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Abiy Ahmed gewinnt den Friedensnobelpreis
Aus Tagesschau vom 11.10.2019.
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Friedensnobelpreis für Ahmed Der Preis kommt verfrüht, ist aber verdient

Die Reaktionen auf Abiy Ahmeds Friedensnobelpreis fallen in Äthiopien gemischt aus. Denn von seinem anfänglichen fast schon Kultstatus hat er viel verloren. Seine Unterstützung in der Bevölkerung hat massiv abgenommen.

Das hat vor allem mit den diversen alten ethnischen Konflikten zu tun, die seit seinem Amstantritt wieder aufgeflammt sind. Mehr als drei Millionen Menschen sind deswegen auf der Flucht. Dass darum viele Äthiopier den Friedensnobelpreis als unangebracht oder verfrüht empfinden, ist nachzuvollziehen.

Grosse Veränderungen am Horn von Afrika

Doch Abiy Ahmeds Bemühen ist durchaus auszeichnenswert. Er hat in so kurzer Zeit so viele Reformen angestossen, in einem Land, das fast drei Jahrzehnte lang autokratisch regiert wurde. Es gibt heute Meinungsfreiheit in Äthiopien, politische Freiheit, viele Frauen in der Regierung. Kein Regierungschef auf dem afrikanischen Kontinent hat in jüngster Zeit derart viel bewegt.

Am Horn von Afrika sind grosse Veränderungen im Gange. Dass Äthiopien unter Abiy Ahmed auch geholfen hat, eine Einigung im benachbarten Sudan zu finden, kommt dem Premier ebenfalls zu Gute. Der Lackmustest für den Friedensnobelpreisträger werden die versprochenen Wahlen sein nächstes Jahr. Abiy Ahmed hat freie und faire Wahlen versprochen, und da sollen auch all die bisher verbotenen und unterdrückten Oppositionsparteien teilnehmen. Wenn sie denn stattfinden. Bis dann muss der Premier es nämlich schlicht und einfach schaffen, das Land zusammenzuhalten.

Die Lage in Äthiopien ist sehr angespannt. Der Nobelpreis gibt dem Premier dafür sicher Rückenwind.

Anna Lemmenmeier

Anna Lemmenmeier

Afrika-Korrespondentin

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Anna Lemmenmeier ist seit 2017 Afrika-Korrespondentin, Link öffnet in einem neuen Fenster von Radio SRF und lebt in Nairobi, der Hauptstadt Kenias. Davor war sie Mitglied der SRF-Wirtschaftsredaktion. Sie hat internationale Beziehungen, Geschichte und Völkerrecht an den Universitäten von Bern, Genf und Ghana studiert.

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