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Friedensnobelpreis 2018 Zeichen gegen sexuelle Gewalt als Kriegswaffe

Legende: Video Friedensnobelpreis für Kampf gegen Sexualverbrechen als Kriegswaffe abspielen. Laufzeit 05:38 Minuten.
Aus Tagesschau vom 05.10.2018.
  • Der Friedensnobelpreis 2018 geht an den kongolesischen Arzt Denis Mukwege und die irakisch-jesidische Menschenrechtsaktivistin Nadia Murad.
  • Das Nobelpreiskomitee honoriert deren Kampf gegen sexuelle Gewalt als Kriegswaffe.

Tweet Nobelpreis

Der kongolesische Gynäkologe Denis Mukweges leitet in seiner
Heimat, der Demokratischen Republik Kongo, ein Krankenhaus, in
dem er Opfer sexueller Gewalt – darunter Tausende Opfer von Gruppenvergewaltigungen – behandelt. Da bietet er diesen psychologische, juristische und finanzielle Hilfe an.

Die irakisch-jesidische Menschenrechtskämpferin Nadia Murad war 2014 von der Extremisten-Miliz «Islamischer Staat» in ihrer Heimat Irak entführt und als Sexsklavin gefoltert worden. Von ihrer dreimonatigen Tortur hatte sich Murad befreien und nach Deutschland fliehen können. Heute lebt sie in Baden-Württemberg und ist UNO-Sonderbotschafterin. Als solche setzt sie sich unermüdlich für die Rechte der Jesidinnen und gegen sexuelle Gewalt weltweit ein.

Beide Preisträger hätten wesentliche Beiträge dazu geleistet, die Aufmerksamkeit der Welt auf derartige Kriegsverbrechen zu lenken, begründete das Nobelkomitee seine Entscheidung.

Denis Mukwege gilt weltweit als führender Experte für die Behandlung von vergewaltigten Frauen.
Legende: Denis Mukwege gilt weltweit als führender Experte für die Behandlung von vergewaltigten Frauen. Keystone

Ehre im Zeichen von #metoo

Experten hatten sich im Vorfeld schwer getan, einen Nobelpreisträger vorherzusagen. Kurz vor der Bekanntgabe waren die Namen vom 63-jährigen Arzt Mukwege und der 25-jährigen Aktivistin Murad aber immer höher gehandelt worden – auch als Würdigung für die #metoo-Bewegung gegen sexuelle Belästigung.

Nadia Murad setzt sich für die Strafverfolgung von IS-Verbrechern ein.
Legende: Nadia Murad setzt sich für die Strafverfolgung von IS-Verbrechern ein. Keystone

Im vergangenen Jahr hatten die fünf Mitglieder des Nobelkomitees die internationale Kampagne zur atomaren Abrüstung (Ican) ausgezeichnet. Die Organisation erhielt den Nobelpreis für ihre «bahnbrechenden Bemühungen» um ein vertragliches Verbot von Atomwaffen.

Preisverleihung in Oslo

Wie die Nobelpreise für Medizin, Physik, Chemie und Literatur wird der mit neun Millionen schwedischen Kronen (etwa 860'000 Euro) dotierte Friedensnobelpreis am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel, verliehen. Überreicht wird die Auszeichnung allerdings anders als die anderen Nobelpreise nicht in Stockholm, sondern in der norwegischen Hauptstadt Oslo.

Grafik Friedensnobelpreis

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Imber (Wasserfall)
    Ich habe für und zolle einfach nur Respekt u Bewunderung an solche Menschen. Was für eine Willenskraft u Selbstlosigkeit, Tag für Tag gelebt! Solche Menschen geben einen Mut und Hoffnung, dass neben all dem Schlimmen auf unserer Erde doch auch immer wieder Gutes keimt. Leider werden in diesen beiden Fällen weder die Politiker in DRK noch die fanatischen Religiösen irgend etwas Konkretes ändern. Persönliche Machtgier einerseits und religiöser Fanatismus andererseits stehen da meterhoch im Wege.
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  • Kommentar von Katharina Regli (Kathareina)
    Nadia Murad wurde von der Extremisten-Miliz "Islamischer Staat" entführt. Das war religiöser Krieg nicht nur sexuelle Gewalt als Waffe. Wenn bei uns immer mehr dieser Frauen nebst den Kopftuch ein bodenlanges Kleid tragen auf der Strasse, stimmen sie doch diesem Kalifatsgedanken und nichthinterfragtem Koran zu. Europäische Frau sind aus dieser Sicht nur Sexsklavinnen dieser heiligen Krieger, dass weiss, wer den Koran so auslegt. Frau Murad's Foto wird wie auf diesem Beitrag abgebildet?!
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  • Kommentar von Ilse König (königin)
    Der Preis alleine ist noch keine Verbesserung. Jetzt müssen die Verantwortlichen der Landesregierungen handeln und hinsehen, was passierte und immer wieder passiert. Leider ist der Tenor noch sehr klein, geht es um die Anerkennung dieser Verbrechen. Wegzuschauen war leider zu oft die Regel.
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