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Fussball-WM in den USA Die WM läuft, der Präsident fehlt – bis jetzt

Die von Kritikern befürchtete Trump-Show ist bei der WM bisher ausgeblieben. Interessiert sich der US-Präsident doch nicht für Fussball?

Bislang gibt es nur eine ungefähre Ahnung davon, wie Donald Trump bei dieser Fussball-WM in Erscheinung treten könnte. Der US-Präsident, der das Turnier nach der Vergabe als sein ganz persönliches Grossereignis verkaufte, wird am 19. Juli den Pokal überreichen – und die Zeremonie möglicherweise wieder zu seinem Moment machen. Noch ist es jedoch eine WM ohne Donald Trump.

Mit Fussballkenntnissen glänzte der US-Präsident nicht. «Welche Mannschaft gilt derzeit als Favorit? Falls es so etwas überhaupt gibt», fragte er Fifa-Präsident Gianni Infantino beim Entscheid, eine Taskforce für die WM zu etablieren. Dass Infantino den USA erst auf Nachhaken eines Reporters Chancen zusprach, schien Trump nicht zu stören.

Zwei Männer in einem Büro mit Flaggen im Hintergrund; einer sitzt an einem Schreibtisch, der andere steht daneben.
Legende: Als der US-Präsident im vergangenen Jahr im Weissen Haus eine Taskforce für die WM etablierte, freute er sich, dass ein weiteres «grosses Ereignis» während seiner Präsidentschaft stattfindet. AP/Pool

Auf die Frage, ob er sich Spiele ansehen werde, sagte er: «Ich würde auf jeden Fall gerne zu mehr als einem gehen.»

Die Angst vor Buhrufen?

Obwohl er sich auf der Plattform Truth Social offensichtlich zufrieden mit dem Verlauf und der Ausrichtung in den USA zeigte, war Trump bislang nicht einmal im Stadion. Dafür kann es mehrere Gründe geben.

Der US-Präsident hatte in den vergangenen Wochen Termine, die für die Weltpolitik bedeutender sind als die WM. Kurz nach dem Eröffnungsspiel der USA gegen Paraguay in Los Angeles tagten in Frankreich die G7-Mächte. Zudem fielen die Verhandlungen mit dem Iran in diese Zeit.

Eine Person hält einen bemalten Fussball in einem Glasbehälter.
Legende: Kritiker befürchteten, dass Trump sich ins Zentrum der WM in den USA drängen würde. Bislang hat der US-Präsident aber noch kein einziges Spiel besucht. AP Photo/Julia Demaree Nikhinson

Allerdings hielten Trump weder Gipfel noch Krieg davon ab, zu seinem 80. Geburtstag einen professionellen Käfigkampf vor dem Weissen Haus zu veranstalten. Hier stand der US-Präsident im absoluten Zentrum der Aufmerksamkeit. Wie wäre es wohl in den Stadien gewesen?

Bislang war Trump mit der WM immer in geschützten Räumen in Berührung gekommen. Etwa bei Medienauftritten mit Infantino im Weissen Haus oder bei der Auslosung in Washington, als Trump von Infantino den sogenannten «Fifa-Friedenspreis» entgegennahm. Ohne jeden Widerstand konnte er die Strahlkraft des Grossereignisses für sich nutzen.

Staatsoberhäupter zu Besuch an der WM

Nach der Partie in Kalifornien spielten die USA in Seattle gegen Australien und erneut in Los Angeles gegen die Türkei. Beide Städte sind klar demokratisch geprägt und Trump deshalb nicht wohlgesinnt. Als ranghöchstes Regierungsmitglied hatte Aussenminister Marco Rubio die erste Partie verfolgt. Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. war beim 2:0 gegen Australien in Seattle – und wurde ausgepfiffen.

Möglicherweise vermied Trump also für ihn unbequeme Situationen. Wie die Menschen in den Stadien auf Bilder von Trump auf der Videoleinwand reagiert hätten, bleibt aber Spekulation. Das Publikum an den Spielen ist bislang sehr heterogen, auffällig ist jedoch der ausgeprägte Patriotismus der heimischen Fans. «USA! USA!», hallt es auch durch die Stadien, wenn das eigene Team gar nicht spielt.

Trump und die Finalspiele

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«Es geht ihm um das Hauptereignis – das WM-Finale. Denn dort sind die höchsten Einschaltquoten zu erwarten», sagte der Politikstratege Federico de Jesus der BBC. Er verwies darauf, dass Trump etwa den Super Bowl im vergangenen Jahr in New Orleans verfolgt habe, zuvor aber kein Spiel in der regulären Saison der NFL. Kurz vor der WM war er bei einem der Basketball-Finalspiele der NBA in der Halle der New York Knicks. Fussball hat es in den USA seit jeher schwer gegen Football, Basketball, Eishockey und Baseball.

Dann also das WM-Finale. Dass die feierliche Übergabe des Pokals auch politisch als Schaubühne genutzt wird, ist nicht ungewöhnlich. Bei der WM 2022 in Katar war Emir Scheich Tamim bin Hamad Al Thani auf dem Rasen und ehrte das argentinische Weltmeisterteam.

Und Trump hat schon Erfahrungen: Bei der Club-WM im vergangenen Jahr hatten Infantino und Trump gemeinsam den Sieger Chelsea geehrt. Der US-Präsident hatte damals für Verwunderung gesorgt, weil er entgegen der Tradition für das Siegerfoto mit den Fussballern auf dem Podium stehenblieb. Infantino wies ihm freundlich, aber bestimmt den Weg von der Bühne.

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SRF 4 News, 29.6.2026, 8 Uhr ; 

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