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Fussball-WM Die WM in Nordamerika: Rekorde, Emotionen und Donald Trump

Der Final war das einzige WM-Spiel, das US-Präsident Donald Trump besuchte. Wenn er auf den Grossbildschirmen im Stadion zu sehen war, wurde er ausgepfiffen und ausgebuht. Was ihn nicht daran hinderte, den grossen Auftritt zu suchen.

Bei der Siegerehrung stand er im Mittelpunkt und übergab zusammen mit Fifa-Präsident Gianni Infantino die Medaillen an die Spanier und Argentinier. Die Mitgastgeber Mexiko und Kanada mit Präsidentin Claudia Sheinbaum und Premierminister Mark Carney blieben im Hintergrund. Nach der Pokalübergabe musste Infantino Trump daran erinnern, dass die Bühne nun dem Weltmeister gehört. Zu gern hätte der US-Präsident mitgefeiert und sich im Erfolg gesonnt.

Einmischung in das sportliche Geschehen

Prägender als dieser für Trump typische Moment war allerdings dessen Umgang mit dem Turnier insgesamt. Sein Eingreifen im Fall des gesperrten US-Stürmers Folarin Balogun entwickelte sich zu einem politischen Skandal.

Einflussversuche auf den Sport gibt es zwar seit jeher, neu ist aber die demonstrative Offenheit, mit der Trump seinen Einfluss geltend macht. Er prahlte öffentlich damit, seinen Freund Infantino angerufen und damit erreicht zu haben, dass die Rot-Sperre gegen den US-Starstürmer aufgehoben wurde. Das ist symptomatisch für Trumps Präsidentschaft und seine permanenten Versuche, institutionelle Grenzen und Regeln auszutesten und zu missachten.

Druck statt Euphorie: Die Quittung auf dem Platz

Aus sportlicher Sicht zahlte sich Trumps Eingreifen für die USA nicht aus. Sie verloren das Achtelfinalspiel gegen Belgien sang- und klanglos und schieden aus. Balogun äusserte sich später kritisch und räumte ein, dass die heftige Debatte um die politische Einmischung durch den US-Präsidenten die Stimmung in der Mannschaft negativ beeinflusst und den Druck auf das gesamte Team massiv erhöht habe.

Damit lenkte Trump die Aufmerksamkeit vom Sport auf die Politik genau in einem Moment, in dem sich in den USA eine seltene Fussballeuphorie entwickelt hatte. Längst war es nicht nur die Diaspora, die den Fussball feierte. Die Amerikanerinnen und Amerikaner zeigten, wie emotional und begeisterungsfähig sie sein können, und liessen sich mitreissen.

Fussball erreicht in den USA neue Sphären

Die TV-Einschaltquoten brachen neue Rekorde für Fussball in den USA, die Stadien waren meist ausverkauft und das Land war im Fussballfieber. Die grösste WM der Geschichte mit 48 Teams und 104 Spielen überzeugte mit überraschenden Geschichten und neuen Stars. Fussball ist in den USA zumindest für die Dauer eines Grossanlasses im Mainstream angekommen.

Für die USA als Gastgeber war diese WM ein Erfolg. Das Land hat gezeigt, dass es einen Megaevent dieser Grössenordnung organisieren und ein breites Publikum für Fussball begeistern kann. Gleichzeitig hat die WM aber auch verdeutlicht, wie stark Sport und Politik unter Donald Trump miteinander verflochten sind.

Barbara Colpi

USA-Korrespondentin

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Barbara Colpi berichtet seit Juli 2022 als Korrespondentin für Radio SRF und News Digital aus den Vereinigten Staaten. Sie ist seit 2005 bei Radio SRF und begann als Redaktorin in der Sportredaktion, wo sie 2008 die stellvertretende Leitung übernahm. Im Frühling 2016 wechselte die studierte Sozialanthropologin auf den Korrespondentenposten nach Lausanne.

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