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Fusion der Autoriesen Auf dem Weg zum weltgrössten Autohersteller

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Aus dem Archiv: Marchionne-Ära bei FIAT zu Ende
Aus Tagesschau vom 22.07.2018.
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Seit heute Morgen ist es kein Gerücht mehr: Der Verwaltungsrat von Renault ist seit 8 Uhr daran, die Pläne für eine Fusion von Fiat Chrysler (FCA) und Renault zu studieren. Beide Autohersteller wären zu je 50 Prozent am neuen Konzern beteiligt, gaben die Unternehmen heute bekannt.

Weil Renault parallel dazu seit Jahren schon in die Allianz Renault-Nissan-Mitsubishi eingebunden ist – die weiter besteht – ergäbe sich mit 15 Millionen Autos im Jahr der grösste Autohersteller der Welt.

Einsparungen von 5 Millarden Euro

Nissan, seit 20 Jahren Partner von Renault, war in die Gespräche allerdings nicht involviert. Nissan sagte am Wochenende gegenüber japanischen Medien, man sei «theoretisch offen für alles, was die Allianz stärke».

Mit der Fusion von FCA und Renault und der weiteren Zusammenarbeit mit der Allianz Renault-Nissan-Mitsubishi glauben die Heiratswilligen, mindestens 5 Milliarden Euro pro Jahr sparen zu können. Dies ohne Fabriken schliessen zu müssen und Jobs abzubauen, hiess es heute Morgen.

Inwiefern das möglich sein wird, ist offen. Die italienischen Gewerkschaften haben vorsorglich schon einmal Bedenken angemeldet. Sie fürchten sich zu Recht: Die Fiat-Standorte in Italien sind unterbeschäftigt und rentieren kaum.

Strategischer Zugang zum US-Markt

Sicher ist bezüglich Kosten: Je mehr Autobauer gemeinsame Plattformen nutzen können, um Autos herzustellen, desto günstiger wird der einzelne Wagen. Und: Die Milliardenhohen Investitionen, die auf die Autobauer zukommen wegen neuen Antriebssystemen und strengeren Umweltvorschriften – ganz zu schweigen von autonom fahrenden Fahrzeugen – könnten auf mehr Schultern verteilt werden.

Die vorgeschlagene Fusion zwischen FCA und Renault ist aber auch aus strategischen Überlegungen sinnvoll: Fiat Chrysler verstärkt sich in Europa, in den Schwellenländern und im Bereich der Elektro-Mobilität, wo der italienisch-amerikanische Konzern schwach ist – und Renault erhält Zugang zum US-Markt, wo die Franzosen seit 1991 nicht mehr vertreten waren.

Kapitalmarkt reagiert erfreut

Vieles spricht deshalb dafür, dass die Verwaltungsräte von FCA und Renault die Fusion gutheissen werden. Zumal der französische Staat, der 15 Prozent der Renault-Aktien hält und der Grossaktionär von Fiat Chrysler, die Agnelli-Familie, dem Deal gegenüber positiv eingestellt sind. Am Kapitalmarkt reagierten die Aktien von FCA und Renault euphorisch auf die Nachricht. Doch wie immer gilt auch hier: Der Teufel dürfte in den Details liegen.

Charlotte Jacquemart

Charlotte Jacquemart

Wirtschaftsredaktorin, SRF

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Charlotte Jacquemart hat an der Universität Zürich Ökonomie studiert und arbeitet seit Juni 2017 als Wirtschaftsredaktorin bei Radio SRF. Zuvor war sie 13 Jahre lang bei der «NZZ am Sonntag» tätig.

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19 Kommentare

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  • Kommentar von Albert Planta  (Plal)
    Srf: Sie zeigen ein veraltetes Renaultlogo.
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  • Kommentar von Norbert Zehner  (ZeN)
    Zum Glück der hochbezahlten Firmen-Fusions-Architekten ist Erinnerungsvermögen in heutiger Internet- und Smartphone Gesellschaft je länger wie kürzer geworden: vor 21 Jahren war die Daimler-Chrysler Fusion. Damals (wie heute) sah man unausweichliche Erfolge in Himmel und darüber wachsen, geworden ist daraus eine der grössten Werte-Vernichtungen in jüngeren Industriegeschichte. Unsere Pensionskassen werden coached von windiger Investmentberatern auch wieder auf Kosten der Sparer mitspielen.
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  • Kommentar von martin blättler  (bruggegumper)
    Macht etwa gleich viel Sinn,wie 27 souveräne Staaten unter Führung einer
    Hegemonialmacht zu vereinen.Das ist der Tod der Innovation,Fantasie
    und Designkultur zugunsten der schieren Grösse.
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