Frankreich kürzt der Armee die Gelder

Zehn Prozent weniger Streitkräfte: Das ist die Idee der französischen Regierung. Denn sie muss sparen, um die Vorgaben der EU zu erfüllen.

Französische Armeeangehörige werden im Panzer durch Paris gefahren. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Jetzt muss auch die Armee den Gürtel enger schnallen. Bislang blieb sie davon verschont. Reuters

228'000 Personen – so viele sind derzeit in der französischen Armee beschäftigt. Doch Frankreich muss sparen und sieht ab 2014 den Abbau von 23'500 Stellen vor, 16'000 davon in der Verwaltung.

Im laufenden Haushalt sind bereits 10'000 Stellenstreichungen vorgesehen. Zudem sollen nach der Vorlage weniger Rafale-Kampfflugzeuge angeschafft und die Zahlungen dafür gestreckt werden. Es gebe aber keinen Grund zur Sorge für den Flugzeugbauer Dassault, sagte Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian dem Sender Europe 1. Er sei sehr zuversichtlich, dass sich in den kommenden Monaten Exportmöglichkeiten für den Rafale-Jet ergäben.

Stellenabbau zu schlechtem Zeitpunkt

Die französische Regierung will über einen Fünf-Jahres-Zeitraum ihre Ausgaben um 60 Milliarden Euro senken, um die Vorgaben des Euro-Stabilitätspaktes einhalten zu können. Bislang waren die Streitkräfte von drastischen Kürzungen verschont geblieben. Nun soll der Verteidigungsetat für die kommenden drei Jahre bei 31,4 Milliarden Euro verharren. Ab 2017 soll der Haushalt dann wieder steigen.

Der Stellenabbau trifft Frankreich aber in einer Zeit steigender Arbeitslosigkeit hart und könnte die Unzufriedenheit über die Politik des sozialistischen Präsidenten Francois Hollande weiter erhöhen.