Frankreich: Heftiges Werben für einen Militärschlag

Die anfänglich starke Allianz für eine Strafaktion gegen das Assad-Regime nach dem mutmasslichen Giftgas-Einsatz in Syrien bröckelt. Als erste sind die Briten abgesprungen, auch die Weltmacht USA zögert. In Frankreich kommt das Zeitspiel für Präsident François Hollande ziemlich ungelegen.

In Sachen Syrien liess Frankreichs Präsident François Hollande bislang keine Zweifel offen, was die Marschrichtung anbelangt. Der Einsatz von Chemiewaffen gegen die Zivilbevölkerung müsse umgehend bestraft werden. Doch statt Marschflugköper auf Stellungen der syrischen Armee hagelt es jetzt Proteste in der Nationalversammlung in Paris.

Premierminister Jean-Marc Ayrault warb trotzdem für einen Einsatz: «Wir wollen das Ende des Regimes von Baschar-al-Assad», sagte er in einer Sondersitzung des Parlaments. Nun müsse schnell, gezielt und kollektiv reagiert werden, betonte Ayrault. «Frankreich will keine Bodentruppen einsetzen. Es kann keine andere Lösung geben, als die der Verhandlung.»

SRF-Korrespondent Michael Gerber zur Debatte in Frankreich

0:52 min, aus Tagesschau vom 4.9.2013

Gipfel soll Einigkeit schaffen

Die Konservative UMP, die extreme Rechte sowie die Linke stehen einem Militäreinsatz eher kritisch gegenüber. SRF-Korrespondent Michael Gerber sagt François Hollande sitze im Offside. Hollande selbst war an der Sondersitzung nicht anwesend.

Nun soll der der G-20 Gipfel in St. Petersburg die Wende bringen. Hollande wolle versuchen dort eine breite Koalition für den Syrien-Einsatz zu bilden, sagte Gerber und sich so aus der Offside-Falle befreien.