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Frauen-Demonstration Istanbul
Aus News-Clip vom 26.11.2019.
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Frauenproteste in Istanbul Demonstration gegen Gewalt gewaltsam aufgelöst

  • In Istanbul hat die Polizei am Montag eine Demonstration gegen die Gewalt an Frauen aufgelöst – mit Tränengas und Gummi-Geschossen.
  • Etwa 2000 Menschen – die meisten von ihnen Frauen – hatten sich nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP zu der Demonstration in der Innenstadt versammelt, anlässlich des Internationalen Tags gegen die Gewalt an Frauen.
  • Eine türkische Frauenrechtsgruppe kritisierte, Gewalt an Frauen sei in dem Land ein verbreitetes Problem.
  • Die Zahl der getöteten Frauen habe in den vergangenen Jahren zugenommen. Zudem würde die Behörden die Täter oft zu milde bestrafen.

Die Teilnehmerinnen der Demonstration am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen hielten unter anderem Schilder mit den Namen von in der Türkei getöteten Frauen in die Höhe.

Sie gehe gegen «die Feinde der Frauen» und für ein «Ende des Mordes an Frauen» auf die Strasse, sagte die Lehrerin Ayse Baykal. Die 25-jährige Ozge Cekcen beklagte, die Mordrate an Frauen in der Türkei sei «drastisch gestiegen». Über das Thema werde jedoch in der Öffentlichkeit geschwiegen.

Gewalt gegen Frauen ist in der Türkei ein verbreitetes Problem. Im August hatte der Mord an Emine Bulut für grosses Aufsehen gesorgt. Ihr Ex-Mann hatte die Frau vor den Augen ihrer zehnjährigen Tochter in einem Restaurant im zentralanatolischen Kirikkale erstochen. Der Täter wurde inzwischen zu lebenslanger Haft verurteilt.

Nach Angaben einer türkischen Frauenrechtsgruppe wurden seit Anfang des Jahres 378 Frauen in dem Land getötet. Im vergangenen Jahr hatte es 440 weibliche Opfer von Gewalt gegeben, 2011 waren es 121. In mehr als einem Viertel der Fälle waren die Ehepartner die Täter. Frauenrechtsgruppen werfen der türkischen Justiz regelmässig vor, Täter, die der Gewalt an Frauen überführt werden, zu milde zu bestrafen.

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18 Kommentare

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  • Kommentar von Karl Kirchhoff  (Charly)
    Gestern wurde in den Nachrichten berichtet, dass auch in Deutschland, im Durchschnitt alle drei Tage, eine Frau an häuslicher Gewalt stirbt. Sind die Täter mit allem überfordert, oder hatten die alle eine schlechte Kindheit, oder was ist da los?? Es wurde übrigens auch von häuslicher Gewalt gegen Männer berichtet, aber nicht mit solchen Folgen.:((
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  • Kommentar von M. Berger  (Mila)
    Erschreckend und sehr traurig! - Leider ist die zunehmende Gewalt an Frauen eine weltweite Erscheinung, - Ein Zeichen unserer Zeit, dass die Menschheit allgemein brutaler wird, die Hemmschwelle tiefer liegt, oder ganz einfach die zunehmende Flut an Beispielen aus dem Netz? - MANN verzeiht es offensichtlich nicht, dass Frauen sich emanzipieren und dieselben Rechte für sich fordern wie die Männer diese bisher als selbstverständlich in Anspruch genommen haben.
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  • Kommentar von Peter Imber  (Wasserfall)
    Mit dieser Aktion zeigt das türkische Regime unter Diktator Erdogan einmal mehr sein menschenrechtsverachtendes Gesicht. Solange dieses Regime an der Macht ist, kaufe ich keine türkischen Produkte mehr. Und Ferien in diesem Land gibt es schon gar nicht mehr. Weiss, mit Boykotten trifft man immer auch unschuldige Menschen, die redlich ihrer Arbeit nachgehen. Aber sehe kein anderes Mittel, um als Einzelperson gegen solche Regime zu agieren.
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