Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Video Zehntausende Menschen demonstrieren in Moskau abspielen. Laufzeit 01:44 Minuten.
Aus Tagesschau vom 10.08.2019.
Inhalt

Für faire und freie Wahlen Tausende demonstrieren in Moskau

  • Begleitet von einem massiven Polizeiaufgebot haben in Moskau tausende Menschen gegen Polizeigewalt und für faire und freie Wahlen demonstriert.
  • In der grössten Protestkundgebung seit Jahren verlangte die Menge, dass auch Kandidaten der Opposition zu den Kommunalwahlen in Moskau im September zugelassen werden.
  • Die Wahlen in Moskau gelten als Test für die landesweiten Parlamentswahlen 2021.

Die Polizei sprach von rund 20'000 Demonstranten. Beobachter schätzten die Zahl dagegen auf 40'000. Es war die grösste Kundgebung der Opposition seit den Jahren 2011 bis 2013, als Zehntausende auf die Strasse gingen und gegen Wahlbetrug protestierten. Laut unabhängigen Beobachtern wurden bei den Demonstrationen rund 250 Personen in Gewahrsam genommen.

Die bekannte Oppositionelle Lyubow Sobol wurde einige Stunden vor der Kundgebung von der Polizei festgenommen, ihr Büro wurde durchsucht. Sobol befindet sich im Hungerstreik. Sie ist eine enge Mitarbeiterin von Alexej Nawalny, dem bekanntesten Kritiker von Präsident Wladimir Putin. Die Polizei teilte mit, sie habe Informationen, dass Sobol und andere Aktivisten während der Kundgebung eine Provokation geplant hätten.

Legende: Video Luzia Tschirky zu den Demonstrationen in Moskau abspielen. Laufzeit 00:46 Minuten.
Aus Tagesschau vom 10.08.2019.

Putin verliert an Zustimmung

Die Grosskundgebung am Samstag war bereits die vierte in der russischen Hauptstadt in vier Wochen. Anders als vor einer Woche hatten die Behörden die Demonstration diesmal genehmigt. Vergangenes Wochenende hatte die Polizei mehr als 1000 Kundgebungsteilnehmer festgenommen und war teils mit grosser Gewalt gegen sie vorgegangen.

Die Proteste zeigen Wirkung: gemäss jüngsten Umfragen verliert Präsident Putin zunehmend an Zustimmung in der Bevölkerung.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

32 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von m. mitulla  (m.mitulla)
    Jede Regierung wird in die Ecke getrieben durch anhaltende Proteste und Aufstände. Das ist nicht nur in Moskau so, sondern auch in Paris, Bukarest und an vielen anderen Schauplätzen der Welt. Auch unsere Regierung müsste reagieren, wenn Aufstände sich breit machen und das öffentliche Leben beginnen würde zu stocken. Leider ist die Berichterstattung da etwas einseitig - so findet man beispielsweise von den Misshandlungen der Polizei an den Gelbwesten in Paris nur spärlich Bilder und Berichte.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Peter M Haller  (Peter M Haller)
    Der Holländer Geert Hodstede hat in den 60-iger Jahren in seinen Untersuchungen 0ber kulturelle Unterschiede in den Führungsstilen beschriebenen, ob Menschen eher den Machteinfluss akzeptieren oder ablehnen. Er benennt diesen Faktor Machtdistanz. Je höher der Index desto höher die Zustimmung, je niedriger desto grösser die Ablehnung. Russland hat einen Faktor 95, die deutsche Schweiz 26. Dies erklärt wieso wir Putin als machtbessenen Menschen sehen, während Russen ihn als Führer akzeptieren.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Peter M Haller  (Peter M Haller)
      Korrektur: der Holländer, der über die Unterschiede in den Führungsstilen berichtet heisst Geerte Hofstede.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Drago Stanic  (drago stanic)
    Was nicht erwähnt würde;Demo würde bewiligt und ist friedlich verlaufen. Nach Demo Abschluss haben paar hunderte versucht Strasse zu blokieren und eigene Demo durchzuführen. Wie Schwarze Block in Schweiz bei 1.Mai. Was dann passiert ist ist genau gleiche was in Schweiz passiert am 1. Mai. Nur ohne Tränengas.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Walter Matzler  (wmatz)
      Tatsächlich ist nun eine (!) Demo mit Einschränkungen erlaubt worden. Für die bisherigen im Zusammenhang mit den Moskauer Wahlen sind jedoch keine Bewilligungen erteilt worden. Ein Vergleich mit dem Schwarzen Block in Zürich ist da in jeder Hinsicht Fehl am Platz.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen