angriffen steckt, ist derzeit unklar.
Unbekannte bewaffnete Gruppen seien am Sonntag in Ortschaften im Verwaltungsbezirk Ruweng, der im Norden des Landes an den Sudan grenzt, eingefallen, sagte der Informationsminister des Bezirks. Unter den Todesopfern befänden sich demnach Kinder, Frauen und ältere Menschen sowie Sicherheitskräfte.
Die Informationsministerin des Bundesstaates Unity, in dem Ruweng liegt, sagte dem lokalen Radiosender Tamazuj, die Regierung habe Soldaten in das Gebiet geschickt, um die Lage vor Ort zu entschärfen. Zudem seien Untersuchungen eingeleitet worden, um die Identität der Täter sowie die Ursache der Angriffe zu ermitteln.
Auch die UNO-Friedensmission im Südsudan (Unmiss) berichtete von Dutzenden Toten und bezeichnete die «eskalierende Gewalt» in der Region als «alarmierend». Mehr als 1000 Zivilistinnen und Zivilisten seien seit Sonntag auf eine Unmiss-Basis in der Region geflüchtet. Zahlreiche Verletzte erhielten dort medizinische Notfallversorgung.
Das seit 2011 unabhängige ostafrikanische Land mit rund zwölf Millionen Einwohnern gilt seit mehreren Monaten als politisch instabil. Einerseits kommt es immer wieder zu Zusammenstössen zwischen Sicherheitskräften der Regierungspartei SPLM und der Oppositionspartei SPLM-IO. Andererseits kommt es regelmässig zu gewaltsamen Ausschreitungen zwischen ethnischen Gruppen. Beobachter warnen vor einem Rückfall des Landes in einen Bürgerkrieg.