Worum geht es? Vor dem WM-Spiel zwischen dem Iran und Ägypten in Seattle steht diesmal nicht nur der Fussball im Fokus. Die Partie findet ausgerechnet am Tag der Pride-Feierlichkeiten statt, bei denen in Seattle die LGBTQ+-Gemeinschaft geehrt wird. Beide Länder gelten als besonders repressiv gegenüber LGBTQ+-Menschen. Die Fifa hat jedoch klargestellt, dass Regenbogenflaggen als Symbol für Menschenrechte gelten, und hat Fans erlaubt, diese im Stadion zu tragen.
Wie kam es dazu? Noch im Dezember hatten sowohl Iran als auch Ägypten versucht, Pride-bezogene Veranstaltungen im Kontext ihrer Spiele zu verhindern. Trotzdem finden die Feierlichkeiten wie geplant statt. Daniel Marin, der Exekutivdirektor für Öffentlichkeitsarbeit der Fifa, verlas in Seattle eine Erklärung im Namen des iranischen Verbands. Darin wurde betont, dass sich das Team nur zu sportlichen Themen äussern werde.
Was sagt der Iran? Die iranische Mannschaft hält sich konsequent bedeckt. Irans Trainer Amir Ghalenoei wich Fragen zur Pride aus. Mehrfach betonte er, dass sich die Mannschaft ausschliesslich auf den Fussball konzentriere. «Wir sind hier, um Fussball zu spielen – für nichts anderes», sagte er. Alles andere wolle man nicht kommentieren. «Wir werden nur über Fussball sprechen, darüber, was für ein schönes Spiel er ist und wie viel Freude er bereiten wird.»
Was sagt Ägypten? Auch Ägypten will keine Fragen zur Pride hören. Mitglieder des Betreuerstabs griffen aktiv ein, um zu verhindern, dass ägyptische Spieler Fragen von Journalisten zu diesem Thema beantworteten. Trainer Hossam Hassan stellte klar: «Wir konzentrieren uns auf den Fussball. Das ist alles, woran wir denken.»
Was ist zu erwarten? Rund um das Spiel ist mit Spannungen zu rechnen. Während die Fifa das Zeigen von Regenbogenflaggen erlaubt, vermeiden beide Teams jede inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema. Sportlich steht für Iran viel auf dem Spiel: Mit einem Sieg könnte das Team erstmals in den Achtelfinal einziehen. Entsprechend will sich die Mannschaft vollständig auf das Spiel konzentrieren – trotz aller Umstände neben dem Platz.