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International Frankreichs Konservative gewinnen Stimmungstest

In Frankreich geht die konservative Oppositionspartei UMP als Siegerin aus den Wahlen in den Départements hervor. Die Sozialisten müssen eine Niederlage einstecken. Der rechtsextreme Front National kann kein Departement erobern.

Legende: Video Aufwind für Sarkozy abspielen. Laufzeit 1:52 Minuten.
Aus Tagesschau vom 30.03.2015.

Nach den Departementswahlen in Frankreich kontrolliert das konservativ-bürgerliche Lager künftig rund zwei Drittel der Gebietskörperschaften. Abgestraft wurden bei der zweiten Abstimmungsrunde die Sozialisten von Präsident François Hollande.

Den in der Nacht zum Montag veröffentlichten Endergebnissen zufolge hat die konservative Opposition um den früheren Staatschef Nicolas Sarkozy künftig in 66 der 101 Départements eine Mehrheit, die Sozialisten und andere linke Parteien kontrollieren 33 Gebiete. In den Départements Vaucluse und Guadeloupe war die Lage noch unklar.

Symbolträchtige Verluste eingefahren

Das konservative Bündnis aus UMP und der Zentrumspartei UDI konnte der Linken damit 25 Départements entreissen – ein UMP-Gebiet ging an die Linke. In die Kontrolle der Konservativen fielen auch die Départements Corrèze, in dem Hollandes Wahlkreis liegt, sowie Essonne, die Hochburg des Premiers Manuel Valls.

Der Front National hatte auf die Mehrheit in einem oder zwei Départements gehofft. Die rechtsextreme Partei etablierte sich zwar in zahlreichen Wahlkreisen, schaffte es aber knapp nicht, ein Departement unter ihre Kontrolle zu bringen. Trotzdem sprach Parteichefin Marine Le Pen angesichts der verbesserten Resultate von einem «aussergewöhnlichen» Ergebnis, das «die Basis für künftige Siege» schaffe.

«Missbilligungsvotum» gegen Regierung?

Der Ausgang der Wahlen ist keine Überraschung. Schon in der ersten Wahlrunde vor einer Woche hatten die Konservativen triumphiert und die Sozialisten eine empfindliche Niederlage erlitten. UMP und UDI kamen auf knapp 29 Prozent, vor der Front National mit 25 Prozent und den Sozialisten mit 21 Prozent.

Sarkozy an einem Rednerpult.
Legende: In Frankreich kehren sich die politischen Machtverhältnisse auf regionaler Ebene um. Keystone

Die Wahl hatte vor allem eine symbolische Bedeutung, da der politische Einfluss der Räte in den Départements begrenzt ist. Sie galt aber als wichtiger Stimmungstest. UMP-Chef Sarkzoy trat am Sonntagabend deshalb triumphierend vor die Kameras.

«Noch nie hat unsere politische Familie so viele Départements gewonnen», sagte er. Zugleich habe nie zuvor das Regierungslager so viele Gebiete verloren. Die «Missbilligung» der Franzosen gegenüber der Regierung sei beispiellos.

Der sozialistische Premierminister Valls machte die «Spaltung» des linken Lagers für die Wahlschlappe verantwortlich. Rund 40 Millionen Franzosen waren zum Urnengang aufgerufen worden. Die Wahlbeteiligung lag bei 49,99 Prozent.

11 Kommentare

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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Die Franzosen haben gemerkt, dass unter einem Linken Präsidenten nix zu erreich3en ist. Es ist höchste Zeit, dass unser westlicher Nachbar wieder in konservative Hände gerät, bevor er vom linken Hollands in den Ruin getrieben wird. Vive sa France conservative !! Wenn Sarkozy als Regierungschef nicht erwünscht ist, gibt es ja noch genug andere köpfe in seiner Partei.
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    1. Antwort von V. Humbert, Carouge
      Frau Zelger, da liegen Sie falsch. Haben denn Sarkozy und vor ihm Chirac die überfälligen Reformen angepackt... Hatten ja fast 2 Jahrzehnte Zeit? Türlich nicht. Dass wird, so wie in Deutschland (Schröder), ein Sozialist erbringen müssen. Die Konservativen als Heilsbringer? Von wegen! Die verursachen eine Wirtschftskrise nach der anderen. So sieht's aus!
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  • Kommentar von V. Humbert, Carouge
    Das will für Frankreich rein gar nichts bedeuten. Sarkozy hat als Präsident rein gar nichts zustande gebracht. Das einzige, das von seiner Präsidentschaft in Erinnerung bleiben wird, ist sein Missmanagement der Krise und sein Ausrollen des roten Teppichs für einen gewissen Gaddafi, um ihm Rafales zu verkaufen. Als das nicht klappte, schickte er ihm die Rafales trotzdem um sein Land zu bombardieren. Und Frau LePen bräuchte eine Zeitmaschine um ihre politischen "Vorstellungen" umzusetzen.
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    1. Antwort von christian strahm, aarau
      Das mit dem roten Teppich trifft ja zu. Aber hat nicht auch Herr Hollande Herrn Sisi den roten Teppich gerollt mit derselben Absicht, nämlich Rafales zu verkaufen, und es dabei bewenden lassen, ohne auf den Umstand hinzuweisen, dass ein politischer Gegner zu respektieren wär? Die Nachrichten jedenfalls liessen keine Anzeichen einer solchen Ermahnung durchblicken.
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  • Kommentar von M Roe, Gwatt
    Warum kann die Vorsitzende des Front national hier nicht einmal eine Aussage machen. Ist man etwa nicht nur Parteifeindlich sondern auch noch Frauenfeindlich? Leider wird es immer eindeutiger, dass die Presse einseitig informiert.
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